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Noch vor dem Jahr 1900 entstand diese Aufnahme der Höllentalstraße in Garmisch-Partenkirchen. Damals war der historische Brunnen noch in Betrieb.

Gemeinde wird zum Handeln aufgefordert

So verkommt einer der ältesten Brunnen in Garmisch-Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen - Jahrzehnte lang schmückte ein Brunnen die Höllentalstraße in Garmisch-Partenkirchen. Heute ist er trocken, um ihn herum gedeiht Unkraut, Passanten verwenden ihn als Mülleimer. Nun beschweren sich die Anwohner über die Zustände.

Wenn Klaus Hilleprandt die Höllentalstraße in Garmisch-Partenkirchen entlang geht, kann er nur ungläubig den Kopf schütteln. „Warum tun sie denn nichts“, fragt sich der 76-Jährige jeden Tag aufs Neue. Er wird traurig und sauer zugleich. Der Grund für seinen Ärger: die Gemeinde und ihr Umgang mit einem Brunnen. Genauer gesagt, dem wohl ältesten Brunnen des Ortes.

Mit reichlich Unkraut und leerem Becken präsentiert sich die Wasserquelle über 100 Jahre später.

Die schon seit über 100 Jahren existierende Wasserquelle an der Ecke zur Klammstraße liegt heute trocken. Kein Tropfen läuft mehr durch den Hahn. Das Unkraut wuchert und gedeiht rund um das alte Bauwerk. Im Auffangbecken herrscht gähnende Leere. Oder schlimmer noch: Passanten missbrauchen es als Mülleimer. Für Hilleprandt ein untragbarer Zustand: „Der Brunnen ist ein Stück vom historischen Garmisch-Partenkirchen, der bis vor einigen Jahren von den Behörden regelmäßig gepflegt wurde“, betont der Rentner. „Nun ist es leider so, dass er mehr und mehr verkommt.“

Vorwurf: Gemeinde glänzt durch Untätigkeit

Daran etwas ändern könnte alleine die Marktgemeinde. Doch die glänzt Hilleprandt zufolge seit geraumer Zeit durch Untätigkeit. Seit wann genau, darüber gehen die Angaben weit auseinander. Auf Tagblatt-Anfrage teilt Rathaussprecher Martin Bader mit: „Bei dem Brunnen vor der Kunstklamm wurde im Juni festgestellt, dass das Wasser nicht richtig abläuft. Deshalb wurde er außer Betrieb genommen.“ Dieser Sicht widerspricht Hilleprandt vehement: „So eine Aussage ist an den Haaren herbeigezogen.“ Zusammen mit anderen Anwohnern habe er die Gemeinde bereits vor etwa zwei Jahren auf die Missstände aufmerksam gemacht. Passiert sei jedoch nichts.

Die Vertreter des Marktes bemühen sich indes, die eigene Rolle in ein anderes Licht zu rücken. Bei einer Ursachenermittlung zusammen mit den Gemeindewerken sei laut Bader festgestellt worden, dass der Ablauf des Brunnens bei Straßenbaumaßnahmen in der Vergangenheit fehlerhaft verlegt wurde. Für eine Reparatur seien nun „größere Tiefbaumaßnahmen“ in der Höllentalstraße nötig. Doch dafür benötige es bekanntermaßen Zeit und Geld.

Ort werde für Touristen unattraktiver

Für Hilleprandt sind die wahren Probleme jedoch anderer Natur: „Die Gemeinde ist schlicht und einfach lustlos“, echauffiert sich der Ur-Garmisch-Partenkirchner. „Da spielt auch die Faulheit mancher Personen eine große Rolle.“ Diese Annahme unterstreicht in seinen Augen der Umgang mit dem Unkraut und der heruntergekommenen Einfassung. Wenigstens hier könne doch etwas getan werden. „Ich verstehe einfach nicht, warum man den Brunnen nicht neu streicht oder das Grünzeug entfernt. Was spricht denn dagegen?“

Das äußere Erscheinungsbild von Garmisch-Partenkirchen leide unter dieser Passivität. Und die müsse doch auch der Bürgermeisterin und den Gemeinderatsmitgliedern ein Dorn im Auge sein. Hilleprandt befürchtet, dass sich nicht nur Anwohner, er und seine Mitstreiter, an dem Verhalten der Kommune stören. Auch für die Touristen werde der Ort so immer unattraktiver. „Das ist doch kein Anblick mehr. Der Brunnen beispielsweise war früher ein wahrer Blickfang vor dem Gasthof Wetterstein. Heute ist er ein Schandfleck.“

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