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Krasses Bild: Elf Flüchtlinge campieren vor dem Landratsamt.

Aus Protest gegen ihre Unterkunft

Asylbewerber campieren vor Garmischer Landratsamt

Garmisch-Partenkirchen - Um gegen die zugewiesene Unterkunft zu protestieren, campieren elf Flüchtlinge seit drei Tagen vor dem Landratsamt. Eine Lösung gibt's derzeit nicht.

Die sieben Frauen, darunter eine Hochschwangere, und vier Männer sind verzweifelt und haben vor allem große Probleme, sich zu verständigen. „Sie sind hierhergekommen, um Freiheit zu finden“, erklärt Djabbar Mirza. „Bisher war das vergeblich.“ Der Iraker unterstützt die Flüchtlinge aus Eritrea bei ihrem Protest, übersetzt, soweit es ihm möglich ist. Und er teilt ihr Anliegen. Auch er fühlt sich in der Unterkunft im früheren Hotel Hirth in Grainau nicht wohl. Auch er kommt mit dem Essen nicht zurecht, würde gerne selber kochen.

Dazu kommt, dass die Frauen Angst vor einem Mann haben, der ebenfalls in dem idyllisch gelegenen Haus an der Loisachstraße wohnt. „Er belästigt sie“, übersetzt Mirza, was ihm die aufgebrachten 23- bis 25-Jährigen erzählen.

Eine Lösung scheint nicht in Sicht. Angebote von Seiten des Landratsamtes, vorübergehend im ehemaligen Patton-Hotel an der Osterfelderstraße unterzukommen, haben die Afrikaner und Iraker ausgeschlagen. Auch die Ferienwohnung, in die die 30-jährige werdende Mutter und – soweit es der Platz zugelassen hätte – einige der Frauen kurzzeitig hätten einziehen können, verweigerten sie. „Ihnen geht’s darum, einen endgültigen Weg zu finden“, sagt Mirza.

Die Situation scheint ausweglos. Deshalb hat das Landratsamt bereits Kontakt mit der Regierung von Oberbayern aufgenommen. Im Landkreis wird es nach Auskunft von Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde, schwierig, eine passende Unterkunft zu finden. „Es kommt natürlich auch auf die Kompromissbereitschaft der Asylbewerber an.“

Die signalisieren sie am Mittwochnachmittag – unisono. Ihnen sei durchaus klar, dass sie sich eventuell trennen müssten, lassen sie durch Mirza ausrichten. Noch ist allerdings nicht klar, wie es langfristig weitergeht. Und solange duldet das Landratsamt offenbar, dass die Flüchtlinge vor dem Neubau campieren.

Tanja Brinkmann

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