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Die Lombard Street.

Tagblatt bei den NBA Finals

Ball(er)Männer (III): Verloren in San Francisco

Landkreis - Das Abenteuer geht weiter. Unsere zwei Kollegen verirren sich in den Straßen von San Francisco und tauchen ins Nachtleben ein. Teil drei der Kolumne aus den USA.

Zwei Bayern alleine in den Staaten: Die beiden Tagblatt-Mitarbeiter Stephan Adelberger und Andreas Mayr berichten zwei Wochen lang von den Endspielen der besten Basketballliga und ihren Abenteuern in der Kolumne Ball(er)Männer. Hier die dritte Ausgabe:

Menschen beobachten die Seelöwen am Pier 39 in Fisherman's Wharf

Der ultimative Tipp für Urlauber, die einmal nach San Francisco wollen: Bevor ihr zur Golden Gate Bridge aufbrecht, lohnt sich der Blick in eine Webcam. Denn oft sieht man das Ding einfach nicht. Versteckt sich hinter großen, dicken Wolken, die nicht verschwinden wollen. Andi, der Hobby-Fotograf mit dem Profi-Material, verzweifelt. Zweimal fährt der deutsche Trupp in "The City", so nennen die Einheimischen San Francisco, zweimal geht er leer aus und sieht: genau gar nichts von der Brücke. Ein paar Dinge, die es zusätzlich immer zu beachten gibt: Raus mit Pulli oder Jacke. Selbst wenn die Sonne vom Himmel brennt, fegt ein Lüftchen durch die Küstenstadt. Jetzt versteht auch Stephan, warum er besser doch einmal auf seine geliebten Polo-Shirts verzichten hätte sollen. Nicht fehlen darf ein Stadtplan - oder wahlweise ein Internetfähiges Handy. Denn sonst seid ihr verloren. 

Der Deal des Jahres

Gut, Fisherman's Wharf findet noch jeder. Einfach solange geradeaus laufen, bis nur noch das Wasser einen aufhält. Fertig. Das Hafenviertel ist eine Attraktion - und ziemlich lang. Eine Stunde rennen die zwei am Ufer entlang und gegen den Wind an. Andi denkt sich: "Wäre ich doch am Morgen nur nicht aufs Laufband gestiegen." Stephan hungert. Wenn der Bursche was zu Essen braucht, dann ist er nicht leicht zu ertragen. Also Notfallplan. Schnellstmöglich her mit einem Imbiss. Am besten Fast Food. Auf ausgewogene Ernährung legt Stephan (ein Fitness-Studio Junkie) keinen Wert, sobald sein Leben auf dem Spiel steht. Am liebsten wäre ihm ja der "In-N-Out-Burger-Laden". Der ist nur ähnlich voll wie ein Block in der Oracle Arena bei den NBA Finals. Nächster Versuch - nein, das gibt's ja nicht - ein Laden mit - ist das wirklich war - Pizza für vier Dollar. Der Deal der Stadt, ach was, der Deal des Jahres. So was haben die beiden nicht mal in ihren Stammrestaurants in Murnau und Garmisch-Partenkirchen erlebt. Bestellt, gezahlt, geschockt. 19 Dollar??? Ja, für eine Cola verlangt die Hütte eben 5 Dollar plus Steuern. Wenig später steht das Essen auf dem Tisch. Pizza darf man das nicht nennen. Dafür unterschreitet das Teig-Teilchen die Mindestgröße. Ein Spiegelei hat einen größeren Umfang. 

Eine Straße in San Francisco

Wenn doch nur alles in San Francisco so klein wäre wie diese Pizza. Die Wege sind es auf jeden Fall nicht. Erst tauchen die US-Touristen auf einer sonderbaren Party auf. Ein paar hundert Menschen tanzen auf einer Wiese wild ab. Aber wo ist die Musik? Erst später merken sie: Alle tragen Kopfhörer. Doch nun zum Irrgang. Die ultrasteilen Straßen ziehen an wie eine Fata Morgana. Dagegen ist der Ohlstädter Heimgarten eine Schnellstraße. Hechelnd schleppt sich das Duo nach oben. Vorbei an einer endlosen Auto-Schlange. Komisch, Stau um vier Uhr Nachmittag. Sieht aus, wie beim drive-trough von McDonalds. Nun, so etwas ist das tatsächlich. Die Autos stehen an, um einmal die Serpentinen der Lombard Street mit Blick über San Francisco zu befahren. Das erfahren die Urlauber natürlich erst hinterher. Sie kennen sich nicht mehr aus. Vor, zurück, sieht alles gleich aus. Stadtplan hängt nirgends aus. Schilder für öffentliche Verkehrsmittel hat sich die Stadt gespart und lieber unzählige US-Flaggen aufgehängt. Nächster Rettungsplan. Laufen, bis die Hochhäuser auftauchen. Vorbei am vielleicht schönsten Freiplatz der Stadt mit der Skyline im Hintergrund, vorbei am Colt Tower, dem großen Aussichtsturm mit Blick über die Bay Area. Irgendwann taucht ein Laden auf. "Verizon wireless" - ein Internetanbieter. Die Rettung. Wer mit WLAN wirbt, muss WLAN bieten. Tatsächlich. Kurz den Weg gecheckt. 100 Meter zur Bahn-Station. Insgesamt: neun Meilen in vier Stunden. 

Alkohol Nein, hübsche Mädchen Ja

Doch den beiden reicht's noch nicht. Wenn schon San Francisco, dann bei Nacht. Diesmal zu viert. Dre und ein Spezel, der mittlerweile auch angekommen ist, packen sie ins Auto. Ab geht das Abenteuer. Erster Halt: Parkplatz. 15 Dollar will der Wächter haben, für den ganzen Abend. Fairer Deal. Zweiter Halt: Pizzeria. Diesmal läuft's andersherum. Erst Ware, dann Geld. Zwei saftige, fettige, leckere Stücke zu je 3,70. Ha, doch noch ein Schnäppchen. Dritter Halt: Bar mit Live-Musik. Kann ja ein gemütlicher Abend werden. Wie? Der Kerl am Eingang will Ausweise sehen. Die liegen im Hotel. Gut gepolstert im Koffer. Andi, der gerne über jede Sinnlosigkeit diskutiert, fängt gar nicht erst ein. Dre muntert die enttäuschten Bayern auf: "Rookie-Fehler. Ihr lernt es auf die harte Tour." Ohne Ausweis ist hier nicht leicht Bierchen trinken. Mit den Frauen geht es anscheinend leichter. Mann müssen wir gut aussehen, oder warum sprechen uns auf dem Rückweg so unglaublich viele leichtbekleidete Mädels an. Aber nein, nochmals möchten wir uns hier nicht verirren. Mit Dre geht's heim, und daheim ins Bett. Gute Nacht, San Francisco.

Stephan Adelberger

Stephan Adelberger

E-Mail:info@merkur.de

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