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Besichtigungstermin 2015: Am Stangengerüst sollte die Höhe des Gebäudes deutlich werden. 

Künftige Nachbarn müssen in den sauren Apfel beißen

Bauausschuss fällt Zwangsentscheidung

Garmisch-Partenkirchen - Es geht nicht anders: Der Bauausschuss hat dem Bebauungsplan für das umstrittene Anwesen am Mühlbach zugestimmt. Aus rein rechtlichen Gründen. Die künftigen Nachbarn, die den Verlust ihres Bergblicks befürchten, müssen die bittere Pille schlucken.

So richtig leicht ist es keinem gefallen, seine Hand nach oben zu strecken. Aber was sein muss, muss sein. Der Bauausschuss des Marktgemeinderates Garmisch-Partenkirchen hatte keine andere Wahl, wenn er eine Schadensersatzklage des Bauherren abwenden will. Also hob jeder einzelne seine Hand und votierte für den Bebauungsplan für das viel kritisierte künftige Anwesen mit Tiefgarage am Mühlbach. „Einstimmig“, stellte Bürgermeister Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) fest. „So schmerzlich das ist.“

Bis es soweit kam, informierte Bauamtsleiter Jörg Hahn über sämtliche Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sowie der Bürger. Er nahm sich Zeit, denn einige der betroffenen künftigen Nachbarn, die – wie berichtet – angesichts der Höhe der neuen Immobilie um ihren Bergblick bangen, verfolgten die Sitzung. Teilweise stammten die Einwände von ihnen. Doch Hahn entkräftete sämtliche Bedenken, wie mögliche auftretende Schäden an den Bestandsgebäuden oder eine zunehmende Verkehrsbelastung. „Besser wird’s nicht“, gab er zu. „Aber wir verletzen keine Grenzen.“ Auch zum Beispiel an den zwei und drei Vollgeschossen wird nichts mehr umgekrempelt. An dem Paket an Befreiungen, das das Gremium im September 2015 geschnürt hatte, hält es ebenso fest. Gab es da noch das Problemkind, den Immissionsschutz. Denn die Regelungen reichten nicht aus, um die Immissionen, die vom angrenzenden Handwerksbetrieb ausgehen, so zu begrenzen, dass entsprechende Werte im Bereich der umliegenden Wohnbebauung einhaltbar waren. Jetzt arbeitete man die Ergebnisse eines schalltechnischen Gutachtens ein.

Sogar von der Regierung von Oberbayern hat man sich beraten lassen. „Die hat anerkannt, dass wir seriös damit umgehen“, bestätigte Hahn. Von ihr stammte auch die Empfehlung, dass die alten Regelungen einer Anpassung bedürfen. Denn das Volumen für das 4700 Quadratmeter große Areal ist vor 40 Jahren festgesetzt worden. Das führte Nöbauer zufolge zur Aufstellung des Bebauungsplanes.

Mit diesem müssen die Betroffenen nun leben. Einer der Mühlbach-Anwohner, Josef Gröschl, meldete sich zu Wort. „Ich bin enttäuscht. Unsere Anwesen werden entwertet.“ Das kann die Rathauschefin nachvollziehen, die Situation aber nicht ändern. „Wir waren alle schockiert über die Dimension des Baurechts“, machte sie deutlich. Trotzdem darf die Gemeinde Eigentum nicht antasten. Daran lässt sich nicht rütteln. „Wenn wir es verringern, ist das eine Minderung des Wertes, was eine Teilenteignung wäre“, erklärte sie. Das Projekt, hinter dem die Bauträger Thomas Klee und Johann Meier von der Firma Grammer Immobilien sowie Planfertiger Klement Baudrexl stehen, ist nicht zu verhindern.

Angesichts der bedröppelten Gesichter bei den Besuchern der Sitzung versuchte Meierhofer, das Bauamt zu verteidigen. „Es hat selten so viel Zeit und Energie in ein Projekt gesteckt, um dieses zu prüfen.“ Nur, um es so verträglich wie möglich zu gestalten. Auch Claus Gefrörer (CSU) unterstrich, dass man stets auf der Suche nach Verbesserungen gewesen ist. „Wenn wir gekonnt hätten, hätten wir es in ihrem Sinne umgesetzt.“ Die Anwohner aber müssen den Beschluss als Niederlage verbuchen. Eine, die schmerzt.

Gröschls einziger Wermutstropfen: „Ich kann mir nicht vorwerfen, dass ich dagegen nichts unternommen hätte“, sagte er nach der Sitzung. Diesen Kampf führte er nicht für sich, sondern für den Nachwuchs.

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