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Seit 1989 richtet seine Wahlheimat zu seinen Ehren ein Festival aus, das der Freistaat zunächst mit 25 000, dann mit 40 000 und jetzt mit 70 000 Euro bezuschusst. Diese Erhöhung haben die CSU-Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber (l.) und Harald Kühn (r.) von ihrem Parteifreund, Kunstminister Ludwig Spaenle, gestern in München erfahren.

Bürgermeisterin "etwas enttäuscht"

65.000 Euro mehr für Richard Strauss

Garmisch-Partenkirchen - Der Freistaat hält sein Versprechen, wenn auch nicht im erhofften Maß. 65 000 Euro mehr fließen heuer für Richard Strauss – 35 000 davon fürs Institut, 30 000 für das Festival. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hatte mit einem deutlicheren Signal aus München gerechnet.

Seit Monaten redet sich Dr. Sigrid Meierhofer den Mund fusselig. Regelmäßig fahren die Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisterin und Dr. Christian Wolf, Leiter des Richard-Strauss-Instituts, nach München, um auf die enorme Bedeutung des berühmten Komponisten aufmerksam zu machen. Ein großer bayerischer Künstler, der in München geboren wurde und der seine Wahlheimat in Garmisch-Partenkirchen fand. Auch heute noch, 66 Jahre nach seinem Tod, ist Strauss der meistgespielte deutsche Tondichter weltweit. Die Botschaft, dass der Freistaat die Pflege seines Erbes entsprechend unterstützen muss, ist in München angekommen. Das belegte zuletzt eine Debatte im Bayerischen Landtag, bei der sich Vertreter aller Fraktionen einig waren, dass dieser große Bayer bislang völlig unter Wert gefördert wird. Die Hoffnung war folglich groß, dass endlich eine angemessene Summe für Strauss fließt. Zur Erinnerung: In Richard Wagner, einen Sachsen, der allerdings das Glück hatte, dass König Ludwig II. zu seinen Bewunderern zählte, steckt das Land einen Millionen-Betrag.

Für Strauss schießt der Freistaat in diesem Jahr 65 000 Euro mehr zu. Davon gehen 35 000 ans Institut, 30 000 kommen dem Festival zugute. „Überrascht“ vernimmt Wolf diese neuen Ansätze. Dass künftig mit 160 000 Euro wieder etwa die Hälfte der Kosten für die Forschungsstätte an der Schnitzschulstraße ausgegeben werden, sei großartig. Das wertet er „als Bestätigung für unsere Arbeit. Damit kehren wir auch zur ursprünglichen Vereinbarung zurück, die besagte, dass Land und Markt je 50 Prozent für das Institut zahlen“. Was ihn aber völlig erstaunt, ist der Betrag, der für die Veranstaltungsreihe fließt. Die Erhöhung von 40 000 auf 70 000 Euro sei wesentlich geringer ausgefallen als erwartet. Daher meint er, „dass es weiterhin nicht ausgeglichen ist, was da kommt“. Die 27 000-Einwohner-Gemeinde, die das Erbe des großen Künstlers hochhält, gibt 440 000 Euro für Strauss aus. Beim Freistaat mit seinem achtstelligen Etat für Musikpflege – im Haushalt 2016 stehen dafür 51,5 Millionen Euro – sind es 230 000 Euro.

Harald Kühn (CSU), der sich mit seinem Landtagskollegen Martin Bachhuber, für die Erhöhung der Ansätze eingesetzt hatte, ist derweil sehr zufrieden mit dem, was sie bei ihrem Parteifreund, Kunstminister Ludwig Spaenle, erreichen konnten. „Bayern fördert durch seine Unterstützung des Richard-Strauss-Festivals und des Richard-Strauss-Instituts die einzigartige Verbindung von Ort und kulturellem Erbe“, betont Kühn. Er und Bachhuber freuen sich, „dass eine Erhöhung der Fördersummen gelungen ist.“ Zumal damit nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sei, deutet der Murnauer an. „Wir bleiben an dem Thema dran und bewegen uns schrittweise nach oben“, verspricht er. Schließlich liege ihm das Erbe des Komponisten am Herzen. Das aktuell Erreichte „ist ein wichtiger Beitrag, der der Sache dient“.

Ein Argument, dem Meierhofer vor dem Hintergrund der anstehenden Debatte im Gemeinderat über Kulturausgaben nur bedingt zustimmt. Die Mittel fürs Institut freuen sie, die Erhöhung fürs Festival dagegen „enttäuscht“ sie. Die Garmisch-Partenkirchner Reihe sei bayernweit die einzige zu Ehren von Strauss, auch vor diesem Hintergrund „hatte ich den Eindruck, dass er im Freistaat einen höheren Stellenwert genießt“. Angesichts der Zahlen ist sie gespannt, wie die Zukunft des Festivals ausschaut, das nur noch bis 2017 unter künstlerischer Leitung von Brigitte Fassbaender läuft. „Wir haben drei mögliche Konzepte mit namhaften Künstlern und Orchestern.“ Noch ist unklar, was davon mit dieser finanziellen Ausstattung realisiert werden kann.

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