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Am Filmset: Christine Eixenberger (Drehleiter-Korb) macht sich bereit für die nächste Szene - inmitten von Feuerwehr-"Kollegen". 

Neue ZDF-Reihe

Abgedreht: Spezial-Einsatz für die Feuerwehren

Seehausen/Bad Bayersoien -  Seehauser und Bad Bayersoier Feuerwehrleute haben Filmarbeiten für eine neue ZDF-„Herzkino“-Reihe begleitet – vor und hinter der Kamera. „Das war interessant und lustig“, sagt Seehausens Kommandant Martin Bierling junior, „aber auch ganz schön anstrengend.“ Von Hauptdarstellerin Christine Eixenberger gab’s für die Retter ein Sonderlob.

Jeden Tag ein Einsatz: Das ist nicht die Regel bei der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen. Doch diesmal ging es auch nicht wirklich ums Retten, Löschen, Bergen – die vier bis acht Kameraden, die zuletzt Urlaub nahmen, um zu ihrem „Dienst“ zu erscheinen, befanden sich in besonderer Mission: Sie spielten sich wie die Bad Bayersoier Kollegen quasi selbst. Feuerwehrler gaben Feuerwehrler – vor laufender Kamera. Das ZDF lässt derzeit zwei Filme einer neuen „Herzkino“-Reihe mit dem Arbeitstitel „Freiwillig Feuerwehrfrau“ drehen – ausschließlich in der Region: in und um Grafenaschau, Seehausen, Bad Bayersoien und Steingaden (wir berichteten).

Dafür stellte die Seehauser Wehr Personal, Gerätehaus, Fahrzeuge und Wissen zur Verfügung, die Bad Bayersoier, die mit zwei bis zehn Kräften im Einsatz waren, übernahmen eine fachliche Vorbereitung der Filmcrew, wiesen sie in die Arbeit ein, standen ebenfalls beratend zur Seite, wirkten als Statisten und doubelten Schauspieler, wenn es zum Beispiel Atemschutz zu tragen galt. Gedreht wurde etwa am Schrottplatz, am See und in Schönberg. „Das war alles absolut interessant“, schwärmt Bad Bayersoiens Erster Kommandant Franz Niggl. „Und die Leute waren überaus freundlich.“

Ebenfalls ein positives Fazit zieht sein Seehauser Kollege Martin Bierling junior, der im Vorfeld nicht gewusst hatte, was ihn erwartet: Er erlebte mit den Kameraden interessante, aber auch anstrengende Tage, „weil wir die Abläufe nicht so kannten“. Es boten sich Gelegenheiten für den einen oder anderen Ratsch mit Schauspielern („richtig nette Leute“), und auch der Rat der echten Ehrenamtlichen war bei den Filmleuten gefragt – das Ergebnis sollte also nicht fern jeder Realität ausfallen. „Feuerwehrtechnisch wurde es zu 95 Prozent so gemacht, wie wir gesagt haben“, betont Bierling. „Wir haben gewisse Grenzen aufgezeigt.“ Werde nachträglich nichts geändert, „können wir damit leben“.

Schnitt, Szenenwechsel, Blick nach Steingaden: Polizei und Feuerwehr brausen mit Blaulicht heran, denn jetzt muss es schnell gehen. Routinierte Rettungskräfte steigen in den Korb der Drehleiter eines Feuerwehrfahrzeugs und fahren damit Richtung Hausdach. In letzter Sekunde kann ein verängstigtes Mädchen gerettet werden, bevor es in die Tiefe stürzt. So geht es zu am Filmset in Steingaden. „Noch einige Tage“ laufen nach Angaben einer ZDF-Mitarbeiterin die Dreharbeiten für diese neue „Herzkino“-Reihe, die im fiktiven Ort Wildegg spielt.

Regisseur Edzard Onneken hat sich ganz bewusst für die Region als Schauplatz entschieden, wie er in einer kurzen Pause verrät: „Ich habe ja schon einmal in Steingaden und Bad Bayersoien gedreht. Was ich an dieser Ecke unter anderem so liebe, ist, dass uns die Anwohner als Komparsen unterstützen, genauso wie die Gemeinden und Hausbesitzer, was Drehorte anbelangt.“ Es habe sich gezeigt, „dass das wieder die richtige Wahl war“.

Erzählt werden soll eine warmherzige Geschichte über das Leben in der Kleinstadt, mit komischen, aber auch tragischen Momenten. Nicht im Stile eines schnulzigen Heimatfilmes, vielmehr soll es um Geschichten gehen, die Menschen wirklich passieren. Im Zentrum der Handlung: Marie (Christine Eixenberger), die in der ersten Episode vor der Hochzeit mit Stefan (Stefan Murr) steht. Doch es droht ein Drama. Maries Vater, Feuerwehrkommandant Ernst Reiter (Wolfgang Fierek), kann mit seiner Mannschaft gerade noch Schlimmeres verhindern.

Hauptdarstellerin Eixenberger kennen viele als Kabarettistin. Nun ist Film angesagt: „Das ist natürlich teilweise ein ganz anderes Arbeiten als beim Kabarett, wo man oft auch ,laut‘ spielen muss – mit großen Gesten, vor allem, wenn man Figurenkabarett macht“, erklärt sie in voller Feuerwehrmontur. Das brauche sie beim Film nicht. Der Regisseur habe sie fantastisch an dieses Arbeiten herangeführt – „besser könnt ich’s net dawischen. Außerdem haben uns die Feuerwehren aus Bad Bayersoien und Seehausen super vorbereitet“, lobt sie. Dann muss sie auch schon wieder auf ihre Position. Wenn die Sonne rauskommt, wird weitergedreht. Beim Film gilt es, flexibel zu sein.

Zufrieden zeigt sich Sebastian Hünerfeld, verantwortlicher Redakteur des ZDF: „In den Figuren und den Institutionen dieser Reihe stecken viele Geschichten. Außerdem haben wir mit dem Marktplatz in Steingaden, der Bad Bayersoier Kapelle am See und der Feuerwehr in Seehausen eine gute Melange für den Ort Wildegg gefunden.“

Sollte das Format ankommen, sind für nächstes Jahr zwei weitere Folgen geplant. Der Sendetermin der ersten Filme steht nach ZDF-Angaben noch nicht fest. Mancher kann’s kaum erwarten, das Ergebnis zu sehen. „Wir sind sehr gespannt“, sagt Bierling. „Darauf fiebern wir hin.“

Silke Jandretzki/Franziskus Reich

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