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Selfie vor dem neuen Domizil: Gernot Auer und seine Freundin Romana Knabl übernehmen im Sommer 2017 die Knorrhütte.

Neuer Wirt hat bereits Bergerfahrung

Zwei Neue für die Knorrhütte

Garmisch-Partenkirchen  Die Wandersaison neigt sich dem Ende zu. Seit 4. Oktober ist die Knorrhütte im Wettersteingebirge geschlossen, ab diesem Montag verabschiedet sich die Höllentalangerhütte in die Winterpause. Doch der nächste Sommer wirft seine Sonnenstrahlen voraus.

Ob er denn weiß, worauf er sich da einlässt. Die Frage hat Gernot Auer in den vergangenen Wochen öfter gehört. „Macht’s mir keine Angst“, sagt der junge Mann jetzt, als ihn jemand zum x-ten Mal skeptisch auf seine Zukunftspläne anspricht. Er sagt’s in seinem breiten Pitztaler Dialekt und lacht laut dabei. Ja freilich wisse er, worauf er sich einlässt. Und er freut sich darauf. Im nächsten Sommer übernimmt der 24-Jährige die Knorrhütte. Für ihn quasi nur ein Umzug. Denn diesen Sommer hat er auf der Höllentalangerhütte auf 1387 Metern Höhe verbracht, die sein Vater Thomas Auer mit Ehefrau Silvia seit 2010 bewirtschaftet und die 2015 als Neubau eröffnete.

Die Knorrhütte liegt auf 2051 Metern Höhe, ebenfalls im Wettersteingebirge, ebenfalls unterhalb der Zugspitze, allerdings oberhalb des Reintals. Zu erreichen ist auch sie nur zu Fuß. Lebensmittel, Getränke und alle weiteren wichtigen Utensilien für die Bewirtschaftung bringt der Helikopter, der am Umschlagplatz im Reintal oberhalb der Bockhütte die Fracht aufnimmt. Mal schnell ins Tal marschiert niemand, auch das Personal bleibt auf der Hütte – zum Teil den ganzen Sommer über, zum Teil nur die Tage und Wochen während der Hochsaison. Judith Hindelang (34) beispielsweise, die mit ihrem Partner Thomas Knestel (49) die Knorrhütte 2010 gepachtet hatte, kam in den vergangenen zwei Jahren im Sommer „keinen einzigen Tag ins Tal“, erzählt Knestel. Der Hüttenwirt übernahm die Einkäufe. Auf drei, maximal vier Ausflüge nach unten hat er es pro Saison gebracht. Nach sechs Jahren haben die beiden beschlossen: Es reicht. Sie müssen mal etwas anderes sehen. Was, das wissen sie noch nicht.

Am 3. Oktober haben sie ihre Hütte für den Winter geschlossen, mittlerweile sind sie zurück in ihrer Heimat Oberstdorf, wo sie im Winter ebenfalls in der Gastronomie arbeiten. Für den Sommer werden sie sich etwas suchen, möglicherweise wieder eine Hütte. „Wer weiß, vielleicht trifft man sich ja im Wetterstein oder im Karwendel wieder“, sagt Knestel. Nur so abgeschieden wird ihre neue Hütte nicht liegen.

Was die beiden Allgäuer bewegt hat, aufzuhören, bewegt Gernot Auer und seine Freundin Romana Knabl (24), zu starten. Sie freuen sich auf die Herausforderung, auf das Leben auf der Hütte und auf die gemeinsame Zeit. Im vergangenen Sommer haben sich die beiden kaum gesehen. Das wollten sie ändern – im nächsten Sommer also sehen sie sich gleich jeden Tag und jede Nacht, sie sitzen quasi aufeinander. Gut, gibt Auer zu und lacht, die Situation hat er so noch nicht erlebt. Ansonsten aber „wissen wir schon, was wir da tun“.

Beide kennen die Gastronomie: Knabl lernte Hotelfachfrau und medizinische Masseurin, arbeitet unter anderem im Hotel der Eltern zu Hause im Pitztal. Gernot Auer machte eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und Sommelier, zudem zum Bürokaufmann. Auch seine Familie bewirtschaftet im Winter im Pitztal ein Hotel samt kleinem Skilift, im Sommer half er immer wieder auf der Höllentalangerhütte mit. Jetzt, mit 24 Jahren, „ist es an der Zeit, dass wir mal was eigenes machen“. Von Thomas Gesell, der den Neubau der Höllentalangerhütte für die Alpenvereinssektion München verantwortete, hat Gernot Auer erfahren, dass die Sektion für die Knorrhütte einen neuen Pächter sucht.

Sofort hat Auer und Knabl das Haus gefallen, auch Knestel freut sich über die Nachfolge. Egal ist es ihm nicht, was aus der Hütte wird. „Immerhin war das sechs Jahre lang unser Zuhause.“

Ein paar Dinge wollen die neuen Wirte verändern. Selbstbedienung etwa wird es nicht mehr geben, und den Stammtisch links neben dem Eingang wollen die zwei Tiroler wieder zum Leben erwecken. Auch das Personal wird wechseln.

Es sei schwierig, für diese Lage Mitarbeiter zu finden, sagt Knestel. Im Hochbetrieb brauchten er und seine Freundin bis zu zehn Helfer. „Auf engstem Raum“ haben sie zusammengelebt: Für die Mitarbeiter stehen zwei Vierer- und ein Doppelzimmer zur Verfügung. Das Personalproblem aber haben Auer und Knabl schon gelöst: „Wir werden da oben ein kleines Familienunternehmen“, sagt Auer. Denn Verwandte seiner- und ihrerseits stehen bereit, alle kommen aus der Gastronomie. „Auch sie wissen, worauf sie sich einlassen.“

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