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Baum-Wörgeln, Durchhacken und Wiagsogschneidn: Die beiden Lokalmatadore Franz Maurer und Karl Simon geben ihr Bestes.

Lokalmatadore geben alles 

Forstdreikampf in Partenkirchen: 26 Männer zeigen ihre Manneskraft

Garmisch-Partenkirchen - Zum ersten Mal fand ein Forstdreikampf im Rahmen der Partenkirchner Festwoche statt. Der Erfolg sprach für sich. 13 Teams traten im Bierzelt am Schützenhaus mit geballter Manneskraft gegeneinander an. Die Lokalmathadore landeten auf den fünften und neunten Platz. Das Rennen machten zwei Teilnehmer aus Schwaigen.

"Das hier ist kein Larifari, hier wird professionell gearbeitet!“ Ansager Sepp Hellweger brachte es beim ersten Forstdreikampf im Partenkirchner Festzelt deutlich auf den Punkt. Die meisten Teams haben sich bereits Monate im Voraus auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Mit entsprechendem Ernst und gut präpariertem Werkzeug gingen die Mannschaften den Wettbewerb an. Erfreulich war die Publikumsresonanz. Beste Stimmung herrschte im voll besetztem Festzelt am Schützenhaus. Zum Gelingen des unterhaltsamen Abends trug auch die Musikkapelle Partenkirchen – diesmal unter Leitung des Vize-Dirigenten Sepp Anzenberger – klangvoll bei.

Die vielen Teilnehmer aus den umliegenden Gemeinden Ohlstadt, Schwaigen und Eschenlohe fieberten dem Forstdreikampf-Auftakt bereits gespannt entgegen. Die Schiedsrichter Josef Schmid (Sabein), Josef Gillmeyer (Lenz), Toni Grasegger (Jakom) und Josef Hornsteiner hatten die Aufgabe, die Leistungen der Männer zu bewerten. Gegen 20.30 Uhr hatte das Warten ein Ende. Als erstes Zweier-Team von insgesamt 13 mussten Konrad Mangold und Alois Bauer aus Schwaigen ran. Es galt, einen Baumstamm von der linken Bühnenecke auf die andere Seite und wieder retour mit dem Sapie zu worgeln. Nach dieser Aufgabe ging es für Mangold und Bauer ans Durchhacken eines Rundlings. Nach der schweißtreibenden Übung war noch das Wiagsogschneidn angesagt.

„Jetzt wird‘s anstrengend, durchziach‘n Mannda“, ermunterte Hellweger die Forstkampf-Teilnehmer. Nach nur 1,02 Minuten blieb die Zeitnahme stehen. Dies war eine Vorgabe, die es nunmehr zu schlagen galt.

Nach dieser Leistung gab es eine kurze Pause. Das Sägemehl wurde fein säuberlich von der Bühne gekehrt, die Musik spielte auf. Und schon ging es für das nächste Team weiter. Der Tiroler Marco Maaß – ein erfahrener Steinheber – trat mit Mario Brandtner als zweite Mannschaft an. Dass dieser Forstdreikampf auch für einen Kraftheber kein Zuckerschlecken ist und spezielles Training erfordert, wurde schnell deutlich. Denn bereits das Worgeln des unrunden Baumstammes bereitete den beiden Schwierigkeiten, ehe ihnen beim Hacken die Puste ausging. „Da hat da Voda vagess’n, dass er d’Hack scharf macht“, stellte der Ansager am Mikrofon fest. Nach fünf Minuten und acht Sekunden waren die beiden schließlich „erlöst“. Hellweger forderte einen Riesenapplaus vom Publikum ein. „Respekt allen Teilnehmern“ rief er laut in die Reihen.

Forstdreikampf in Partenkirchen: Bilder

Richtig spannend wurde der Wettbewerb mit den Startern acht bis zwölf. Hier waren absolute Spezialisten am Werk. Klaus Käser mit Markus Michl aus Aidling, die Brüder Josef und Toni Utzschneider und Stephan Hiergeist und Georg Schöttl aus Ohlstadt schlugen sich beim Werkeln vorbildlich. Alle Teams erreichten höchst respektable Zeiten. Die von Mangold und Bauer gesetzte Marke verfehlten Käser und Michl gerade einmal um 64 Hundertstel.

Erfolge konnten aber auch die Lokalmatadore für sich verbuchen. Karl Simon und Franzi Maurer aus Garmisch-Partenkirchen schafften mit viel Manneskraft und Schnelligkeit eine Zeit von 1,32 Minuten. Damit landeten beide auf den fünften Rang. Hansi Schnitzer und Martin Feuchtinger belegten mit knapp über zwei Minuten den neunten Platz.

Alles in allem bot der erste Forstdreikampf im Partenkirchner Festzelt viel Unterhaltungswert. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr wäre erfreulich. 

Klaus Munz

Die Ergebnisse:

1. Konrad Mangold/Alois Bauer (Schwaigen) 1:02,21; 2. Markus Michl/Klaus Käser (Aidling) 1:02,85; 3. Stephan Hiergeist/Georg Schöttl (Ohlstadt) 1:06,30; 4. Josef und Toni Utzschneider (Ohlstadt) 1:18,49; 5. Karli Simon (Tschoggl) und Franzi Maurer (Miny) (Partenkirchen) 1:32,06; 6. Thomas und Hansi Demmel (Schwaigen) 1:32,61; 7. Georg Mayr/Toni Schönach (Riegsee/Eschenlohe) 1:53,98; 8. Martin Mangold und Jakob Schönach (Eschenlohe) 1:56,59; 9. Hansi Schnitzer/Martin Feuchtinger (Partenkirchen) 2:09,04; 10. Thomas Lutz/Hannes Hoiß (Egling/Ohlstadt) 2:36,02; 11. Mathias Posch/Joe Gasser (Imst/Tirol) 3:26,51; 12. Simon Pechtl und Christoph Senn (Imst/Tirol) 3:37,88); 13. Marco Maaß/Mario Brandtner (Imst/Tirol) 5:08,51

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