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Am Ziel: Stephan Adelberger (r.) und Andreas Mayr bei Spiel eins der NBA Finals

Tagblatt auf US-Tour

Ball(er)Männer (II): Von zwei Kämpfen und dem Basketball-Guru

Landkreis - Rettung ist in Sicht! Auf ihrem Trip zu den NBA Finals treffen Stephan Adelberger und Andi Mayr den deutschen Basketball-Guru, einen wandelnden Reiseführer. Teil zwei der Kolumne aus San Francisco.

Zwei Bayern alleine in den Staaten: Die beiden Tagblatt-Mitarbeiter Stephan Adelberger und Andreas Mayr berichten zwei Wochen lang von den Endspielen der besten Basketballliga und ihren Abenteuern in der Kolumne Ball(er)Männer. Hier die zweite Ausgabe:

Alles Plastik, oder was?

Manche  Probleme dieser Welt sind den Amerikanern nicht so wichtig. Wir wissen, dass das jetzt nach Klischee klingt. Aber wir sind unschuldig. Was würdet ihr denn denken, wenn euer Frühstücks-Buffet so aussieht: Teller, Müslischüssel, Besteck: aus Plastik. Marmelade und Butter: in Plastik. Die Bagels: nach Stunden im (Plastik-Behälter) hart wie Plastik. Und jetzt sagt noch einer, die Amerikaner scheren sich ums Plastikfasten. Nebenbei: Kennt einer schnell das englische Wort dafür, fragen wir uns gerade. Wir nicht. Haben ja schon Schwierigkeiten, wenn uns amerikanische Kassiererinnen fragen, ob wir den Bon haben wollen. Also schnell "Plastikfasten englisch" gegoogelt. Viele Treffer auf der ersten Seite. Allerdings keine Übersetzung. Erklärt einiges. Andi, den jedes Mal beim Besuch in der Salatbar neben der Redaktion Gewissensbisse plagen, wenn er seinen mexikanischen Tunfisch-Salat aus der Plastikschüssel löffelt, sagt sich: "Haben wohl keinen Bock auf abspülen." Muss er gerade reden, der im Hotel Mama eine Spülmaschinen-Flatrate gelöst hat.

Die Premiere: Stephan gegen Sicherheitsbeamten

Das Hotel

Aber wir schweifen ab. Es gibt wichtigere Dinge. Weswegen waren wir gleich hier? Klar, NBA Finals sind auch noch. Auf zur Halle. Akkreditierungen abholen. Zu Fuß keine gute Idee. 20 Minuten irren wir durch die Stadt, obwohl das Stadion vom Hotel aus schon zu sehen ist. Fußwege meiden die Amerikaner scheinbar. Ein einziges Mädchen treffen wir, das unsere Notlage erkennt und uns zum Stadion lotst. Hilfsbereit sind sie hier alle, das muss man erwähnen. Unsere Akkreditierungen - übersetzt: Eintrittskarten für Journalisten - liegen in großen weißen Containern bereit. Die Dinger sehen so aus, als könnten sie gleich im Hafen auf einen dieser Monster-Tanker verladen werden, die sich auf nach China machen. Wo sie wahrscheinlich auch herkommen. Die wertvolle Ware bewacht ein Sicherheits-Beamter, der Stephan ganz misstrauisch beäugt. Todesblick zurück. Doch beide am Leben. 

Das Duell wird unterbrochen, weil die Tür aufgeht. Großer Mann, mindestens 1,95 Meter, Glatze, Basketball-Shorts. Moment mal, den kennen wir doch. Ein Kurzes "Servus, Dre". Der dreht sich um und denkt sich wohl: "Was für abgefahrene Typen sind das denn." Wir denken zurück: "Lieber Gott, wie viel Dusel hast du uns eigentlich mit auf den Weg gegeben." Dre - der eigentlich Andre Voigt heißt - ist der deutsche Basketball-Guru, wohnt im selben Hotel, fährt einen Mietwagen, kennt Gott, die Basketball-Welt und - am wichtigsten: San Francisco. Paar Minuten später steht fest: Der Mann ist engagiert als Guide. Koste es, was es wolle. Eine echte Multi-Funktionswaffe. Fast Food-Experte, Shopping-King, Finals-Veteran - Dre liefert für jede Lebenslage den richtigen Tipp. Das bayerische Duo hat sich zum deutschen Trio vergrößert. 

Duell des Jahres: Stephan gegen Delli

Die Arena während der Nationalhymne.

Aber jetzt nochmal aufpassen. Höhepunkt. Ganz wichtig. Soll ja eigentlich nicht am Schuss stehen, passt aber nirgends anders hin. Spiel 1. Golden State Warriors gegen Cleveland Cavaliers. Drei Stunden vor Spielbeginn ins Stadion. Stephan hätte sich fünf Minuten später das ganze fast vor der Halle anschauen dürfen. Wenn der Bursche nicht so ein verdammtes Dusel gehabt hätte. Der Kerl ist so aus dem Häuschen - ungefähr so, als ob man an eine unglaublich super-attraktive Frau zum ersten Mal sieht -, dass er blind durch die Gänge der Arena läuft. Gerade marschieren die Cavaliers in die Umkleide. Wie in Zeitlupe bewegen sich zwei aufeinander zu: Stephan, der nicht bremsen will, und Matthew Dellavedova, Spieler der Gäste. Verdammt, das wird eng. "Stop", brüllt der Sicherheitsbeamte. Hilft nix. Stephan geht weiter. Jetzt kann nur noch der Retter aus einem schlechten Agentenfilm etwas ausrichten, der dazwischen hechtet. Der taucht nicht auf. Pech. Braucht er auch nicht. Die beiden rauschen Zentimeter aneinander vorbei. Der Sicherheitsbeamte - wichtig: nicht der gleiche wie davor - murmelt irgendwas. Muss was Böses sein, und er versucht Stephan, mit seinem Blick niederzustrecken. Doch der überlebt wieder. Nicht aber seine Cavaliers, die Spiel eins der Serie verlieren.

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Stephan Adelberger

Stephan Adelberger

E-Mail:info@merkur.de

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