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Weg bleibt weiter gesperrt

Ammerdamm: Brechen jetzt Fördergelder weg?

Unterammergau -  Eigentlich hätte der Damm zwischen Unter- und Oberammergau längst instandgesetzt werden sollen. Doch es gibt weiterhin vielfältige Probleme. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Unterammergaus Bürgermeister Michael Gansler (FDU) gehört nicht zu denjenigen Menschen, die sich mit hochrotem Kopf lautstark über Dinge aufregen. Es gibt aber ein Thema, das ihn nahe an so einen Zustand bringt: die geplante Sanierung des gesperrten Ammerdamms. Denn: Es geht nichts voran. „Es gibt in diesem Jahr wieder keinen Baubeginn“, sagt Gansler mit Blick auf den Stand der Vorbereitungen. Die laufen nun schon seit drei Jahren. Wie berichtet, musste ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Gerade in puncto Naturschutz tun sich dabei immer wieder neue Fragen auf. „Die Behörden sind sich untereinander nicht einig“, moniert Gansler. Für seinen Ärger gibt es einen triftigen Grund. Denn zusammen mit der Gemeinde Oberammergau könnte Unterammergau der Leidtragende der zeitlichen Verzögerung sein. Es geht um 120 000 Euro an Fördergeldern, die beide Kommunen für die Verschiebung des Wegs entlang der Ammer beantragt haben. Dieser hatte beim Hochwasser 2013 arg gelitten, Teile haben sich gesenkt, drohen ganz wegzubrechen. Deshalb wurde der beliebte Weg für die Öffentlichkeit gesperrt. Doch das Betretungsverbot nimmt die Gemeinden theoretisch nur aus der Haftung. Denn praktisch halten sich weder die Spaziergänger, noch die Jogger und Radfahrer daran. Ein Grund mehr für die Bürgermeister, da schnell etwas geschehen muss.

„Die Öffentlichkeit hat kein Verständnis dafür, dass nichts passiert“, sagt auch Oberammergaus Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei). Wie Gansler befürchtet er, dass die Gemeinden auf den Kosten für die Verschiebung der Strecke weg vom Ammerufer sitzen zu bleiben. Denn die 100-prozentige Förderung stammt aus einem speziellen Geldtopf: Jenem, mit den die Schäden vom Juni-Hochwasser 2013 beseitigt werden sollen. Die Zusage der Gelder wurde nun nochmals verlängert. Aber nicht auf ewig. „Die Maßnahmen müssen bis Ende März 2017 abgeschlossen sein“, erklärt Gansler. Und das ist so gut wie unmöglich. Die Versetzung des Wegs ist nämlich nur ein Teilbereich des Maßnahmenpakets, für das das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) verantwortlich zeichnet. Die Behörde plant zudem, die Ammer abzuflachen und die Sohle zu stabilisieren. Außerdem sollte die Böschung mit Steinen gefestigt werden. Insgesamt geht es um eine Investition von 1,2 Millionen Euro.

Doch die Steinverbauung war ein Punkt, den die Obere Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern nicht so gern gesehen hat. „Wir mussten unsere Planung erneuern“, erklärt WWA-Mitarbeiter Horst Hofmann. Auch er ist angesäuert, weil die Veränderungen nicht zum ersten Mal vom Naturschutz gefordert wurden. „Wir tun seit drei Jahren rum“, sagt er entnervt. Auch werde jeder Meter, den der Weg mehr durch die Streuweise führen soll, äußerst kritisch gesehen. „Wir sind aufgefordert, die Flächen auszugleichen“, erklärt Hofmann. Doch sei es nicht leicht, entsprechende Grundstücke zu finden. Und das ist nicht das einzige Flächen-Problem: Sowohl Unterammergau als auch Oberammergau seien sich nicht mit allen Grundstückseigentümern einig. Für Hofmann stellt sich angesichts der vielen offenen Punkte schon fast nicht mehr die Frage nach dem Baubeginn, sondern danach, wie lange die Behörde überhaupt noch an dem schwierigen Projekt festhält. „Die Situation ist total verkorkst.“

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