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Brechend voll war der sonst leerstehenden Laden beim Dokumentarfilm-Abend von Jo Jonietz (vorne).

Darauf scheinen die Garmisch-Partenkirchner gewartet zu haben

Erste Kulturnacht ein voller Erfolg

Garmisch-Partenkirchen - Es hätte kaum besser laufen können: Die erste Kulturnacht in Garmisch-Partenkirchen war ein großer Erfolg. Auf ein Angebot wie dieses scheinen die Bürger gewartet zu haben.

Top-Stimmung bot „Pegasus“ mit (v. l.) Elisabeth Peschke (17), Julia Porer (15), Stephanie Schaitz (17), Sabrina Perrelli (19) und Marcel Hanizaj (18).

In kleinen Gruppen, paarweise oder allein, flanierten Menschen durch die sonst um diese Zeit menschenleere Ludwigstraße, auch der Michael-Ende-Kurpark war am Abend gut bevölkert. Ganz Garmisch-Partenkirchen schien auf den Beinen zu sein: Der Ort hatte zur ersten Kulturnacht geladen – und die kam richtig gut an. Jeder schien nur darauf gewartet zu haben, dass sich auch nach 18 Uhr noch richtig was rührt in der Gemeinde. An 17 verschiedenen Locations wurde ein vielseitiges Programm für Jung und Alt geboten, von Musik über Lesungen, Lichtinstallationen, Kleinkunst und Einlagen.

Künstler – bekannte Gesichter und auch einige Newcomer waren darunter – gaben sich ein Stelldichein und zeigten ihre verschiedenen Programme zu jeder vollen Stunde. Und die Besucher marschierten von Station zu Station, ließen sich mitreißen von den attraktiven Darbietungen, blieben für 10, 20 Minuten stehen oder sitzen, hörten hier mal rein und dort, ließen sich inspirieren und informieren. Auf diese Weise erlebten sie so viele Eindrücke, wie sonst an vielen Abenden nacheinander nicht. Garmisch-Partenkirchen war zu einer einzigen großen Kultur-Bühne geworden, die einiges zu bieten hatte.

„Bei uns war die Hölle los"

Sein neues Programm „Bierig“ stellte Harry Helfrich vor.

„Bei uns war die Hölle los“, sagt Margot Schäfer von Creme Frech, die die Szenische Lesung „Keine Sau hat mich lieb“ im Kurhaus aufführte. „Wir haben mit jeweils 20 Besuchern gerechnet, gekommen sind etwa 70, aus Platzmangel mussten wir leider viele wieder wegschicken.“ Schäfer war überwältigt von dem regen Zuspruch, auch wenn sie einen gewissen Verbesserungsbedarf ausmacht. „Man hätte den Kurpark besser ausleuchten müssen, manche Gäste haben den Weg nicht gefunden.“ Auch im Atelier der Volkshochschule trafen sich viele Interessierte. Dort spielte die Jugendband Pegasus Popsongs und bot ihrem Publikum das Mitsingen und auch das Mitspielen an.

Ja, die Kulturnacht forderte zum Mitmachen auf, zum aktiven Genuss. So auch Josefine Sand und Werner Adam vom Tanzkreis Werdenfels aus Garmisch-Partenkirchen, die im Seniorentreff Aschenbrenner in der Ludwigstraße Walzer-, Tango oder Foxtrottschritte vormachten. Ein paar Häuser weiter ging’s ein wenig ruhiger zu, wo Harry Helfrich Nachhilfeunterricht in Sachen Bier gab: Der Regisseur, Autor und Schriftsteller trug – Respekt – fünfmal hintereinander jeweils eine halbe Stunde lang Texte und Lieder aus seinem neuen Programm „Bierig“ vor. Er redete über das Reinheitsgebot, den Rausch und über alles, was mit des Bayern liebsten Nahrungsmittels sonst noch so zu tun hat. „Ich werde mit dem Stück im nächsten Jahr offiziell auf Tour gehen“, kündigte der Künstler in einer der Pausen an. Und er freute sich über die vielen Kulturnacht-Besucher, die sich immer wieder zur vollen Stunde im Kugers Café einfanden. Unter ihnen Rosi und Mike Magiera. Die 54-jährige Hausfrau und der 55-jährige VR-Bank-Mitarbeiter aus Burgrain genossen die gemütliche Atmosphäre. Vor allem waren sie davon angetan, „dass endlich mal was los ist in der Gemeinde, insbesondere in der Ludwigstraße“.

„Schade, dass wegen Überfüllung nicht alle Platz fanden“

Es wurde getanzt, gelacht und bei Jo Jonietz auch geschaut. Über 100 Zuschauer sahen sich seine spannenden und einfühlsamen Filmvorführungen über die Menschen, die in der Historischen Ludwigstraße leben und arbeiten, an. Der sonst leerstehende Laden an der Ludwigstraße 25 war brechend voll, niemand fand mehr Platz. Und als in den Pausen Jesse Lee Thomson sein Saxophon herausholte, war die Stimmung perfekt. „Schade, dass wegen Überfüllung nicht alle Platz fanden“, sagte Jonietz.

Offiziell endete der Abend um 23 Uhr, nur im Jugendzentrum am Kankerweg feierte man bei der ersten Schlager-Wave-Party und einem Buffet der 1960er Jahre bis weit nach Mitternacht weiter. So wurde in dieser ersten Kulturnacht, die Garmisch-Partenkirchen je erlebt hat, in jeder Hinsicht beste Unterhaltung geboten – genau so, wie es Beate Löw-Schneyder vom Koordinationsteam im Vorfeld versprochen hatte. Und wer nicht so gut zu Fuß war, den brachte ein Shuttle-Bus von Ortsteil zu Ortsteil. Die Region hat auf lockere, natürliche Weise – und das alles kostenfrei – ihre kulturelle Vielfalt unter Beweis gestellt. So kann Kultur auch aussehen.

Barbara Falkenberg

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