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G7-Gipfel: Ärger in der Sperrzone ums Eisstadion

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G7 Gipfel 2015 Schloss Elmau
Kein Durchkommen am Eisstadion. Hier ist Sperrgebiet für das Pressezentrum zum G7-Gipfel 2015. © Thomas Sehr

Garmisch-Partenkirchen – Sebastian Kummeth ist sauer: Er landete aus Versehen in der Sperrzone rund ums Eisstadion - und musste sich dann noch anpöbeln lassen.

Es sollte für Sebastian Kummeth und seine 17 Monate alte Tochter ein schöner Frühlings-Spaziergang werden. Der Grainauer war mit der kleinen Johanna samt Kinderwagen von Hammersbach in Richtung Bahnhof unterwegs, um die nächste Zahnradbahn am Zugspitz-Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen nach Hause zu erwischen. „Die Kleine war schon recht quengelig und wollte so schnell wie möglich nach Hause“, erzählt Kummeth. In etwa fünf Minuten sollte der Zug kommen. Auf dem Weg dorthin erwartete die beiden aber eine böse Überraschung.

Nahe dem Alpspitz-Wellenbad gerieten Vater und Tochter in die Sperrzone rund um das Presse-Zentrum für den G7-Gipfel. Erst beim Westeingang des Olympia-Eissportzentrums fiel Kummeth auf, dass er in einer Sackgasse stand. Das dort eingesetzte Sicherheitspersonal machte den Grainauer sogleich auf das gesperrte Gelände aufmerksam und forderten sie „unfreundlichst“ dazu auf, dieses sofort zu verlassen, sagt Kummeth. Einige Polizisten bekamen das Geschehen mit. Als Kummeth ihnen die Situation erklärte, boten die Beamten an, ihn und seinem Kind über das Areal zu eskortieren, damit die beiden den Zug noch erwischen. Die Mitarbeiter der Security-Firma lehnten diesen Vorschlag aber ab. Der Zug fuhr ohne Vater und Tochter.

„Die Situation war für mich wirklich unangenehm“, sagt der 28-jährige Taxiunternehmer. Dabei geht’s ihm weniger darum, dass er mit seiner „schreienden“ Tochter eine Stunde auf die nächste Bahn warten musste. Vor allem ärgert ihn, wie mit ihm umgegangen wurde. So habe der Chef der Sicherheitsfirma ihn mit „höhnischem und herablassendem Blick“ angesehen und seine Mitarbeiter lauthals ermuntert: „Sehr gut, Jungs. Auch bei solchen Fällen bloß nicht weich werden.“ Als Kummeth die Ausweise der Mitarbeiter verlangte, um sich zu beschweren, wurden ihm diese verweigert.

„Ich kann so was nicht verstehen und finde es furchtbar. Das ist ein Einschnitt in meine Freiheit“, schimpft Kummeth. „Schließlich bin ich Einheimischer und hatte an besagtem Tag mein kleines Kind dabei. Dass ich bei einer Absperrung nicht durchkann, ist das eine. Das verstehe ich. Aber mir das in so einem Ton zu vermitteln, hätte es wirklich nicht gebraucht.“

Mehr Verständnis hat er bei der Marktgemeinde erhalten, an die er sich nach dem Vorfall wandte. In einem Telefonat sei Zweiter Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU) „sehr freundlich“ gewesen. „Er hat versprochen, sich dafür einzusetzen, dass eine vernünftige Beschilderung an der Stelle angebracht wird, damit man gar nicht erst in die Sackgasse hineinläuft.“ Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer sowie ein Sprecher des Bundespresseamts versichern, dass man sich um eine Lösung in der Angelegenheit bemühe. „Es ist auch in unserem Interesse, dass es in diesem Bereich zu keinen Schwierigkeiten kommt“, betont Nöbauer. Kummeth stimmen diese Aussagen versöhnlich. „Das kann den Vorfall zwar nicht mehr ungeschehen machen, zumindest aber sollte er sich nicht mehr wiederholen.“

Magdalena Kratzer

G7-Gipfel: Themenseite, News-Blog und die wichtigsten Fakten

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst. In unserem News-Blog zum G7-Gipfel erfahren Sie die aktuellsten Nachrichten rund um das Großereignis auf Schloss Elmau.

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