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Unterwegs im Namen des Klimaschutzes: (v.li.) Andreas Pichler, Markus Reiterer, Umweltministerin Ulrike Scharf, Roland Stierle und Hanspeter Mair plädierten beim DAV-Klimaschutzsymposium für ein stärkeres Umweltbewusstsein.

Wissenschaftler und Politiker aus ganz Deutschland diskutieren

Klimaschutz - auch vor der Haustür

Garmisch-Partenkirchen - Der Klimaschutz geht uns alle an. Und er soll auch in Garmisch-Partenkirchen sicht- und spürbar werden. Das zeigte sich beim ersten DAV-Klimaschutzsymposium im Garmisch-Partenkirchner Kongresshaus mit Teilnehmern aus ganz Deutschland. 

Verstopfte Straßen und rar gesäte Parkplätze. Ein Problem, mit dem sich Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) nicht rumärgern muss. Die Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisterin hat gleich zu ihrem Amtsantritt ihren Dienstwagen abgeschafft und ist – solange es sich um Termine innerhalb des Ortes handelt – mit dem Fahrrad unterwegs. Bei längeren Strecken nimmt die 60-Jährige den Zug. Nicht ohne Grund. Meierhofer will ein Zeichen setzen. „Ich kann ja nichts verlangen, was ich selber nicht mache“, sagt die Politikerin. Die Wähler sollen sehen, dass es ihr ernst ist mit dem Klimaschutz.

Diese Einstellung unterstreicht sie auch bei ihrer Rede auf dem ersten Klimaschutzsymposium des Deutschen Alpenvereins (DAV). „Wir müssen im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit erheblich nachbessern.“ Dafür gibt es im Rathaus bereits konkrete Pläne. Man erstelle derzeit ein Fahrrad-Konzept. Dieses sieht vor, mehr Tempo-30-Zonen zu installieren und im Gegenzug einige Parkplätze zu opfern. „Dadurch soll der Markt für den motorisierten Verkehr unattraktiver werden“, betont Meierhofer. Im Laufe des Juni ist eine Auftaktveranstaltung zu dem Thema angedacht. Weniger Auto zu fahren alleine, reiche allerdings nicht aus. Die Bürgermeisterin appelliert auch an das Konsumverhalten der Garmisch-Partenkirchner: „Setzen Sie mehr auf regionale Produkte. Wir dürfen nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen.“

Die Menschen schrittweise sensibilisieren

Die Rolle, die das Verhalten eines jeden einzelnen in Bezug auf den Klimawandel spielt, steht bei vielen Vorträgen im Mittelpunkt. Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter für Hütten, Naturschutz und Raumordnung beim DAV, sieht den Schlüssel zu einer langfristigen Verhaltensänderung darin, die Menschen „schrittweise zu sensibilisieren“. Als Beispiel für eine positive Entwicklung nennt er die früheren Diskussionen über das Anlegen von Sicherheitsgurten. Aus heutiger Sicht unvorstellbar. In die selbe Kerbe schlägt Andreas Pichler. „Es muss ein Umdenken stattfinden.“ Der Geschäftsführer von CIPRA, einer Institution, die sich dem Schutz der Alpenregion verschrieben hat, stellt in seinem Plädoyer drei Begriffe in den Vordergrund: Solidarität, Genügsamkeit und Partizipation. „Wer diese Prinzipien beherzigt, wird mehr Lebensqualität bei geringerem Ressourcenverbrauch erreichen.“

Zahlen und Fakten, die den klimatischen Wandel untermauern, liefert die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU): „In den vergangenen 100 Jahren sind die Temperaturen in den Alpen um knapp zwei Grad gestiegen. Das ist beinahe doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt.“ Die Folgen sind dramatisch. Von den fünf bayerischen Gletschern wird bald nur noch wenig übrig sein. Das Klima werde immer extremere Ausschläge haben. Scharf rechnet mit mehr Hochwasser, Unwetter oder Hitzetagen in den nächsten Jahren. „Wir müssen uns auf drastische Klimaveränderungen einstellen.“

Aller Unheilsbekundungen zum Trotz, besteht jedoch nach wie vor Grund zur Hoffnung. Denn die Wissenschaftler sind sich einig: Es gibt noch die Chance, gegenzulenken. Wie man es schafft, mit einfachen Mitteln viel zu bewirken, zeigt die Fahrrad fahrende Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisterin. Damit ist sie ein echtes Vorbild.

Simon Nutzinger

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