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Meistern mühelos das hohe C: der Brucknerchor der Wiener Sängerknaben.

Klavier lauter als Gesang

Bruckner-Chor der Wiener Sängerknaben mit Akustik-Problemen 

Garmisch-Partenkirchen - Es war ein Abend der leisen Gesänge: das Weihnachtskonzert der Wiener Sängerknaben. Ihr Können ist unumstritten. Doch mit der Akustik im Festsaal Werdenfels hatte der Chor seine Probleme. 

Neongrün leuchtende, stilisierte Tannenbäume, bunte Geschenkpakete, der Konzertflügel in der Bühnenmitte zwischen den Chorpodesten platziert – mehr brauchten die 23 Wiener Sängerknaben nicht für ihr Weihnachtskonzert. Es war ein Abend der leisen Gesänge, dargeboten von wunderschönen hellen Knabenstimmen, die auch ein hohes C mühelos meisterten. Ein jeder der Zehn- bis 14-Jährigen war eigentlich ein Solist.

Auf jegliche Art von Beschallung hatte das Management verzichtet. Sicher lobenswert in einem Kirchenraum oder tollen Konzertsaal, in der problematischen Akustik des Festsaals Werdenfels im Garmisch-Partenkirchner Kongresshaus aber bedenklich. Wer nicht auf der Empore saß, wo sich der Klang besser mischt, hörte das Klavier lauter als den Gesang. Auch die nicht informierten Gäste, die einen großen Chor erwartet hatten, wurden enttäuscht. Die insgesamt 100 Wiener Sängerknaben sind bekanntlich auf vier Konzertchöre aufgeteilt, die nach Bruckner, Haydn, Schubert und Mozart benannt sind. Die diesjährige Deutschlandtour singt der Brucknerchor, der aus 23 Buben besteht. Und mit ihm kamen die Freunde des intonationsreinen, klaren Kammerchor- und A-Cappella-Gesangs voll auf ihre Kosten. Kapellmeister Manolo Cagnin begleitete seine Sänger nicht nur am Klavier, sondern moderierte das Konzert mit viel italienischem Temperament und zusammen mit dem kleinen Philipp. „Ich und mein Bruder sind in Bayern zu Hause“, erklärte der sympathische Bub und wurde dafür mit Extra-Applaus belohnt. Auch sonst machte er seine Sache ausgezeichnet.

„Vorige Woche waren wir noch in Jakarta (Indonesien) in Flip-Flops und kurzen Hosen unterwegs, heute starten wir unsere Weihnachtskonzert-Tournee in Garmisch-Partenkirchen“, sagte der Chorleiter zu den circa 500 Gästen. Mitgebracht hatten die Wiener ein festliches, stimmungsvolles A Cappella, aber auch mit Klavierbegleitung dargebotenes Programm. Gesungen wurde in verschiedenen Sprachen, und immer wieder traten Solisten hervor. Das Repertoire war weit gespannt und umfasste im ersten Teil weltliche und sakrale Werke aus fünf Jahrhunderten. Darunter waren Motetten von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741), Lodovico Grossi da Viadana (1550 - 1627), Chorwerke von Franz Schubert (1797 bis 1828), aber auch Heiteres wie das Katzenduett von Giaochino Rossini (1792 bis 1868). Natürlich durften auch eine Schnellpolka von Johann Strauß (1825 bis 1899) und ein Walzer von Josef Strauß (1827 bis1870) aus der Donaumetropole nicht fehlen.

„Am liebsten singen unsere Kinder aber Weihnachtslieder“, verkündete Cagnin nach der Pause. Und dann erklangen die Lieder, auf die viele bereits gewartet hatten, aus hellen, klaren Knabenstimmen: „O Tannenbaum“, „Maria durch ein‘ Dornwald ging“ und anderes Traditionelles fehlten nicht. Spaß hatten die Sängerknaben auch an internationalem Weihnachtsliedgut in interessanten Arrangements. Sie begleiteten sich dabei mit Rhythmusinstrumenten oder Gitarre. Ohne Zugaben ging es natürlich nicht. Die wurden gern gewährt, und man merkte den Kindern an, wie sehr sie sich über die große Zustimmung der Garmisch-Partenkirchner freuten.

Margot Schäfer

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