In Germering

Zeitreise auf dem Radl

Germering - Germering ist eine spannende Stadt. Im Erdreich wurden Gegenstände und Mauerwerk aus Steinzeit bis Römerzeit gefunden. Die Fundorte und historisch wertvolle Gebäude und Fleckerl kann man jetzt entlang von Radwegen abfahren.

Die Initiatoren erklären, wie das Projekt entstand.

Beide sind leidenschaftliche Radler, beide kennen die Geschichte der Großen Kreisstadt auswendig. Kein Wunder also, dass Günter Zeidler (76) und Marcus Guckenbiehl (44) soviel Energie in die Umsetzung der historischen Radwege gesteckt haben. Der eine ist Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum, der andere ist Leiter des Stadtarchivs. „Der Marcus strampelt von einer Baustelle oder Ausgrabungsstätte zur nächsten. Immer quer durch die Stadt“, sagt Zeidler lachend über seinen Mitstreiter. Und auch er selbst setze sich viel lieber auf den Fahrradsattel, als ins Auto.

 Die Entwicklung der neuen Fahrrad-Rundwege war für die zwei also nicht nur Arbeit, sondern auch Vergnügen. Die Initialzündung kam vom Bürgermeister höchstpersönlich. Beim Umweltfest im Jahr 2012 am Germeringer See lobte Andreas Haas die professionell gestalteten Infotafeln über Burgstall, die bei der Veranstaltung aufgebaut waren. Die Archäologin und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Stadtmuseum, Delia Hurka, hatte die Aufsteller im Vorfeld mit viel Mühe und Wissen gestaltet. „Die Tafeln stellen wir doch gleich am Parsberg auf“, sagte der Rathauschef damals. Vier Jahre lang wurde an der Idee gefeilt, jetzt wurde nicht nur dort auf dem Parsberger Hügel Infomaterial über die Ortsgeschichte platziert, sondern auch an vielen weiteren Stellen in der Stadt. „Weil unser Museum so klein ist, haben wir schon lange an verschiedenen Orten Schaukästen aufgestellt“, erklärt Zeidler.

Allerdings seien viele von ihnen nicht besonders gut sichtbar platziert. „Es gab schon länger die Idee, sie durch eine Wanderroute für Ausflügler oder ähnliches zu verbinden.“ Zusätzlich entschieden sich Zeidler und Guckenbiehl für einige historische Gebäude und andere spannende Ecken Germerings, die als Stationen entlang der Routen dienen. Es gibt eine kürzere und eine längere Strecke zur Auswahl – beide sind definitiv einen Ausflug wert sind. Letzteres gilt übrigens nicht nur für Rentner, sondern für all diejenigen, die ein bisserl was über die Geschichte und Entwicklung ihrer Stadt erfahren wollen – auch für Familien. „Als wir die Routen Mitte April vorgestellt haben, sind auch Eltern mit Kindern mitgeradelt“, erzählt Zeidler. Allen habe es gefallen. Ja, die Infotafeln sind durchaus auch für Kinder lesbar. Denn auf ihnen sind keine Textwüsten zu sehen, sondern viele Abbildungen von sehenswerten Ausgrabungsgegenständen sowie knappe, aber völlig ausreichende und verständliche Beschreibungen. Das Layout ist übersichtlich, die Plakate nicht überladen.

Die gelungenen Tafeln wurden von zwei Frauen erarbeitet: Delia Hurka, die nicht nur stellvertretende Vorsitzende vom Förderverein ist, sondern auch studierte Archäologin, und Sabine Mayer vom Landesamt für Denkmalpflege. „Wir haben beim Landesamt um finanzielle Unterstützung gebeten“, erklärt Zeidler. „Die haben wir auch bekommen. Allerdings wollten die dann auch bei der Gestaltung der Tafeln mitreden.“ Mehrmals seien die Layout-, Text- und Bildvorschläge zwischen Hurkas und Mayers PC hin und her geschickt worden. „Die gemeinsame Erarbeitung war viel Arbeit. Die zwei waren sehr fleißig“, lobt Zeidler. Irgendwann aber einigten sich beide Parteien auf eine Gestaltung. Dann war der städtische Bauhof an der Reihe. „Die Männer haben die ganzen Tafeln fachmännisch aufgestellt.“ Den finanziellen Aufwand des Projekts teilen sich übrigens Förderverein, Stadt, Landesamt für Denkmalpflege und die Sparkasse Fürstenfeldbruck. Doch die Arbeit an den Wegen ist noch nicht beendet, die Radrouten sind noch nicht vollständig. „Wir wollen bald weitere Tafeln aufstellen“, verrät Zeidler. Material sei genügend vorhanden. Vielleicht werde man auch noch andere Radrouten überlegen. Aber das müsse man sehen. Die Resonanz bisher sei jedenfalls sehr gut, berichten Zeidler und Guckenbiehl. Gerade habe man weitere Flyer bestellt. Der erste Satz sei bereits fast vergriffen.

Hier gibt's die Karte

Die Ausdrucke liegen im Rathaus und im Museum aus. Wer zur Radltour aufbrechen will, sollte sich vorher einen Flyer holen. Darauf sind die Route, als auch erste Infos zu den Stationen aufgeführt. Wer das Ganze lieber digital hat, kann sich den Flyer auch auf der Homepage der Stadt unter www.germering.de/stadtmuseum/museumsrundweg.pdf vorab ansehen und aufs Handy ziehen. Wer zurückkommt, sollte sich Ausgrabungsgegenstände, die er auf der Route auf Bildern entdeckt hat, im Museum in live ansehen

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