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Restaurierung der Schlosskapelle: Das Bild, das in den 1930er-Jahren entstanden ist, zeigt Karl Sonner vor der Estinger Schlosskapelle. Er hat 1925 die Fresken an der Kapelle gemalt.  

Zeitreise durch die Geschichte Estings

Esting – Vom Bauerndorf zum Stadteil: Esting hat sich in den vergangenen 116 Jahren stark verändert. Wie es früher war, das zeigt ab heute die Ausstellung „Esting im Wandel der Zeit“. Über 500 historische Bilder sind zu sehen – auch von Menschen, die Estinger Geschichte schrieben.

Auf dem Familienfoto ist Martin Schäffler mit seiner Frau Maria Reischl und den sechs Kindern abgebildet.

Fast zwei Jahre lang hat es gedauert, bis Hans Grill und Christine Müller das Bildmaterial und die Texte für die Ausstellung beisammen hatten. Kein Wunder, im vergangenen Jahrhundert hat sich schließlich einiges getan in Esting. Der Ort hat sich von einer eigenständigen Gemeinde bis hin zu einem Teil der Stadt Olching entwickelt. Sowohl das Dorfbild als auch Landwirtschaft und Gewerbe haben sich verändert und die Infrastruktur ist gewachsen.

Einen Vergleich zwischen früher und heute bietet nun eine Ausstellung des Vereins „1200 Jahre Esting“. Unter dem Titel „Esting im Wandel der Zeit von 1900 bis 2011“ nehmen Müller und Grill die Besucher mit auf eine Zeitreise. Gezeigt werden mehr als 500 Ansichten Estings.

Rund zwei Jahre lang haben sich Christine Müller und Hans Grill intensiv mit der Ortsgeschichte Estings auseinandergesetzt.

Veranschaulicht werden unter anderem bauliche Veränderungen, wie die Entwicklung vom alten Ortsbild mit seinen Siedlerhäuschen bis zu den Reihen- und Mehrfamilienhäusern der Gegenwart. Thema sind darüber hinaus Ereignisse wie das Pfingsthochwasser 1999, oder verheerende Brände.

Doch es werden längst nicht nur Bilder der Ortsgeschichte gezeigt, es geht auch um die Menschen. „Wir beleuchten natürlich auch die wichtigsten Persönlichkeiten und das soziale Leben in den einzelnen Zeitabschnitten“, erklärt Grill, der seit 1972 in Esting lebt. So wird beispielsweise auch ein Mordfall nach einem Wirtshausbesuch thematisiert. Auch die Bevölkerungsentwicklung findet Beachtung in der Ausstellung. „1912 hatte Esting gerade einmal 450 Einwohner“, berichtet Grill. „Außerdem gab es damals noch 28 landwirtschaftliche Anwesen, heute sind es immerhin noch elf Hofstellen.“ 2011 waren es – Alt- und Neuesting zusammengerechnet – immerhin bereits 6200 Einwohner – Tendenz steigend.

Das Haus auf dem Bergelmann Anwesen war das letzte mit einem strohgedecktem Dach. Das Bild entstand nach 1909.

Landschaftlich hat sich ebenfalls viel verändert: Der Amperlauf wurde beispielsweise begradigt. „Und in der ehemaligen Amperauenlandschaft blühen nun mittlerweile sogar Orchideen“, erzählt Ortschronistin Christine Müller.

Aus ihrem Archiv stammen viele der Bilder. Die gebürtige Augsburgerin hat 21 Jahre in Esting und 16 Jahre in Olching gelebt. Vor wenigen Jahren zog sie zurück nach Augsburg. „Bereits in den 1980er-Jahren habe ich in Esting Fotografien und Geschichten gesammelt“, erzählt die 78-Jährige. Begleitend zur Ausstellung haben Grill und Müller auch einen Katalog erstellt. Dieser umfasst rund 170 Seiten, auf denen die Fotos abgedruckt sind und Wissenswertes zur Ortsgeschichte steht. Ein Band kostet zwölf Euro.

„Die Ausstellung ist natürlich keine lückenlose Dokumentation der Veränderungen und Ereignisse“, erklärt Grill. „Es ist aber doch eine beispielhafte und repräsentative Auswahl von Bildern und Beschreibungen, die die Veränderungen der vergangenen hundert Jahre dokumentiert“, ergänzt Müller.

Beide hoffen, dass Wissen und Identifikation um den Wohnort die Beziehung der heutigen Estinger zu ihrer Heimat fördert. „Und vielleicht fördert es ja auch die Bereitschaft von Neubürgern, sich ins Gemeindeleben einzubringen“, so Müller.

Angi Kiener

Infos in Kürze:

Die Ausstellung „Esting im Wandel der Zeit von 1900 bis 2011“ wird heute um 18 Uhr eröffnet. Zu sehen ist sie von Samstag, 15., bis Montag, 17. Oktober, jeweils von 10 bis 18 Uhr im Pfarrsaal St. Elisabeth.

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