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Ziel der Einbrecher: die Talstation der Eibsee-Seilbahn, in die die Täter über die darunter liegende Baustelle gelangt sind.

So wüteten die Täter

Einbrecher legen Eibsee-Seilbahn lahm

Grainau - Volle Kassen, die haben sich die Täter offenbar in der Talstation der Eibsee-Seilbahn erhofft. Ihre Beute fiel allerdings gering aus, dafür zerstörten die technische Anlagen und legten die Bahn erst einmal lahm. 

Nichts ging mehr in der Eibsee-Seilbahn – und das über mehrere Stunden. Ursache für den Ausfall war aber kein technischer Defekt, sondern die blinde Zerstörungswut von Einbrechern. Die waren in der Nacht auf Samstag in das Betriebsgebäude der Talstation in Grainau eingedrungen und hatten sich dort offenbar, nachdem sie nur wenig Beute gemacht haben, an Sicherungen, Stromkabeln und Schaltkästen der Bergbahn ausgetobt. „Außergewöhnlich ist in diesem Fall die absichtliche Beschädigung der technischen Einrichtung, die keinerlei Nutzen in Bezug auf das Erlangen von Bargeld hatte“, meint Andreas Guske, Sprecher des Polizeipräsidiums Süd in Rosenheim. Dieses Vorgehen ist neu, das Ziel der Verbrecher derweil nicht. In den vergangenen Wochen war es zu etlichen Vorfällen in Seilbahn-Betriebsgebäuden gekommen (wir berichteten).

Die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) wurde bereits zum zweiten Mal Opfer der unbekannten Täter, die stets mit brachialer Gewalt in die Talstationen eindringen. Die Kreuzeckbahn in Garmisch-Partenkirchen hatten sie am 22. August heimgesucht – und auch dort ein Bild der Zerstörung hinterlassen. Nachdem sie über die Sperrtore geklettert waren, verschafften sie sich gewaltsam Eintritt. Auf der Suche nach Bargeld demolierten sie nicht nur Türen und zwei Tresore, sondern schlugen auch eine Innenwand aus Rigips ein, um an die Seitenwand eines Tresors zu kommen. An dem größeren Exemplar scheiterten sie, aus dem kleineren entwendeten sie wertlose Unterlagen. Der Schaden war allerdings erheblich. Die Polizei schätzt ihn auf 30 000 bis 40 000 Euro, weil die Einbrecher auch Wände und Möbel verrußt und verschmutzt hatten.

Ein Bild der Zerstörung fanden auch die Mitarbeiter vor, die am Samstagvormittag in die Eibsee-Seilbahn in Grainau kamen. Wie es ihnen nach diesem Schrecken geht, war von BZB-Sprecherin Verena Lothes gestern nicht zu erfahren. Auch über das Ausmaß des Schadens, Details zum Stillstand der Bahn und darüber, wie das Unternehmen mit diesen Vorfällen umgeht, hüllt sie sich in Schweigen. „Zu laufenden Ermittlungen kann ich nichts sagen.“

Die Täter waren wohl über den unter der Talstation liegenden Baustellen-Bereich – parallel zum laufenden Betrieb wird die neue Eibsee-Seilbahn errichtet, die im Dezember 2017 eröffnet werden gehen soll – in das Betriebsgebäude gelangt. „Im Inneren brachen der oder die Unbekannten eine Verbindungstüre zum Fahrdienstleiterraum auf“, erklärt Guske. Neben dem massiven Schaden, den sie an der Seilbahntechnik anrichteten, „entwendeten sie dort Dokumenten- und Geldkassetten“. Zum Erstaunen der Beamten interessierten sich die Täter gar nicht für den eigentlichen Tresorraum.

Der Schaden, den sie in der Talstation verursacht haben, beläuft sich nach derzeitiger Schätzung auf etwa 5000 Euro. Dazu kommt, dass die Anlage, die bis zu 280 Gäste pro Stunde auf die Zugspitze befördert, am Samstag erst nach der Reparatur und mit erheblicher Verspätung den Betrieb wieder aufnehmen konnte.

In den vergangenen Wochen ist es vermehrt zu Einbrüchen in Bergbahnen gekommen, sowohl im südlichen Bayern – darunter auch die Laber-Bergbahn in Oberammergau –, als auch in Österreich. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat zur Klärung eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Derzeit ist noch nicht abschätzbar, ob die Tat in Grainau mit dieser Serie in Verbindung gebracht werden kann. Wer etwas zu dem Fall aussagen kann, erreicht die Beamten unter 0 88 21/91 70.

„Mit den österreichischen Kollegen und den bayerischen Bergbahnbetreibern steht die Ermittlungsgruppe in engem Kontakt, um weitere Hinweise zu erhalten und bereits gewonnene Erkenntnisse bestmöglich auszutauschen“, sagt Guske. Zudem hätten die Betreiber nach den Einbrüchen auch eigene Konsequenzen gezogen: „Vorsorglich werden keine größeren Geldbeträge mehr in den Betriebs- und Büroräumen gelagert.“

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