Plan in Germering

So werden Flüchtlinge integriert

Germering – Die Integration von Flüchtlingen und anderen Zuwanderern wird in der Großen Kreisstadt auf drei Ebenen forciert:

Asylbewerbern soll mit Hilfe von Praktika oder Minijobs der Weg in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Flüchtlinge sollen selbst als so genannte Kulturenmittler bei der Eingliederung in die Gesellschaft helfend tätig werden. Und schließlich soll das Angebot an Sprachkursen weiter ausgebaut werden.

Praktikumsbörse

Manuel Leutpold, Integrationsfachkraft der Stadt, berichtete jetzt den Mitgliedern des Sozialausschusses vom Fortschritt der Bemühungen. Das Projekt Praktikums-/Minijobbörse ist Leupold zufolge im Rahmen des städtischen Integrationsforums erarbeitet worden. Zielgruppe sind Germeringer mit Migrationshintergrund, die schon relativ gute Deutschkenntnisse nachweisen können. Dabei sollen unbezahlte Praktika an diejenigen vermittelt werden, die noch nicht genau wissen, welche Ausbildung sie einmal einschlagen wollen. Sie sollen sich so orientieren können. Die Minijobs sind für Personen gedacht, die eine feste Arbeit suchen.

Es gibt Leupold zufolge schon 13 Praktikumsangebote von der Arbeiterwohlfahrt (AWO), dem Sozialdienst, den Johannitern und der Stadt selbst. Die Angebote sind in den Bereichen Kinderpflege, Seniorenbetreuung und Verwaltung angesiedelt. Minijobs werden bei Bedarf weitervermittelt. Hier sollten die Betreffenden einen festen Wohnsitz in Germering haben. Einige Interessierte sind Leupold zufolge bereits bei Anbietern vorstellig geworden. Um diese Angebote auszubauen und zu forcieren, hat der Integrationexperte schon Gespräche mit dem neuen Wirtschaftsverband, wie der Gewerbeverband jetzt heißt, geführt.

Kulturenmittler

Die Kulturenmittler sollen laut Leupold auch die ehrenamtlichen Asylhelfer entlasten. Sie sollen im Idealfall selbst als Flüchtling in einer Unterkunft vor Ort leben. Zusätzlich zu den schon vorhandenen Dolmetschern und Lotsen sollen sie in mehreren Stunden pro Woche sowohl die Flüchtlinge in den bestehenden Unterkünften bei der Orientierung und Verständigung unterstützen. Aber sie sollen auch die Mehrheitsgesellschaft für die interkulturelle Verständigung sensibilisieren.

Diese Mittler zwischen den Kulturen sollen aber auch die städtischen Einrichtungen im Umgang mit Flüchtlingen in der täglichen Arbeit beraten und gegebenenfalls für Übersetzungen zur Verfügung stehen. Außerdem sollen sie bei interkulturellen Streitigkeiten vermitteln.

Dass das durchaus funktioniert, beweist laut Leupold ein im ehemaligen Altenheim Don Bosco lebender Syrer. Er beherrscht vier Sprachen (Arabisch, Kurdisch, Farsi/Dari und Englisch) und hilft aktuell bei der Germeringer Tafel, der Germeringer Insel und der Kleiderkammer beim Übersetzen oder bei kulturellen Schwierigkeiten. Genauso klärt der Kulturenmittler Bewohner der Unterkünfte unter anderem auch über Regeln im Hallenbad auf und hat bereits bei Streitigkeiten vermittelt.

Sprachkurse

Das Angebot an Sprachkursen ist dem Bericht Leupolds zufolge schon erweitert worden. Seit April finden im Jochen-Klepper Haus und in weiteren Räumlichkeiten der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche neue Kurse statt.

Der Sprachkursträger Mukule und die Volkshochschule (VHS) werden in den kommenden Wochen mehrere Integrationskurse für Flüchtlinge aus den Ländern Irak, Iran, Syrien und Eritrea anbieten, da Flüchtlinge aus diesen Ländern auf Grund der hohen Bleibeperspektive mittlerweile offizielle Integrationskurse besuchen können.

Für Asylbewerber aus anderen Staaten sind Kurse angedacht, die über das Brucker Forum abgewickelt werden. Insgesamt sollen in den nächsten Wochen und Monaten sechs neue Sprachlehrgänge entstehen. Das Brucker Forum und Mukule haben damit schon begonnen. Die Träger haben einen Raumnutzungsvertrag mit der Bonhoeffer-Kirche abgeschlossen.

Die Angebote von Mukule und der VHS können als Integrationskurse über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziell gefördert werden. Das Brucker Forum rechnet seine Kurse dagegen intern über das eigene Budget ab.

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