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So sehen die Pläne für das Skistadion aus

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Von: Tanja Brinkmann

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In einem maroden Zustand präsentiert sich das Olympia-Skistadion derzeit den zahlreichen Besuchern.
In einem maroden Zustand präsentiert sich das Olympia-Skistadion derzeit den zahlreichen Besuchern. © Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Im Wandel der Zeit: Das Skistadion soll saniert und umgestaltet werden. Die Marktgemeinde rechnet mit einem "nennenswerten Zuschuss".

Das Skistadion zieht – täglich strömen hunderte Touristen und Tagesausflügler in die historische Sportstätte, bestaunen die große Olympia-Schanze, besichtigen die Anlage oder starten von dort zu einer Tour Richtung Partnachklamm oder Eckbauer. Geld verdient der Markt mit dieser Attraktion bislang nicht. Und somit fließt auch nichts in die Kasse, um das marode Denkmal vor dem drohenden Verfall zu retten. Das soll sich nun ändern. Die Regierung von Oberbayern hat während der Verhandlungen rund um den G7-Gipfel bereits mündlich zugesagt, die Gemeinde aus dem Topf der Städtebauförderung zu unterstützen.

„Wir gehen von einem nennenswerten Zuschuss aus“, unterstreicht Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Zahlen liegen ihr noch nicht vor, „es gibt nur eine sehr grobe Schätzung“. Der zufolge kostet allein der Bauunterhalt drei, der Ausbau zu einem Erlebnis-Parcours Olympia-Stadion noch einmal zwei Millionen Euro. Dem Vernehmen nach stehen 60 Prozent Unterstützung im Raum, werden tatsächlich sämtliche fünf Millionen Euro als förderfähig anerkannt, könnten drei Millionen Euro fließen.

In dieser Woche kam nun eine Vertreterin der Regierung von Oberbayern nach Garmisch-Partenkirchen, um sich vor Ort ein Bild von dem Vorhaben zu machen. Der Markt jedenfalls hat seine Hausaufgaben gemacht. Das Konzept, wie das Areal touristisch vermarktet werden kann, steht. Und der Tourismusausschuss hat die Pläne bereits nicht-öffentlich abgesegnet. Im Gegensatz zur Olympia-Erlebniswelt, die vor einigen Jahren im Raum stand, solle nun kein Neubau im Umfeld des Stadions entstehen, erklärt Tourismusdirektor Peter Nagel. „Stattdessen werden bestehende Ressourcen genutzt, verbunden und erweitert.“ Dadurch werden Gästen und Einheimischen „spannende Erlebnisse geboten – inhaltlich und räumlich“.

Entscheidend für Nagel ist außerdem, dass der gesamte Bereich neu strukturiert wird. Dazu zählt er das Stadion selbst inklusive der Ausstellung „Die Kehrseite der Medaille“, die Schanze samt Schrägaufzug, Sprungrichter- und Zeitmesserhaus sowie den Gudiberg-Sessellift. „Eine einfache Wegführung, Informationen über das Angebot und Veranstaltungen gehören genauso dazu, wie einladende Sitzgelegenheiten auf den Tribünen, ein zusätzliches Gastronomieangebot, etwa ein Schanzen-Café, und ein Shop.“ Möglich sei zudem, Sommerrodelbahn, Kainzenbad, Skatepark, Eckbauerbahn, Partnachklamm und die historische Bobbahn in das Gesamtkonzept einzubeziehen und das Stadion zum Startpunkt verschiedener Touren zu machen.

Themen, die sich den Kölner Konzeptplanern zufolge rund um das Stadion und den Gudiberg anbieten, sind Sport, Stars, Kultur und Geschichte, Architektur, Lernen und Begreifen, Aktivität, Genuss sowie Wellness und Natur Gelingt das, dann generiert der Markt endlich Einnahmen mit der historischen Stätte. Aktuell muss er jedes Jahr zwischen 500 000 und 750 000 Euro Defizit schultern. Um die Pläne zu realisieren, stehen nun auch Termine mit allen Rathaus-Abteilungen an, die in irgendeiner Weise mit dem Stadion betraut sind. Auch die Nutzer des Stadions, wie der Skiclub Partenkirchen und der Olympiastützpunkt, werden ins Boot geholt. „Da geht’s darum, ihre Wünsche und Ideen abzufragen“, sagt Nagel. Zudem werden sämtliche bestehenden Verträge durchforstet und dann ein Businessplan für den Betrieb erstellt.

Nach der Bestandsaufnahme, die möglichst im Juli abgeschlossen sein soll, folgt dieser Nagel zufolge im Herbst. „Unser Ziel ist es, 2016 ein fertiges Konzept vorliegen zu haben und dann loszulegen.“ Ihn stimmt positiv, dass das Gelände rund um die Sprungschanzen endlich angepackt wird. „Das Stadion ist eine wichtige Säule für den Tourismus, wird es nach den groben Plänen, die uns schon vorliegen, umgestaltet, dann bedeutet das für uns ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.“ Genau daran liegt Meierhofer, die dieses Projekt als Gipfel-Erbe ausgehandelt hat. „Mein Interesse ist, dass bald etwas vorangeht. Das verfolge ich mit Nachdruck.“ Diesen Einsatz bestätigt auch der Tourismusdirektor: „Über Frau Dr. Meierhofer haben wir einen sehr guten Draht zur Regierung. „Jetzt stoßen wir wieder auf offene Türen.“

Tanja Brinkmann

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