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Sonnt sich im Jubel der Menge: AfD-Chefin Frauke Petry genießt den Empfang, den ihr ihre Anhänger bereiten.

Kleinkariert

Frauke Petry spricht vor mehreren hundert Anhängern

Garmisch-Partenkirchen - Immer wieder brandete Jubel bei den Petry-Fans im Gasthof zum Rassen auf. Die Rechtspopulistin wetterte gegen vieles. Das kam an. Zumindest bei denjenigen, die es in den Saal geschafft haben.

So recht passt sie nicht in die Kulisse des ehrwürdigen Partenkirchner Bauerntheaters. In ihrer kleinkarierten, hellblauen Bluse, mit dem dunkelblauen Blazer, den Jeans und vor allem ihrem Hochdeutsch wirkt Frauke Petry wie ein Fremdkörper im Rassen-Saal. Und doch erntet die AfD-Bundesvorsitzende, die sich als „fröhliche Rechtspopulistin“ vorstellt, wahrscheinlich mehr Applaus als so mancher Dreiakter, den die Theaterer auf diese Bühne bringen. Petry nutzt diese Plattform, um gegen die EU, die deutsche Asylpolitik und alles zu wettern, was das Volk hören will. Und erntet Jubel, Bravo-Rufe und von einem ganz besonders euphorischen Anhänger gar Kusshände. Mit „Frauke, Frauke“-Rufen versucht der blonde Mann die Aufmerksamkeit der gebürtigen Dresdenerin auf sich zu ziehen. Mit mäßigem Erfolg.

Nachdem Helmut Filser und Edeltraud Schwarz vom Kreisverbands Oberbayern Süd-West sowie AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron die Zuhörer mit Attacken gegen das Geschehen im Markt, das „antidemokratische grüne, linke G’schwerl“ (Filser) und die Politik der CSU angeheizt hatten, folgte Petrys Rundumschlag. Mit der Gegendemonstration, die auch Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) besucht hatte, habe sie kein Problem, untermauerte wohl umstrittenste Politikerin der Republik. „Miteinander reden und zuhören wäre aber besser.“ Sie hatte auf eine bunte Diskussion gehofft, die allerdings vom Sicherheitspersonal im Saal etwas ausgebremst wurde.

Das bekam SPD-Gemeinderat Robert Allmann zu spüren, der schon um 17 Uhr Zutritt begehrt hatte – aber immer wieder abgewiesen wurde. Ohne Anmeldung, ohne Bändchen – verteilt wurden grüne, blaue und pink-farbene, je nach Funktion – habe gar er keine Chance, in den Saal zu gelangen, zitiert Allmann die Auskünfte, mit denen er – durchaus freundlich – abgespeist wurde.

Auch ein weiteres Ansinnen der Rechtspopulistin, nämlich vor jungen Leuten zu sprechen, ging in Garmisch-Partenkirchen nicht auf. Das Publikum im vollen Saal ist überwiegend älter. Und jubelt der Chemikerin zu, wenn sie gegen die Sicherheitspolitik sowie die Forderung nach Islam-Unterricht an deutschen Schulen wettert und die Wiedereinführung von Grenzkontrollen fordert. Oder die „irrsinnige Immigrationspolitik“ der Bundesregierung anprangert: „Gerade als Frau wünsche ich mir, dass meine Töchter nicht überlegen müssen, was sie anziehen und wann sie auf die Straße gehen.“ Einen Mitstreiter für ihre Anliegen hat sie in FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gefunden, mit dem sie sich vormittags auf der Zugspitze getroffen hatte. „Wir wollen unsere Zusammenarbeit intensivieren“, verkündete sie unter dem Beifall ihrer Anhänger. Der österreichische Rechtspopulist passt halt zu ihnen. Mit ihm gibt es auch Petry zufolge „nahezu keine Sprachbarrieren“.

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