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Stellen den Entwurf für den Managementplan „FFH Gebiet Oberes Isartal“ vor: (v. l.) Thomas Eberherr (Höhere Naturschutzbehörde), Ulrich Kohler (verantwortlich für Managementplan), Stefan Gatter (AELF), Martin Bachmann (Kartierteam Oberbayern) und Markus Heinrich (AELF).

„Das ist behördliche Willkür“

Ärger im Isartal wegen „Natura 2000“-Offensive

Isartal - Der Graben zwischen Landwirten und der Höheren Naturschutzbehörde will sich nicht schließen. Grund ist die ungenaue Feinabgrenzung der FFH-Gebiete der EU-Offensive „Natura 2000“ im Isartal.

„Eigentlich müsst ma jetz aufstehen und gehen, weil es sowieso wieder umsonst ist.“ Mit diesem Ausruf sprach der Mittenwalder Josef Braun (Glasle) vielen Gästen im Wallgauer Haus des Gastes aus der Seele. Denn dorthin hatte die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern zu einem Runden Tisch geladen – und damit zu einem Annäherungsversuch zwischen den Funktionären der „Natura 2000“-Initiative sowie den Isartaler Landwirten und Waldbesitzern. Doch als Dr. Martin Bachmann vom regionalen Kartierteam Oberbayern bei seinem Vortrag über den Entwurf eines Managementplans für das europäische Naturerbe deutlich machte, dass die Landwirte zwar „nichts müssen, aber nicht alles dürfen“, rumorte es unter den rund 30 Zuhörern. „Das ist behördliche Willkür“, meinte Alois Kramer (Ferl). Frustauslöser war die „unscharfe Abgrenzung“ der Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH) im Isartal.

Viele Landwirte sind in streng geschütztes FFH-Gebiet gerutscht - andere nicht

Denn um diese FFH-Areale auszuweisen, wurden im Zuge der „Natura 2000“ im Maßstab 1:25 000 Striche durch die Landschaft gezogen, die die schützenswerten Biotope „großzügig“ einkreisen. „Wir mussten dabei bestimmte Schutzflächen aneinanderhängen, sonst hätten wir einen Fleckerlteppich gehabt“, erklärte Markus Heinrich vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Weilheim.

Die grobe Abgrenzung hatte allerdings zur Folge, dass viele Landwirte mit ihren Feldern nun in streng geschütztes FFH-Gebiet gerutscht sind – kurioserweise andere wiederum nicht. „Es gibt in Klais einen Fall, wo jeweils zwei Hektar eines identischen Feldes verschieden aufgeteilt wurden“, erklärte Wallgaus Vize-Bürgermeister Karlheinz Schwaiger. „Einer ist im FFH-Gebiet, der andere nicht.“

Mehr als 6 300 Einsprüche sind eingegangen

Thomas Schwarzenbergerbefürchtet Nachteile für die Grundeigentümer

Um diese Ungenauigkeit auszubügeln, teilte das Ministerium mit, dass noch eine Feinabstimmung ansteht. Betroffene Landwirte wurden dazu aufgerufen, ihre Einwände vorzubringen. Allein in Oberbayern sind mehr als 6 300 Einsprüche eingegangen. Gebracht haben sie aber offenbar wenig. „Wir wurden allesamt mit Serienbriefen ohne fachliche Kompetenz abgespeist“, ärgerte sich Kramer. „Wir sind pauschal weggewischt worden.“

Denn die Toleranz bei der Feinabgrenzung, die den Bauern gewährt wurde, betrug maximal 15 Meter. „Davon können wir leider nicht mehr abweichen“, berichtete Bachmann. Dies wäre eine feste Vorgabe des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Letztlich bestehe nur die Möglichkeit, gegen die „Natura 2000“-Verordnung zu klagen. Zwar erklärte Markus Heinrich, dass trotz FFH-Status „der Landwirt seine Flächen wie bisher bewirtschaften“ könne. Nicht von der Hand zu weisen seien allerdings Einschränkungen.

Auch Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) meinte, dass „für Grundstückseigentümer nun alles nur noch teurer, schwieriger und einiges sogar unmöglich“ werde.

Josef Hornsteiner

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