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Brigitte Fassbaender gönnt sich zum Abschied einige „Zuckerl“.

Brigitte Fassbaender wird der Abschied versüßt

100.000-Euro-Spende für Richard-Strauss-Festival

Garmisch-Partenkirchen - 100.000 Euro machen’s möglich, dass sich Brigitte Fassbaender für ihr letztes Richard-Strauss-Festival 2017 ein paar Zuckerl gönnt. Die großzügige Spende versüßt ihr den Abschied. Wie es nach ihr weitergeht, steht noch nicht fest.

Es ist ein Zwiespalt der Gefühle, in dem sich Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) befindet. Einerseits empfindet sie pure Freude angesichts dessen, was Kammersängerin Brigitte Fassbaender ihrem Publikum beim Richard-Strauss-Festival 2017 in Garmisch-Partenkirchen beschert. „Gerade auf die drei Orchesterkonzerte freue ich mich sehr“, verrät die Bürgermeisterin bei der Programmvorstellung in München. „Von Held und Welt“ ist die Reihe überschrieben, die vom 24. bis 30. Juni dauert „und die zudem durch viele kleine Mosaiksteine überzeugt“.

Was die Künstlerische Leiterin Fassbaender seit 2009 auf die Beine stellt, verdiene höchsten Respekt. Das Budget, aus dem sie schöpfen kann, ist nämlich mit circa einer halben Million Euro verhältnismäßig gering. Den Löwenanteil schultert nach wie vor die Marktgemeinde. Allein in diesem Jahr flossen 270000 Euro fürs Strauss-Festival. Ein Betrag, von dem Meierhofer zufolge einiges im Ort bleibt. Die 10000 Euro etwa, die für die Miete der Alpsitz-Halle im Olympia-Eissportzentrum an die Gemeindewerke gezahlt wurden, die ungefähr 15000 Euro, die über die interne Verrechnung beim Bauhof landeten. Oder das Geld, das an GaPa-Tourismus geht. Auch die Handwerker, die mit dem Bühnenbau und anderen Aufgaben betraut sind, kommen meist aus Garmisch-Partenkirchen. Wie die Hotels, in denen die Künstler wohnen, für die heuer 30000 Euro ausgegeben wurden.

Trotz dieser Wertschöpfung ist ihr bewusst, dass nicht die 27000-Einwohner-Gemeinde allein ein Festival stemmen kann, das den bedeutendsten bayerischen Komponisten würdigt. Und da kommt Frust auf bei der Bürgermeisterin, die seit ihrem Amtsantritt dafür kämpft, dass endlich auch der Freistaat seiner Verantwortung für den großen Bayern nachkommt. „Seit ich im Amt bin, ist der Zuschuss zwar von 25000 erst auf 40000 und aktuell auf 75000 Euro erhöht worden, aber das ist noch immer lächerlich.“ Daher arbeiten sie und Dr. Christian Wolf, Leiter des Richard-Strauss-Instituts, seit vielen Monaten darauf hin, das Bewusstsein im Kultusministerium zu wecken und endlich in eine andere Förderkategorie aufzusteigen. Davon hängt auch die Zukunft des Festivals ab, schließlich gibt Fassbaender im kommenden Jahr ihre Abschiedsvorstellung. „Wir haben ein Nachfolgekonzept“, sagt die Bürgermeisterin. Welches, das lässt sie sich nicht entlocken. „Noch hat der Gemeinderat nichts abgesegnet.“

Was derweil längst in trockenen Tüchern ist, ist das Programm für 2017. Für ihr neuntes und zugleich letztes Festival gönnt sich die Künstlerische Leiterin „ein paar Zuckerl“. Möglich macht das ihr guter Freund, der Unternehmer Peter Eugen Eckes, durch seine großzügige Spende in Höhe von 100000 Euro. „Dadurch konnte ich etwas luxuriöser planen“, unterstreicht Fassbaender und lacht. Das Ergebnis: „Ich habe einige persönliche Favoriten aus den vergangenen Jahren eingeladen“ – wie die A-Capella-Formation „The King’s Singers“, die Sopranistin Christiane Karg, den Pianisten Bertrand Chamayou oder das Klassik-Kabarett „Bidla Buh“.

Worauf sich die Kammersängerin auch freut, ist die Alpensinfonie, die das Nationale Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks unter der Leitung von Alexander Liebreich im Eisstadion spielt. Das perfekte Stück für Strauss’ Wahlheimat und für ihren Abschied.

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