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Informierten im Rathaus über das (e-)Mobilitätskonzept: (v. r.) Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Selina Utzig-Laux, Fabian Edel, Jörg Hahn, Tobias Glaß, Dr. Sabine Wagner und Projektleiter Dr. Thomas Ernst.

Bisher nur wenig Interesse für das Thema

„e-GAP 2030": Die Ziele sind schon einmal formuliert

Garmisch-Partenkirchen - „e-GAP 2030“ – dieses umfassende Verkehrs-Leitprojekt könnte Garmisch-Partenkirchen maßgeblich verändern. Und es nimmt Formen an. Ziele werden erarbeitet, jetzt ist der Gemeinderat am Zug. Die Verantwortlichen haben nun über den Stand der Dinge informiert.

Das Konzept berührt sämtliche Bürger von Garmisch-Partenkirchen, die irgendwo, irgendwann und irgendwie unterwegs sind. Ob zu Fuß, per Rad, mit dem Auto oder dem Bus: Mit dem Arbeitstitel „e-GAP 2030“ ist es überschrieben. Diese Zahl zeigt das Ziel: Bis 2030 soll dieses allumfassende Verkehrs-Leitprojekt in die Tat umgesetzt werden. Doch allenfalls 20 Besucher hatten den Weg zur Bürger-Informationsveranstaltung in den Rathaus-Saal gefunden. Dort nannte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) den Sinn des Mammut-Programms: „Gemäß dem Motto unseres Ortes ,Entdecke deine wahre Natur‘ soll es ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Mobilitätssystem für alle Bürger bringen, das sich durch Nutzerfreundlichkeit und Umweltverträglichkeit auszeichnet.“ Als guten Auftakt dazu nannte sie das Radwegekonzept, das der Grünen-Gemeinderat Dr. Stephan Thiel ausgearbeitet hat (wir berichteten), „Im Haushalt sind dafür schon 100 000 Euro eingeplant.“ In puncto Kosten betonte Meierhofer, dass die Konzept-Erarbeitung zu 90 Prozent staatlich gefördert werde.

Seit mittlerweile eineinhalb Jahren treiben das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) im Schulterschluss mit dem Bauamt Garmisch-Partenkirchen das Programm voran. „Wir haben in den vergangenen Monaten eine umfassende Bestandsaufnahme zur Ist-Situation im Verkehrsbereich gemacht“, berichtete Projektleiter Thomas Ernst vom Fraunhofer-Institut. Auf Basis der Ergebnisse mit den Schwerpunkten öffentlicher Nahverkehr, Fußwege und Pkw-Ströme wurde ihm zufolge eine Liste von fünf „Strategischen Zielen“ erarbeitet, auf die man sich bei der Entwicklung des Konzepts konzentrieren werde und die man bis 2013 erreichen möchte.

  • Attraktiver Lebensraum: Garmisch-Partenkirchen zeichnet sich durch hohe Aufenthaltsqualität sowie niedrige verkehrsbedingte Belastungen für Mensch und Umwelt aus.
  • Attraktive Mobilitätsangebote: Der öffentliche Nahverkehr, neue Mobilitätsangebote sowie der Rad- und Fußverkehr werden in Garmisch-Partenkirchen als echte Alternative zum motorisierten Individualverkehr genutzt.
  • Intermodale Vernetzung: Garmisch-Partenkirchen zeichnet sich durch die Vernetzung aller Verkehrsträger und attraktive Umsteigemöglichkeiten aus.
  • Komfort und Barrierefreiheit: Das Verkehrssystem im Ort ist bedarfsgerecht, barrierefrei und sicher gestaltet.
  • Kommunikation und Bewusstseinsbildung: Der Markt und öffentliche Dienstleister nehmen eine Vorreiterrolle für nachhaltige Mobilität ein und tragen aktiv zur Bewusstseinsbildung bei.

Was unternommen werden muss, um dies bis 2030 umzusetzen, erläuterte Bauamts-Leiter Jörg Hahn. Demnach muss unter anderem das Fuß- und Radwegenetz attraktiver gemacht werden. Insbesondere gelte es, an der Verkehrsberuhigung zu arbeiten, beispielsweise mit temporären Durchfahrverboten und mehr Tempo-30-Bereichen in Wohngebieten. Auch einen besseren öffentlicher Nahverkehr und eine optimierte Vernetzung der Verkehrsmöglichkeiten sowie die Weiterentwicklung der E-Mobilität sind nötig. Einen höchst umfangreicher Maßnahmenkatalog präsentierte auch Diplom-Ingenieurin Selina Utzig-Laux vom heimischen Kompetenz-Zentrum für Sport, Gesundheit und Technologie.

„Wir haben also nicht ein Einzelkonzept, um das Mobilitätssystem der Gemeinde zu verbessern“, fasste Projektleiter Ernst zusammen, „Um das Gesamtprojekt zu fassen, reichen die ausgebreiteten Arme nicht aus. Wir haben jetzt wenigstens die Leitplanken gesetzt.“ Nun sei der Gemeinderat an der Reihe, betonte Meierhofer. „Die politischen Gremien und die Verwaltung müssen das Konzept nun auf den Weg bringen.“

Wolfgang Kaiser

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