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An viele Einsätze, die er in seiner 45-jährigen aktiven Dienstzeit bei der Wehr erlebte, erinnert sich Josef Märkl.

Wehrmänner feiern 125-jähriges Bestehen

Feuerwehr Grainau: Von spektakulären Einsätzen und bescheidener Ausrüstung

Grainau - Die Feuerwehr Grainau feiert ihren 125. Geburtstag. Ein langjähriges Mitglied ist Josef Märkl. Er gehört dem Verein seit 60 Jahren an - und hat viel zu erzählen.

Das Wochenende steht in Grainau ganz im Zeichen der Freiwilligen Feuerwehr: Diese feiert mit einem großen Festprogramm inklusive Festabend, Feldmesse und Festzug ihr 125-jähriges Bestehen. Dann ist auch Josef Märkl mit dabei, der im Rahmen der Veranstaltung für seine 60-jährige Mitgliedschaft im Feuerwehrverein geehrt wird.

Begonnen hatte der „Hassa-Sepp“ den ehrenamtlichen Dienst im Herbst 1956. „Zusammen mit Josef Reiser (vulgo Kruscht), dem späteren Kommandanten, bin ich eingetreten“, erinnert sich der 76-jährige. Die Ausrüstung der Wehr war zu dieser Zeit noch recht bescheiden, die Aufgaben bei weitem nicht so umfangreich wie heute. Da gab es auch noch keine hochwertige Schutzanzüge. „Anfangs war nur eine Löschgruppe mit einem grauen Arbeitsfrack ausgestattet. Dazu trug man alte Helme, den breiten Gürtel und teilweise sogar lederne Kniehosen“, erzählt Märkl. Er wirft bei seinen Erinnerungen immer wieder den Blick in die Vereinschronik, die sein Freund Reiser, der nicht mehr lebt, für die Feuerwehr angelegt hatte und die von seinem Sohn Johann weitergeführt wird. „Zusammen mit den Gansler-Brüdern (zum Blätz‘n), dem Moosbauer Anda, dem Martele-Franz und weiteren Kameraden haben wir den Dienst unter dem Kommandanten Walter Kraus geleistet“, schildert der Landwirt, der nur wenige hundert Meter vom damaligen Feuerwehrhaus entfernt sein Anwesen betreibt und wie viele seiner Untergrainauer Kameraden keinen weiten Weg zum Gerätehaus hatte.

Ein Höhepunkt war dann 1960, als das Vorkriegs-Löschfahrzeug Magirus von dem modernen LF 8 der Firma Borgward abgelöst wurde. „Die Zwischenpumpe haben wir damals selbst eingebaut.“ Eine Bewährungsprobe kam dann schon 1963, als ein Rohrbruch im Grainauer Wassernetz die Pumpe des Fahrzeugs 607 Stunden am Stück beanspruchte, um die Notversorgung aufrecht zu erhalten.

Es gab für Märkl weitere spektakuläre Einsätze. Wie beim Brand des Tiroler Zugspitz-Kammhotels 1962. „Am Michaeli-Tag ging die Sirene. Mit mit der Zahnradbahn sind wir zum Schneefernerhaus gefahren, von dort mit der Seilbahn zum Gipfel. „Mit Reißhak’l und den oben vorhandenen Feuerlöschern gingen wir ans Werk“, schildert Märkl, der auch jener Löschgruppe angehörte, die im Februar 1967 die erste Prüfung für das Leistungsabzeichen in der Wehr überhaupt ablegte. Weitere Erinnerungen gibt es für ihn beim Durchblättern des Albums: Wie die Murenabgänge der Brandlelahne nach Unwettern im August 1969 oder die Großbrände vom „Casa Carioca“ in Garmisch-Partenkirchen und der Gaststätte „Marienalp“ in Hammersbach. Oder als es 1974 in Obergrainau brannte und das neue Tanklöschfahrzeug noch vor der Indienststellung eingesetzt werden musste.

Zusammen mit weiteren langjährigen und verdienten Wehrmännern wird Märkl das kommende Wochenende mitfeiern – und dann mit den alten Kameraden bestimmt viele Erinnerungen an frühere Einsätze der Wehr austauschen.

Das Programm

Samstag, 9. Juli

19.15 Uhr: Aufstellung am Feuerwehrgerätehaus.

19.30 Uhr: Abmarsch zum Kriegerdenkmal an der Pfarrkirche. 19.45 Uhr: Serenade mit Totengedenken.

20.15 Uhr: Rückmarsch zum Festabend im Kurhaus Grainau.

Sonntag, 10. Juli

6 Uhr: Weckruf durch Trommlerzug und Musikkapelle Grainau.

9 Uhr: Empfang der auswärtigen Wehren am Feuerwehrgerätehaus.

9.30 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug am Feuerwehrgerätehaus.

10 Uhr: Festgottesdienst am „Gschwendt“ – anschließend Aufstellung zum großen Festzug zum Musikpavillon.

12 Uhr: Mittagspause im Musikpavillon. Es unterhält die Musikkapelle Grainau.

14 Uhr: Festansprachen. Anschließend Tanz und Unterhaltung mit der „Neuneralm-Musi“.

Die Feuerwehr bittet um Beflaggung der Häuser entlang der Zugstrecke.


Klaus Munz

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