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Fordert externe Berater: FDP-Gemeinderat Martin Schröter. 

Externe Berater für Wirtschaftsförderung abgelehnt

Die nächste Schlappe für Martin Schröter

Garmisch-Partenkirchen - Er hat wieder eine Pleite kassiert: Mit seinem Antrag, externe Berater für eine bessere Wirtschaftsförderung zu beauftragen, scheiterte FDP-Gemeinderat Martin Schröter. Der Hauptausschuss votierte einstimmig dagegen. 

In einem ist Martin Schröter wirklich Spitzenkandidat: Auf der Abwesenheitsliste bei Sitzungen gilt er als Top-Anwärter auf den ersten Platz. Auch bei der Anzahl der eingereichten Anträge dürfte er weit vorne liegen. Obwohl er in der Vergangenheit nur selten auf Gegenliebe gestoßen war, macht er – es ist sein gutes demokratisches Recht – weiter. Auf die Gefahr hin, dass seine Anliegen einmal mehr abgeschmettert werden. So wie dieses Mal. Von den Mitgliedern des Hauptausschusses. Einstimmig. Sie lehnten seinen Vorschlag ab, dass der Markt Garmisch-Partenkirchen externe, unabhängige Berater beauftragt, um die Wirtschaftsförderung anzukurbeln.

Schröter greift in seinem Antrag Probleme auf, die nicht neu sind. Er thematisiert den Teufelskreis, in dem sich die Kommune befindet: Die Randlage der Gemeinde und die damit verbundenen infrastrukturellen Nachteile veranlassen Unternehmen abzuwandern. Dadurch gehen qualifizierte Arbeitsplätze verloren. Junge Menschen stehen vor geringen beruflichen Perspektiven, weshalb es sie in die Großstadt zieht. Die Folge für den Ort? Er überaltert.

Dem muss gegengesteuert werden. In diesem Punkt herrscht Konsens. „Vielfältige Anläufe sind gestartet, abgebrochen oder im Ergebnis verworfen worden, das heißt sie sind ohne umgesetzt zu werden, in den Schubladen der Amtsstuben verschwunden“, wirft Schröter den Verantwortlichen vor. Gescheitert an Einzelinteressen, obwohl die Mehrheit ein Gesamtkonzept fordert. „Die Steuerkraft der Marktgemeinde ist rückläufig, ihr Immobilieneigentum schmilzt weiter.“ Außerdem lehne die Mehrheit die Reprivatisierung von Anteilen der Bayerischen Zugspitzbahn AG ab. Das alles bringt den FDP-Mann zu dem Schluss, neutrale, auf Kommunen spezialisierte Berater zu beauftragen. Zum Beispiel Unternehmensberater oder Universitäten. Ziel soll sein, die Bereiche Tourismus, Gesundheit und Sport zu stärken und darauf aufzubauen, neues Gewerbe mit Arbeitsplätzen anzusiedeln und den Mittelstand zu fördern.

Wirtschaftsförderer vertritt andere Meinung

Das Thema fällt in den Aufgabenbereich von Oliver Steinbach. Der Wirtschaftsförderer hat sich mit dem -referenten Claus Gefrörer (CSU) zusammengesetzt und Schröters Aspekte überprüft. Doch die beiden malen längst nicht so schwarz wie der Antragssteller. So berichtete Steinbach, dass sich das Steueraufkommen in den vergangenen Jahren um 20 Prozent erhöht hat. „Die Tendenz ist zufriedenstellend“, sagte er in der Sitzung. Von Stillstand keine Spur. Es passiert etwas. Der Wirtschaftsförderer verwies in diesem Zusammenhang auf die Firma EGO, die 2016 ihren Hauptsitz vom Münchner Umland nach Kaltenbrunn verlegte. Oder auf Langmatz. Das Kunststoffverarbeitungs-Unternehmen erhöht ihm zufolge seine Mitarbeiterzahl. „Es könnte natürlich alles besser sein, aber wir sind auf einem guten Weg.“

Steinbach nahm Schröter den Wind aus den Segeln und zählte einige Aspekte auf, wie die Gemeinde versucht, den Strukturwandel zu gestalten. Zum Beispiel mit dem Breitbandausbau, der Förderung von Hotelinitiativen wie dem Bichlerhof sowie dem Projekt „Lebendige Werkstatt“. Außerdem befinde sich das Bauamt in der Ausschreibung, um am „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK) teilzunehmen. Der Wirtschaftsförderer hielt mit seiner Meinung nicht zurück. „Aus meiner Sicht macht der Antrag keinen Sinn.“ Aus der Sicht der Ausschuss-Mitglieder, darunter Gefrörer, ebenfalls nicht. Und der CSU-Rat nutzte die Gunst der Stunde, um Tacheles zu reden. „Ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass Herr Schröter die Gemeinde vor sich hertreiben will“, sagte der Gemeinderat. „Dabei läuft er ihr nach.“

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