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Streit im Tourismus-Ausschuss

Braucht Garmisch-Partenkirchen eine Familienbroschüre oder nicht?

Garmisch-Partenkirchen  - Die SPD-Gemeinderäte Helfrich und Höger ordern besseres Angebot in der Tourist-Info und geraten dafür in selbst die Kritik

Der Tourismus-Ausschuss in Garmisch-Partenkirchen ist eigentlich ein Gremium, in dem in entspannter Atmosphäre gearbeitet wird. Raue Töne oder gar Streit gibt es selten. Für eine solche Ausnahmesituation hat nun aber ein Antrag der SPD-Gemeinderäte Harald Helfrich und Ursula Höger gesorgt. Sie wollten eine Veränderung im Angebot von GaPa-Tourismus erreichen und sind deshalb selbst in die Kritik geraten. Was den Sozialdemokraten überhaupt nicht gefällt, ist der Umgang mit Familien. Für diese gibt es nämlich keine eigene Broschüre in der Tourist-Info, sondern nur sieben ausgedruckte DIN-A4-Blätter. „Das ist nicht angemessen“, echauffierte sich Helfrich. Höger ging einen Schritt weiter und schimpfte, „wie schrecklich das ist, was man bekommt“. Die Zettel würden einen „Imageschaden verursachen“.

Verständlich, dass solche Worte nicht gerade gut bei den Verantwortlichen von GaPa-Tourismus angekommen sind. Zumal nicht einfach irgendwas ausgedruckt werde, sondern ein Konzept hinter den Handzetteln stehe, wie Tourismus-Chef Peter Ries angesäuert sagte. „Ich habe sie selbst entworfen.“ Auf dem Ausdruck seien sowohl Angebote für Familien aufgelistet, die es in Garmisch-Partenkirchen gibt, als auch in anderen Orten. „Vom Ponyreiten in Ohlstadt bis zum Reptilienhaus in Oberammergau.“ Die Daten dazu würden ständig erneuert. In ihrem Antrag warfen die SPD-Vertreter GaPa-Tourismus hingegeben vor, dass die Informationen vom November 2014 stammen und damit veraltet sind. In einem Ausdruck, den die Tourist-Info gestern herausgegeben hat, finden sich in einem Punkt Angaben von 2012. Nicht auf einen Nenner kamen beide Seiten zudem bei der Broschüre selbst. Das Gremium erfuhr von Marketing-Expertin Stephanie Vogel, dass kein eigenes Heft für Familien gedruckt wird, weil es im Ort eben nicht so viele Angebote speziell nur für Eltern mit Kindern gibt. Die Lösung, die GaPa-Tourismus gefunden hat: Alle Punkte, die Buben und Mädchen besonders Spaß machen könnten, sind in den bestehenden Broschüren mit einem speziellen Zeichen markiert. Vogel habe in der Tourist-Info nachgefragt: Sind die Hinweise zu dezent? Haben Besucher Probleme, sich mit den Angaben zurechtzufinden. „Es gab aber keine negative Rückmeldungen.“

 Für Helfrich waren diese Erklärungen zu wenig: In seinen Augen sei es ein leichtes, eine schöne Broschüre zu erstellen. Wie er sich das vorstellt, hatte er im Vorfeld der Diskussion gezeigt. Helfrich präsentierte das Heftchen, das das kleine Nachbardorf Grainau für Familien anbietet. Dazu, erklärte Vogel, gebe es einen speziellen Hintergrund: Grainau habe vor einigen Jahren am Kinderland-Programm von Bayern-Tourismus teilgenommen und richte sein Angebot speziell an Familien aus. „Das ist ein ganz anderer touristischer Ansatz.“ Sauer stieß Tourismus-Chef Peter Nagel folgende Passage im SPD-Antrag auf: Die geforderte „ansprechende Familien-Broschüre“ soll im Entwurf „den Mitgliedern des Tourismus-Ausschusses vorab zur Kenntnis gegeben werden“. Dieser Forderung führe die aktuellen Prüfung zur strategischen Neu-Ausrichtung von GaPa-Tourismus ad absurdum. Die Fachleute sollen künftig, zum Beispiel in einer GmbH, noch professioneller arbeiten können. Nun werde gefordert, dass sie einem politischen Gremium das Design für ein Heftchen vorlegen. „Ich bin erschüttert“, regte sich Nagel auf. Mit dieser Sichtweise stand er nicht alleine da. Unterstützung erhielt er zum Beispiel von Gremiumsvorsitzendem Wolfgang Bauer (CSU). Einen Entwurf vorlegen zu müssen, sei ein Eingriff ins operative Geschäft. „Der würde uns wieder in die Ära einer Kurverwaltung bringen.“ Zwar nahm Helfrich diese Forderung zurück. Das half aber nichts. Letztlich stimmten nur die beiden SPD-Gemeinderäte für ihren Antrag.

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