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Das Zugpferd der 21. Auflage des City-Biathlons im Garmischer Zentrum ist Laura Dahlmeier, fünffache Medaillengewinnerin der WM 2016 in Oslo.

Ist es der letzte City-Biathlon?

Laura Dahlmeier startet beim nächsten City-Biathlon

Garmisch-Partenkirchen - Sport und Show zum Nulltarif gibt es seit mehr als 20 Jahren in der Garmischer Fußgängerzone, wenn der SC Garmisch Stars der Szene beim City-Biathlon aufbietet. Auch heuer ist das Feld hochkarätig besetzt.

Den City-Biathlon in der Garmischer Fußgängerzone mit dem Biathlon-Spektakel im Stadion AufSchalke zu vergleichen oder in Konkurrenz zu setzen, ist schwierig. Einen Versuch ist es aber wert. Und beim Ergebnis schneidet er gar nicht so schlecht ab.

In Garmisch-Partenkirchen laufen am Freitag, 30. Dezember, Stars. Laura Dahlmeier, (SC Partenkirchen), Miriam Gössner (SC Garmisch), die deutschen Spitzenathleten Maren Hammerschmidt, Benedikt Doll, Florian Graf und Matthias Bischl sowie die Italiener Lukas Hofer und Karin Oberhofer, die beide bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi Bronze gewannen. „Ein illustres Feld“, sagt Organisator Peter Fischer.

Beim City-Biathlon erlebt man die Stars hautnah

In Gelsenkirchen sind am 28. Dezember mehr Stars am Start. Olympiasieger und Weltmeister aus allen großen Biathlon-Nationen. Die Kulisse in dem Fußball-Tempel, in dem sonst der Bundesligist Schalke 04 kickt, ist mit rund 40 000 Besuchern enorm. Ins beschauliche Garmisch-Partenkirchen kommen stets rund 10 000. AufSchalke muss der Fan allerdings Eintritt bezahlen. Das billigste Ticket kostet 49 Euro, für das teuerste müssen 239 Euro hingeblättert werden. In der Garmischer Fußgängerzone gibt’s Sport und Show zum Nulltarif. „Und man erlebt die Stars hautnah“, sagt Fischer. Zudem verfügt der City-Biathlon über eine längere Tradition. Ihn veranstaltet der SC Garmisch schon zum 21. Mal, in Gelsenkirchen ist es erst die 15. Auflage.

Obwohl es Auf Schalke für die Sportler viel mehr zu verdienen gibt als in Garmisch-Partenkirchen, hat sich Lokalmatadorin Laura Dahlmeier entschlossen, in der Heimat zu laufen und zu schießen. „Darüber bin ich sehr froh“, sagt Fischer. „Sie ist unser Zugpferd.“ Den Gesamtetat, den der Chef des Skiclubs Garmisch inklusive Preis- und Antrittsgelder aufstellen muss, beziffert er mit 50 000 Euro. „Allerdings haben wir den noch nicht ganz beisammen. Wir brauchen noch etwas.“ Allein über Sponsoren finanziert Fischer seine nach dem alpinen Ski-Weltcup zweite Herzensangelegenheit. „Es ist jedes Jahr ein Kampf. Alte Geldgeber springen ab, neue kommen hinzu.“

Peter Fischer: „Ich kann jetzt nicht sagen, ob es die 22. Auflage geben wird.“

Dass der City-Biathlon noch immer zum Sportkalender Garmisch-Partenkirchens zählt, ist nicht selbstverständlich. 2008 schien schon das Totenglöckchen zu läuten, weil die finanziellen Belastungen die Wirtschaftskraft des SC Garmisch überforderten. Erst eine konzertierte Aktion – angestoßen vom Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt – und einer 20 000 Euro Anschubfinanzierung des Münchner Merkur – in dessen Verlag das Tagblatt erscheint – trugen zur Rettung bei. Mehrere Firmen und Privatleute traten als Sponsoren auf. 90 000 Euro kamen zusammen und sicherten den City-Biathlon zunächst bis ins Jahr 2010. Die vergangenen Jahre hat Fischer die finanziellen Belastungen alleine gestemmt. In dieser Zeit stand der City-Biathlon mehrfach auf der Kippe. Der heurige und wahrscheinlich auch der im kommenden Jahr. „Ich kann jetzt nicht sagen, ob es die 22. Auflage geben wird“, räumt Fischer ein.

Er will alles dafür tun, den Show-Wettkampf am Leben zu erhalten. Schon allein, um das touristische Angebot für die zahlreichen Gäste zwischen den Jahren nicht zu schmälern. „Außer dem hochkarätigen Neujahrsskispringen gibt es doch nicht mehr viel“, sagt er.

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