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Als Bürgermeister-Kandidat erlitt Martin Schröter (r., hier in einer Podiumsdiskussion neben dem ehemaligen Rathauschef Thomas Schmid) eine herbe Niederlage. Jetzt will er in den Bundestag. 

Neuer Herausforderer für Alexander Dobrindt

Martin Schröter will in den Bundestag

Garmisch-Partenkirchen - Gemeinderat Martin Schröter will Alexander Dobrindt (CSU) herausfordern. Für die FDP und den Wahlkreis 226 will der Garmisch-Partenkirchner als Bundestagsabgeordneter kandidieren. 

Nur etwa 40 Tage im Jahr verbringt Martin Schröter (55) in Garmisch-Partenkirchen. Ein bisschen länger, findet er, wäre schön, bezeichnet er die Marktgemeinde doch als seine Heimat. Er rechnet’s schnell durch: Als Bundestagsabgeordneter wäre er immerhin etwa 240 Tage zu Hause. An der Basis, im Büro der FDP. Das wollen die Liberalen für die Bürger im Wahlkreis 226 und damit in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen sowie Weilheim-Schongau auf jeden Fall eröffnen, sollte es ein FDP-Mitglied bei den Wahlen 2017 nach Berlin schaffen. Noch aber steht nicht einmal fest, wer überhaupt vor Ort den Wahlkampf führen wird. Sicher ist nur: Martin Schröter will. Warum? Eine Frage, die der gebürtige Münsteraner mit druckreifen Sätzen beantwortet.

Kramertunnel und Schienenausbau als Wahlkampfthemen

Generell findet er, dass in Berlin vieles entschieden wird, was Kommunen zwar betrifft, worauf diese aber keinen Einfluss haben. Da wäre die Sache mit dem Kramertunnel. Im Wahlkampfmodus wirft Schröter der Regierung um Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Verweigerungshaltung vor. Der Bau liege brach, weil die Regierung vor einem Rechtsstreit mit dem Bund Naturschutz stehe, der die aktuelle Variante bekanntermaßen ablehnt. Anstatt einen Kompromiss zu suchen, „legt man sich fest und erreicht gar nichts“. Auch das wachsende Verkehrsproblem spricht Schröter an und kritisiert, dass der zweigleisige Ausbau der Strecke München-Mittenwald im Bundesverkehrswegeplan bis 2030 nicht aufgenommen ist. „Einen großen Fehler“ mache Dobrindt da.

Präsentiert Weilheim-Schongau einen eigenen Mann?

Dobrindt, immer wieder Dobrindt. Mit 100 Prozent haben die CSU-Mitglieder ihn bereits als Kandidaten für den Wahlkreis 226 nominiert. Positioniert hat sich auch die SPD: Enrico Corongiu aus Mittenwald oder Felix Burger aus Murnau werden den CSU-Platzhirschen herausfordern. In der Aufstellungsversammlung am 24. September küren die Mitglieder ihren Wahlkämpfer. Die FDP trifft sich am 7. Oktober in Murnau. Die Frage wird sein: Präsentiert Weilheim-Schongau einen eigenen Mann?

Siegfried Appler, Kreisvorsitzender der FDP in Garmisch-Partenkirchen, bezweifelt, ob Schröter die Liberalen im Nachbarlandkreis überzeugen kann. Vorgestellt hat er sich bereits. Kreischef Klaus Breil zeigte sich danach reserviert. „Aus meiner Sicht ist es völlig offen, ob er unser Kandidat wird“, sagte er gegenüber dem Tagblatt. Ob er, der zwischen 2009 und 2013 im Bundestag saß, ein siebtes Mal kandidiert, ließ er offen.

Mut, Ehrgeiz und die Lust, mit Menschen zu sprechen

Schröter fände es „ein schönes Zeichen“, würden sich die Kreise auf einen Kandidaten einigen. Er jedenfalls bringe wichtige Voraussetzungen mit: Mut, Ehrgeiz und die Lust, mit Menschen zu sprechen und sich auf den Weg zu machen. Der ist zumindest von der beruflichen Seite her geebnet: Mit seinem Arbeitgeber hat er eine mögliche Auszeit bereits abgeklärt.

Schröter ist beim Auswärtigen Amt angestellt und arbeitet in der Deutschen Botschaft in Luxemburg. Den Bundestag kennt er: Von 1998 bis 2001 fungierte er als Verbindungsbeamter zwischen dem Auswärtigen Amt und der FDP-Fraktion. Von 2003 bis 2007 war er europapolitischer Berater der FDP-Bundestagsfraktion.

Als Bürgermeister-Kandidat gescheitert

Keine Frage: Dieser Martin Schröter kann sich verkaufen und kann reden. Was ein Politiker können muss. Er kennt die großpolitischen Themen. Die ein Bundestagsabgeordneter kennen muss. Er ist top-motiviert. Was ein Wahlkämpfer sein muss. Und das Mandat für den Bundestag wäre für ihn ein Traum und „eine Ehre“. Vielleicht machen all diese Voraussetzungen Schröter tatsächlich zum besseren Bundestagsabgeordneten – verglichen mit seiner Arbeit als Marktgemeinderat.

Als solcher tut er sich schwer, mit seinen Ideen durchzukommen. Manches Mal erschien er schlecht informiert, stößt andere vor den Kopf. Auch als Bürgermeister-Kandidat scheiterte er 2014 kläglich. Nur 4,71 Prozent stimmten für ihn. Schröters Nachteil: Er ist selten da. Das könnte sich ja mit der Wahl 2017 ändern.

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