1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen

Polizei macht die Gullys dicht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Reinbold

Kommentare

null
Polizisten versiegeln derzeit die Gullys auf der G7-Strecke. © Thomas Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Kampf gegen Ärger aus dem Untergrund: Die Polizei versiegelt zigtausend Gullys für den G7-Gipfel. Jedoch nur auf bestimmten Straßen.

Update vom 11. Mai 2015: Beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau könnte es in diesem Jahr Gespräche über die Beziehung zu Russland, den Ukraine-Konflikt aber auch die BND- und NSA-Affäre geben. Wir berichten für Sie über alle Neuigkeiten und Entwicklungen vom Treffen den führenden Wirtschaftsnationen in unserem News-Blog.

Wer in den kommenden Tagen auf der B2 und den Straßen in Richtung Schloss Elmau Polizisten am Straßenrand stehen sieht, der wird sich wundern. Die Männer verrichten Arbeiten, die nicht elementar zu den Aufgaben gehören, wie die Bevölkerung diesen Beruf versteht. Mitglieder der Technischen Einsatzeinheit der Bereitschaftspolizei Dachau haben damit begonnen, die Gullys entlang der Protokollstrecke – das sind jene Straßen, die die Fahrzeuge der Staats- und Regierungchefs des G7-Gipfels nehmen, falls sie aufgrund der Wetterlage nicht die Helikopter benützen können, zu versiegeln.

„Diese Maßnahme läuft seit gestern“, sagt Hans-Peter Kammerer, Sprecher des G7-Planungsstabs. Sechs Zweier-Teams sind mit Unterstützung der Straßenmeisterei dabei, alles dicht zu machen. Die Polizisten werden während ihrer Arbeiten im Hintergrund von Kollegen mit Hunden unterstützt. „Es soll einfach nichts passieren“, erklärt Kammerer, der damit rechnet, dass die mehreren tausend Regenwassereinläufe innerhalb „der nächsten 14 Tage“ verschlossen sein werden.

Derzeit ist es Kammerer zufolge nicht geplant, auch die Gullys jener Straßen dicht zu machen, durch die die Demonstrationszüge der G7-Gegener führen werden. „Erstens stehen die Routen noch nicht fest, zweitens kann ich mir nicht vorstellen, dass Demos genehmigt werden, die die Protokollstrecke kreuzen“, meint der Polizei-Experte. 

Auch der Besuch von Delegationen aus den anderen G7-Nationen, die sich vor kurzem über das Sicherheitskonzept informierten, hat nichts über den Haufen geworfen. „Es gibt keine substanziellen Änderungen“, macht Kammerer klar. Mehr will und darf er nicht sagen. „Das sind alles sicherheitsrelevante Dinge.“

Der Sicherheit der Gipfelteilnehmer dient auch der Steinschlagzaun, der in den vergangenen Wochen um das Areal gezogen wurde. Diese Absperrung wird bereits intensiv bewacht – sowohl von Beamten der hiesigen Inspektion als auch Bereitschaftspolizisten. „Sie können sicher sein, dass es sich dabei um eine schlagkräftige Truppe handelt“, sagt Kammerer, der das gestern ausgesprochene Betretungsverbot für das Areal um das Tagungshotel Schloss Elmau begrüßt.

Das Landratsamt begründet die Anordnung mit der Gefahr von Anschlägen. „Aufgrund der erhöhten Gefährdungslage erfordert der G7-Gipfel einen entsprechend hohen Sicherheitsstandard“, heißt es in der Verfügung. Die Behörde rechnet mit gewalttätigen Ausschreitungen bei Demonstrationen. Im Internet würden entsprechende Aufrufe linksextremistischer Organisationen verbreitet. Das Betretungsverbot schränke zwar die im Grundgesetz garantierte Versammlungsfreiheit ein, sind sich die Juristen im Landratsamt bewusst. Es sei aber zur Gefahrenabwehr angemessen.

Peter Reinbold

Auch interessant

Kommentare