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Fesch herausgeputzt kamen die Garmisch-Partenkirchner vor 40 Jahren zur Flugzeugtaufe nach München-Riem. Mit dabei: Rosi Mittermaier (Mitte, roter Overall).

Lufthansa-Patenschaft startet mit Jungfernflug samt Abstecher 

Vor 40 Jahren hebt Airbus "Garmisch-Partenkirchen" ab

Garmisch-Partenkirchen - Vor 40 Jahren wurde der erste Lufthansa-Airbus auf den Namen „Garmisch-Partenkirchen“ getauft. Christian Neureuther und Rosi Mittermaier erinnern sich an den Jungfernflug. Er markiert den Start einer Patenschaft, die Touristiker vertiefen wollen.

Der Pilot, ein Reit im Winkler. Wie auch die frischgebackene Doppel-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier. Freilich haben sich die zwei bestens verstanden, wie sie da im Cockpit geratscht haben. Auch diesem Piloten ist es zu verdanken, dass sich Mittermaier und ihr Mann Christian Neureuther so genau an diesen Flug vor 40 Jahren erinnern können – der an und für sich schon außergewöhnlich war: Am 6. Mai 1976 startete der Airbus A300 mit Namen „Garmisch-Partenkirchen auf seinen Jungfernflug. Damit begann die Patenschaft der Marktgemeinde mit Lufthansa, die bis heute Bestand hat.

Nach wie vor ist ein Flieger, ein Airbus A321, als „Garmisch-Partenkirchen“ europaweit unterwegs.

Mit 253 Passagieren an Bord hob der Airbus in München-Riem ab – in vielerlei Hinsicht eine Premiere. Denn er trug nicht nur als erster Flieger den Namen der Marktgemeinde. Zudem war es der erste Airbus, der jemals in der Lufthansa-Flotte flog. Darüber hinaus kam der A300 als erstes zweistrahliges Großraumflugzeug der Welt auf Kurz- und Mittelstrecken zum Einsatz. Daten wie diese dürften die feierliche Gesellschaft aus dem Landkreis damals nicht ganz so brennend interessiert haben. Die Aufregung rundherum war zu groß. Besonders in der Luft.

Nach Garmisch-Partenkirchen und zur Zugspitze steuerte der Pilot die Maschine. Und wie dieser „Riesenvogel über das Platt gedonnert ist – da war’s ruhig an Bord“, erzählt Neureuther, in dem die Begeisterung über diesen „herrlichen Tag“ sofort wieder lebendig wird. Über das Inntal und Innsbruck ging’s zurück – samt Abstecher. Denn wie gesagt: Der Pilot und Skistar Mittermaier, die drei Monate zuvor als „Gold-Rosi“ von den Winterspielen in Innsbruck heimkehrt war, haben denselben Geburtsort. Ob sie über Reit im Winkel heimfliegen sollen, schlug der Pilot vor. „Freilich, wenn das geht.“ Es ging. Auch über Mittermaiers Heimat, der Winklmoosalm, senkte der Pilot den Vogel, bevor er ihn nach Riem steuerte.

Einmaliges Konzert in mehreren Tausend Metern Höhe

Mittermaier selbst ist vor allem die Stimmung an Bord in Erinnerung geblieben. Immer wieder spielte die heimische Kapelle auf. „So etwas habe ich nie wieder erlebt. Dass die ganze Blasmusik im Flieger sitzt – eindrucksvoll.“ Unter ihnen war Markus Hirthammer von der Musikkapelle Partenkirchen, die kleine Trommel auf dem Schoß. Das Mini-Konzert in mehreren Tausend Metern Höhe blieb auch für ihn ein einmaliges Erlebnis. Freilich habe auf Reisen mal einer die Ziach ausgepackt. „Nur dürfen die großen Instrumente nicht ins Handgepäck.“ Normalerweise. Beim Jungfernflug lief alles anders.

Auftritte hatten Hirthammer und Co. – er kann sich nur an die Partenkirchner Musikanten erinnern – zudem während der Tauffeier im Hangar. „Rosi Mittermaier hat dirigiert.“ Als Taufpatin aber trat vor 40 Jahren eine andere auf: Elisabeth Schumpp, Ehefrau des damaligen Bürgermeisters von Garmisch-Partenkirchen, Philipp Schumpp.

Platteleinlage am Boden, Konzert in der Luft: Im Hangar und auf dem Jungfernflug war einiges geboten.

Solche Zeremonien werden heute nicht mehr veranstaltet. Dabei fliegt die „Garmisch-Partenkirchen“ nach wie vor – freilich ein Nachfolger des A300. Den schickte die Lufthansa 1983 in den Ruhestand. Die Patenschaft wechselte danach auf einen A310. Seit dem 27. Oktober 1994 trägt ein Airbus A321 Wappen und Namen des Marktes. Europaweit war dieser bisher auf 39 677 Flügen rund 52 400 Stunden in der Luft. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer bezeichnet die Maschine als „Botschafterin unseres Ortes“.

Offenbar fällt der Schriftzug tatsächlich auf. Gäste hätten ihn und seine Mitarbeiter schon öfter darauf angesprochen, sagt Tourismusdirektor Peter Nagel. Eine gute Werbung. Effektiv und kostengünstig. Denn ihm zufolge entsteht dem Markt beziehungsweise GaPa-Tourismus durch die Patenschaft weder eine finanzielle noch anderweitige Verpflichtung. Das bedeutet aber auch: „Eine enge Zusammenarbeit gibt es aktuell nicht.“ Das möchte Nagel nun ändern.

Diese Taufe „war und ist eine Auszeichnung für den Ort“, betont er. Doch sieht Nagel hier „das Potenzial nicht ausgeschöpft“. Deshalb nimmt er die 40 Jahre Patenschaft zum Anlass, um sich um eine intensivere Kooperation mit Lufthansa zu bemühen. Aktuell besteht eine solche mit der Bayerischen Zugspitzbahn. Gemeinsam will man Gäste in Zielorten der Fluglinie für eine Reise nach München beziehungsweise Garmisch-Partenkirchen gewinnen.

Seitens des Luftfahrtunternehmens dürfte man Gesprächen grundsätzlich nicht abgeneigt sein. Zumindest lässt Konzernsprecher Florian Gränzdörffer zur 40-jährigen Patenschaft wissen: „Sie signalisiert unsere Verbundenheit mit Garmisch-Partenkirchen, woher auch viele Lufthansa-Passagiere kommen.

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