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Interview in der Küche: Vaun-Inhaber Mirjam und Lorenz Steigenberger sowie Kameramann Jochen Keitel.

Heiße Schlacht vor laufender Kamera

Vier Landkreis-Restaurants kämpfen bei Doku-Soap um den Sieg 

Landkreis - Kochshows im Fernsehen laufen vor einem Millionenpublikum. Auch Doku-Soaps, die sich um Essen und Trinken drehen, haben eine große Fangemeinde. Vier Lokale aus dem Landkreis kämpften in dieser Woche bei „Mein Lokal, dein Lokal – Wo schmeckt’s am besten?“ um den Sieg und ein Preisgeld von 3000 Euro. Ein Besuch bei den Dreharbeiten im Restaurant „Vaun“.

Die Speisenkarte ist klein, aber fein, das Restaurant auch. Das „Vaun“ in der Zugspitzstraße im Ortsteil Garmisch brummt. Wer einen Tisch bekommen möchte, muss sich sputen, reservieren oder warten können. „Wir sind gut im Geschäft“, sagt Mirjam Steigenberger (36), die zusammen mit ihrem Mann Lorenz (31) das Lokal betreibt. In Zukunft können sie sich womöglich vor Gästen kaum noch retten. Die Steigenbergers sind in die glückliche Lage geraten, ihren Betrieb fast einem Millionenpublikum präsentieren zu dürfen. „Diese Werbung ist durch nichts zu bezahlen“, sagt die Inhaberin. Mit dem „Vaun“ nimmt das Paar an der siebten Staffel von „Mein Lokal, dein Lokal – Wo schmeckt’s am besten?“ teil. Die Doku-Soap, die auf Kabel eins läuft und von der in Köln ansässigen Good Times Fernsehproduktion GmbH hergestellt wird, lockt täglich rund 800 000 Fans vor den Bildschirm. „Für Kabel eins ist das eine ordentliche Quote“, sagt Aufnahmeleiterin Samy Giray. Das Team um Realisator Rüdiger Schönborn dreht zum ersten Mal in Garmisch-Partenkirchen. Wie die Redaktion auf das „Vaun“ gekommen ist? „Wir haben unsere Quellen, wir recherchieren oder wir bekommen Hinweise“, sagt Schönborn.

Die Konkurrenten: (v. l.) Zeljko Zaya (Jägerstüberl, Grainau), Antonio Ballecco (Trattoria Calabrese, Garmisch), Andreas Mühlthaler (Gasthof zur Linde, Partenkirchen) und Oliver Neth (Strandperle, Seefeld).

Das Glück ist Mirjam und Lorenz Steigenberger ebenso wie ihren Konkurrenten Zeljko Zaya (Jägerstüberl, Grainau), Antonio Ballecco (Trattoria Calabrese, Garmisch), Andreas Mühlthaler (Gasthof zur Linde, Partenkirchen) und Oliver Neth von der Strandperle im österreichischen Seefeld fast vor die Füße gefallen. „Wir haben eines abends einen Anruf erhalten, ob wir uns vorstellen können mitzumachen“, erzählt Mirjam Steigenberger. Die Produktionsfirma lud sie und ihren Mann zum Casting ein. Der Eindruck, den sie hinterließen, muss gepasst haben, denn sie schafften es unter die fünf Kadidaten, die seit Montag vor laufender Kamera zeigten, was sie können und dabei von ihren Mitbewerbern – alles ebenfalls Fachleute – auf Herz und Nieren getestet und am Schluss bewertet wurden.

Im ultimativen Lokal-Konkurrenzkampf flossen viele Aspekte in die Bewertung ein: das Essen, das Preis-Leistungs-Verhältnis, das Ambiente, die Sauberkeit und der Service. Die heiße Schlacht fand unter erschwerten Bedingungen statt. Statt extra kreierter Gourmetmenüs voll ausgefallener Köstlichkeiten ging das alles entscheidende Probeessen bei laufendem Betrieb und Kamera über die Bühne. Die Konkurrenten bestellten à la carte. Da kann der georderte Gaumenschmaus vielleicht schon ausverkauft und das Weinglas im Stress nicht perfekt gespült sein. Klar, dass die Topbewertung von zehn Punkten pro Tester pro Kategorie bei solchen Nachlässigkeiten plötzlich in weite Ferne rückt. Eine vorherige Begehung der Räumlichkeiten inklusive der Küche ermöglichte nicht nur den Gastronomen, sondern auch den TV-Zuschauern Einblicke hinter die Kulissen. „40 Punkte wären schön, mit 36 könnte ich auch leben“, sagt Mirjam Steigenberger. Die gelernte Hotelfachfrau ist für den Service zuständig. Sie und ihr Mann Lorenz, dessen Reich die Küche ist – sein Handwerk hat er im Hotel Alpenhof in Murnau gelernt – waren zuversichtlich alles hinzukriegen. „Natürlich bin ich aufgeregt“,gesteht sie. Ihre Nervosität weiß sie allerdings gut zu verbergen, ihr Mann wirkt nahezu relaxed. Völlig entspannt befolgt er Schönborns Anweisung, rührt den Crêpes-Teig bei laufender Kamera und beantwortet dessen Fragen mit stoischer Ruhe.

Die Frage der Fragen klärte sich erst am Freitag. Wer wird mit dem „Goldenen Teller“ von Kabel eins ausgezeichnet und dem Applaus der Kollegen sowie einem Preisgeld von 3000 Euro belohnt? Mirjam Steigenberger glaubt, „dass wir ganz gute Karten haben“. Wer gewonnen hat, erfahren die Zuschauer von „Mein Lokal, dein Lokal – Wo schmeckt’s am besten?“ wohl erst in zwei Monaten. „Wir haben die Ausstrahlung für Mitte Dezember ins Auge gefasst“, sagt Giray. Und natürlich sind die Teilnehmer dazu verdonnert, nichts zu verraten.

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