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Markanter Teil einer Allee an der Dorfstraße: Diese Linde ist laut Gemeinde krank, aber eine Sanierung rentiere sich nicht.

Beschluss des Gemeinderats Bad Bayersoien

Alte Dorflinde muss weg

Bad Bayersoien – Sie gehört zu den markanten Bäumen an der Bad Bayersoier Dorfstraße, in einer Alleereihe gegenüber dem Sportgelände – doch jetzt muss die große Linde weichen. Der Gemeinderat beschloss die Fällung.

Denn: Der Baum ist zu krank, wie es in der Sitzung hieß. Der Kurort hatte seinen gemeindlichen grünen Besitz heuer fachkundig unter die Lupe nehmen lassen, der Auftrag für das digitale Baumkataster war an den Maschinenring gegangen. Dabei kam Betrübliches für die betreffende Linde heraus: Das Exemplar war wohl durch Bauarbeiten so stark geschädigt worden, dass es seitdem darunter leidet. Pilzbefall und Fäulnis wurden diagnostiziert, wie Bürgermeister Gisela Kieweg sagte. Zwei Alternativen lagen auf dem Tisch: Ein Gutachten erstellen und den Baum kurieren oder gleich fällen. „Für einen höheren vierstelligen Betrag können wir ihn erhalten“, wusste Kieweg zu berichten. Darunter fallen nach eingehender Untersuchung noch eine Kronenkürzung und kontinuierliche Pflege. Ob die Baum-Kur jedoch wirklich erfolgreich sein wird, wagte die Rathauschefin nicht zu sagen. Lediglich „vier bis fünf Jahre“ Aufschub für den Baum hätten ihr die Experten in den Raum gestellt. Also bleibt nur die Fällung, wofür sich aus Kostengründen auch die anderen Gemeinderäte aussprachen.

Allerdings haben bereits Anwohner im Rathaus vorgesprochen: Sie lehnen die Fällung ab. Die Linde sei deutlich über 100 Jahre alt und ihm fehle nichts, heißt es. Der Baum, der auf Gemeindegrund steht, sei eine „natürliche Geschwindigkeitsbremse“ für den vor ihrer Haustür rollenden Verkehr, bekam Kieweg nach eigener Aussage mitgeteilt. Ganz glücklich ist sie mit der harten Gangart auch nicht: „Mir fällt es schwer, dass wir ihn fällen müssen.“ Fallen wird der Baum, wegen der Vogel-Brutzeit gesetzlich vorgeschrieben, erst nach dem 1. Oktober. „Es gibt auf alle Fälle eine Ersatzpflanzung“, beruhigt die Rathauschefin. Wo und was, muss aber noch geklärt werden.

Ebenfalls ab Oktober startet die Gemeinde im Schutzgebiet am Soier See eine größere Fällaktion: Sechs Eschen müssen weichen, ihnen droht durch Pilzbefall ein Triebsterben. Die Genehmigung dafür liegt jetzt vor, teilte die Bürgermeisterin in der Sitzung des Gemeinderats mit. Allerdings sind für das Frühjahr 2017 neue Anpflanzungen geplant. Was passend ist: Der Bestand müsse eh verjüngt werden, hieß es aus dem Rathaus. Das Fällen von Laubbäumen geht im Kurort übrigens seit heuer leichter als früher: Der Gemeinderat hatte im Januar nach 15 Jahren die strenge Baumschutzverordnung abgeschafft, sie hatte sich nicht bewährt.

Andreas Baar

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