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Beliebtes Ausflugsziel: die Kreuzeckbahn in Garmisch-Partenkirchen.

Viermal wüteten die Täter im Landkreis

Einbruch-Serie: Wie schützen sich die Bergbahn-Betreiber?

Landkreis - Achtmal haben Einbrecher bereits in bayerischen Bergbahnen zugeschlagen. Viermal davon im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Frage ist, wie sich Betreiber vor solch ungebetenen Gästen schützen können. Der Einsatz von Sicherheitspersonal ist eine Möglichkeit, andere setzen auf die Technik.

Sonnenschein, blauer Himmel, perfekte Bedingungen für einen Ausflug auf einen der Berge im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Wer nicht zu Fuß aufsteigen will, nutzt eine der Bahnen. Gerade bei schönem Wetter ist der Ansturm auf die Anlagen groß – Zugspitze, Osterfelder, Kreuzeck, Eckbauer, Wank, Kolben, Laber, Karwendel und Hörnle sind beliebte Ziele bei Einheimischen und Urlaubern. Dass insbesondere an Wochenenden die Kassen klingeln, hat auch eine Einbrecher-Bande spitzbekommen, die seit Juli ihr Unwesen treibt. Achtmal haben sie bereits in Bayern zugeschlagen, fünf- bis sechsmal außerdem im benachbarten Österreich. Die Beute fiel nach Auskunft der Polizei immer verhältnismäßig gering aus. Der Schaden derweil um so höher. Bei ihrem Einbruch in die Eibsee-Seilbahn am vergangenen Wochenende wüteten die Täter gar so, dass die Anlage erst mit drei Stunden Verspätung gegen 11 Uhr wieder Ausflügler auf Deutschlands höchsten Berg befördern konnte.

Neben der Eibsee-Talstation suchten die Einbrecher drei weitere Bergbahn-Betriebsgebäude im Landkreis heim. Was alle verbindet: Sie sind relativ abgelegen, fernab vom Wohngebiet und schwer einsehbar. Da ist guter Rat teuer, wie sich die Betreiber vor solch ungebetenen Gästen schützen können. „Die Gespräche laufen“, sagt Kriminalhauptkommissar Edwin Schupp. Aus dem Kontakt mit den Unternehmern weiß der Experte der Kripo Garmisch-Partenkirchen, dass sie sich den Einsatz von Security-Personal überlegen. Außerdem nehmen er und seine Kollegen die Sicherheitseinrichtungen in den einzelnen Talstationen unter die Lupe, prüfen Türen, Fenster und die Unterbringung der Tresore, aber auch Alarmanlagen und Überwachungskameras.

Hier nachzurüsten, ist eine Option, die sich Klement Fend überlegt. Zweimal wüteten die Einbrecher bereits in seinem Zuständigkeitsbereich – erst in der Schaukäserei in Ettal, dann im Büro des Kolben-Sessellifts in Oberammergau. „Aus der Erfahrung haben wir in der Talstation gar kein Geld mehr aufbewahrt“, sagt der Geschäftsführer der Aktivarena am Kolben. Der Schaden hielt sich jedes Mal in Grenzen – „zum Glück“. Die Mitarbeiter, die die Spuren des Einbruchs entdeckt haben, „waren trotzdem sichtlich geschockt“, erinnert er sich an die Anrufe. Die Kollegin aus der Schaukäserei „hat am Telefon merklich gezittert“. Verständlich. Jetzt erwägt der Oberammergauer, insbesondere die Talstation mit zusätzlichem Licht und Sirenen auszustatten. „Die sollten losgehen, wenn jemand eindringt, und könnten ja auch mit der Polizei verbunden sein.“

Auf Videoüberwachung setzen die Mitarbeiter der Laberbahn, die ebenfalls Opfer der Einbrecher waren. „Wir müssen vorsorgen“, sagt Thomas Spindler. Während die Täter in der Oberammergauer Anlage wenig Schaden anrichteten, wüteten sie zuletzt in der Eibsee- und zuvor in der Kreuzeckbahn massiv. Aussagen, wie die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) mit den Vorfällen umgeht und welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, gibt es nach wie vor nicht von Sprecherin Verena Lothes. Sie verweist auf die laufenden Ermittlungen der Polizei.

Und die haben bereits etwas ergeben. Das Werkzeug, das die Einbrecher nutzten, um in das Betriebsgebäude an der Kreuzeck-Talstation zu gelangen, stammt von einem früheren Raub – aus einer Hütte nahe der Kampenwandbahn im Chiemgau, die pikanterweise dem Vater eines Polizeibeamten gehört. Schupp zufolge ist es nicht ungewöhnlich, dass die Täter ihren Raubzug ohne entsprechende Ausrüstung starten. „Oft brechen sie erst irgendwo ein, um Werkzeug zu organisieren“, sagt der Hauptkommissar. Oder sie besorgen sich in der Nachbarschaft Nachschub. Wie bei einem Einbruch in Österreich, bei dem ihnen die Trennscheiben für die Flex ausgegangen waren und sie im Bauhof gegenüber schnell fündig wurden.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um die dreisten Einbrecher schnell dingfest zu machen. Hinweise zu bekommen, sei schwierig, meint Schupp. Gerade weil die betroffenen Einrichtungen recht abgelegen seien. Deshalb rechnen die Mitarbeiter der Karwendelbahn in Mittenwald und der Hörnlebahn in Bad Kohlgrub weniger damit, Opfer zu werden. „Wir liegen mitten im Wohngebiet“, betont Michael Götz, Zweiter Betriebsleiter am Hörnle. „Da achten die Nachbarn drauf, wenn etwas Ungewöhnliches los ist.“ Dazu zählt auch, wenn das Licht nach den Betriebszeiten angeht, was bei ihnen ebenfalls per Bewegungsmelder geregelt sei. Trotzdem halten sich aber auch diese Betreiber daran, kein Geld mehr in ihren Talstationen aufzubewahren.

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