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G7-Gipfel: 50 Strafverteidiger für die Demonstranten

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G7 Gipfel 2015 Garmisch Partenkirchen Bayernhalle
Bis zu 50 Strafverteidiger werden während des Gipfels in der Bayernhalle in Garmisch-Partenkirchen untergebracht – denn jedem Bürger, der eingesperrt wird, steht Rechtsschutz zu. © Thomas Sehr

Die Bayernhalle in Garmisch-Partenkirchen wird während des G7-Gipfels 2015 zum Quartier für bis zu 50 Strafverteidiger und Zivilanwälte. Sie kommen für die Demonstranten.

Der G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau mobilisiert vom 7. bis 8. Juni viele Berufsgruppen. Neben Polizisten, Richtern, Dolmetschern und Staatsanwälten haben sich nun auch die Strafverteidiger und Zivilanwälte in Position gebracht. In der Bayernhalle, die ansonsten die Garmischer Trachtler beherbergt, werden die Juristen Quartier beziehen.

Ursprünglich sollte hier zum G7-Gipfel 2015 die Verpflegung für die Polizei bereit gestellt werden. Doch die Versorgungsfirma hat eine andere Lösung gefunden, versorgt die Beamten im benachbarten Abrams-Komplex, wo auch die Richter untergebracht sind. Damit wurde die Halle frei. Jetzt haben die Verteidiger sie angemietet.

Die Juristen kommen aus dem Oberland, aber auch aus München und mitunter aus ganz Deutschland. Sie wurden über verschiedene juristische Organisationen angeworben. Unter ihnen ist auch die Rostockerin Verina Speckin. Sie leitete beim Problemgipfel von Heiligendamm im Juni 2007 die Anwaltschaft. Aufgrund ihrer Erfahrung dürfte sie auch in Garmisch-Partenkirchen das Zepter übernehmen.

Bislang wurde die Organisation von der Rechtsanwaltskammer und der Initiative Bayerischer Strafverteidiger übernommen. Deren Kopf Hartmut Wächtler hofft auf insgesamt 50 Juristen, die für den Rechtsschutz der Demonstranten garantieren sollen. In Heiligendamm waren es damals zwischen 20 und 30 Anwälte. Angesichts der Eskalation hätte man mehr brauchen können. „Alle wollen das nicht nochmal sehen“, sagt Andreas von Mariassy, Mit-Organisator und Präsidiumsmitglied der Münchner Rechtsanwaltskammer.

Tatsächlich steht jedem Bürger, der eingesperrt wird, ein Anwalt zu. Entweder, er benennt einen Juristen seiner Wahl, lässt sich über ein Notfall-Telefon einen Anwalt beiordnen oder das Gericht weist ihm einen Verteidiger zu.

Die Unterbringung für den G7-Gipfel 2015 bereitete den Rechtsanwälten allerdings Kopfzerbrechen, denn sie waren im Konzept von Gericht und Polizei keine Selbstverständlichkeit. Während der Abrams-Komplex, ein ehemaliges Ferien-Center der Amerikaner, Richter, Polizisten und Randalierer unterbringt, wurde den Anwälten kein Platz zugewiesen. Die Planer offerierten ihnen örtliche Schnell-Imbisse oder Cafés, in denen sich die Juristen mit ihren Laptop-Büros niederlassen sollten. Doch eine örtliche Kanzlei buchte schließlich die Bayernhalle. Dort sollen nun Arbeitsbereiche aufgebaut und ein Internet-Zugang installiert werden. Der Weg bis zum Schnellgericht beträgt nur einige Fußschritte. Damit muss sich kein Anwalt an den Abrams-Komplex ketten, um wahrgenommen zu werden. Ähnliches war in Heiligendamm passiert, als sich neben der straff geführten Gruppe der Rostockerin Speckin ein wild zusammengewürfelter Haufen von Anwälten wiederfand.

G7-Gipfel: Themenseite, News-Blog und die wichtigsten Fakten

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst. In unserem News-Blog zum G7-Gipfel erfahren Sie die aktuellsten Nachrichten rund um das Großereignis auf Schloss Elmau.

Von Angela Walser

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