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Ein starkes Quartett: Heidi Schöpf (links) mit ihrem „Leo“ und Schwester Vroni Schöpf mit „Luisi“.

Frauenpower beim Wallgauer Ochsenrennen

Mit zwei tierischen Kraftpaketen an den Start

Bad Bayersoien – Zwei Schwestern aus dem Ammertal wollen beim Ochsenrennen am 6. August in Wallgau der männlichen Konkurrenz das Fürchten lernen. Heidi (29) und Vroni (25) Schöpf aus Bad Bayersoien haben sich als Team „Klos’n Madl“ für die Riesengaudi zum 125-Jährigen der Feuerwehr angemeldet.

Sie treten mit ihren Ochsen „Leo“ und „Luisi“ an. Die beiden fast dreijährigen Braunviecher leben auf dem Hof der Familie und stehen voll im Saft. Angeschafft wurden die beiden Kraftprotze – der eine mit stolzen 653 Kilo Gewicht, der andere mit 586 Kilo – als junge Stiere in Rettenbach. Beide zufälligerweise am 7. August 2013 zur Welt gekommen, aber keine Geschwister. Als die Wallgauer Feuerwehrler just zu der Zeit mit der Rennidee herauskamen, hatte Vroni Schöpf „die spontane Idee“ mitzumachen. Kein Wunder: Zu Wallgau hat Frau eh familiäre Beziehungen. Gesagt, getan. Seitdem trainieren die beiden ihre Tiere für den großen Auftritt. Vroni schwört auf ihren „Luisi“. „Der hat ein braves Gemüt“, sagt die 25-Jährige. Schwester Heidi hat dagegen ein ganz anderes Kaliber unterm Sattel. „Er ist sehr temperamentvoll.“ Dann lacht sie: „Wir ähneln uns sehr.“

Angefangen hatte es mit leichtem Führtraining. Dann kamen Sattel und Bauchgurt an die Reihe. „Die Ochsen sollen sich daran gewöhnen“, sagt Heidi Schöpf. Eine Pause wurde eingelegt, als es auf die Viehweide ging. Wieder im heimischen Trainingslager, wollte „Leo“ nicht so mitziehen. „Er hat seine pubertäre Phase gehabt und wollte mir zeigen, wer der Stärkere ist“, berichtet seine Reiterin. Nach einigen guten Ratschlägen aus dem Wallgauer Umfeld, klappte es aber. Außerdem hat Heidi Schöpf mit Quirin Weber aus Graswang einen sehr zuverlässigen Treiber gefunden – der ist Pflicht beim Rennen, um bei Missgeschicken sofort eingreifen zu können. Dreimal die Woche geht es zum Üben. Die Ausritte führen bis nach Bayersoien rein. Neulich legten Ochs und Reiterin sogar vorm Bäcker eine Pause ein. Über die Reaktionen der Passanten muss die 29-Jährige jetzt noch lachen. Überhaupt scheint der Anblick einige Autofahrer auf der Hauptstraße zu verwirren: „.Grad’, dass sie nicht gegen den Baum gefahren sind.“ Auch auf unzähligen Handyfotos wurde das Duo verewigt. Ein schwerer Ochs mit junger Frau darauf „ist halt sehr außergewöhnlich“.

Aber wie ein Pferd lässt sich so ein Ochs nicht reiten, musste sie feststellen. „Der hat voll Kraft. Außerdem hat er den Kopf immer unten. Da muss man aufpassen, das man nicht vornüber fällt.“ Eines hat sie schnell gemerkt: Es braucht einiges an gutem Zureden und Tricks, um das massige Tier zu bewegen. „Der Ochse ist nicht so sensibel wie ein Pferd“, weiß sie mittlerweile. „Der Leo ist eher ein Grobmotoriker. Es dauert, bis er was spürt.“ Über die körperliche Herausforderung, lacht die Echelsbacherin aber nur. „Du darfst halt keine Angst haben.“ Angst hat sie höchstens davor, dass ihr „Leo“ am großen Renntag in der Arena „An der Witter“ nicht so will wie sie. Ihr Hauptziel: „Ohne runterzufallen ans Ziel kommen.“ Und dann ist da der Lokalstolz: „Es wäre schon toll, wenn wir als Mädels einen vorderen Platz ergattern würden und Echelsbach bekannt machen.“ Doch da werden die anderen 20 Starter sicher etwas dagegen haben. Die Schöpf-Schwestern sind nicht die einzigen Damen am Start: Julia Schwarzenberger aus Wallgau und Elisabeth Hiebler aus Farchant stehen auch auf der Teilnehmerliste.

Andreas Baar

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