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Rundgang: Matthias Wackerle von GaPa-Tourismus leert wie eh und je an der Münchner Straße einen von 13 Boxen für die Gästemeldescheine aus.

Papierberge abgebaut, Fehler verringert

Jetzt doch! Vermieter steigen auf Online- Melde-Variante um

Garmisch-Partenkirchen - Diese Entwicklung hat selbst die Mitarbeiter bei GaPa-Tourismus überrascht: Das Online-Meldeverfahren für Vermieter wird mehr als gut angenommen. Die Zahlen sind explosionsartig gestiegen.

Die Papierflut ist abgeebbt. Auf den Schreibtischen in der Gästeanmeldung stapeln sich nicht mehr Berge von Meldebögen. Ein Segen für die Mitarbeiter. Mittlerweile beackern sie diese am Computer. Zumindest größtenteils. Ein paar Zettel flattern immer noch so ein. Es sind Ausnahmen. Nach zahlreichen Informationsveranstaltungen und Hilfestellungen von GaPa-Tourismus sind die meisten Vermieter nun umgestiegen – von der veralteten Form hin zur Online-Meldung.

Die Zahlen sind explosionsartig in die Höhe geschossen. Waren es im Juli 2015 noch 22 Prozent, die nach der modernen Methode verfahren sind, liegen die Zahlen heute in einem ganz anderen Bereich. Über 90 Prozent der Vermieter in der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen gehen inzwischen so vor. 93 Prozent der Betten werden online gemeldet. Tourismusdirektor Peter Ries kann es selbst kaum fassen. „Wir waren überrascht“, sagt er, „wie schnell sich das positiv entwickelt hat.“

Belohnung für Gäste der Online-Melder 

Ob die Vermieter die elektronische Variante wählen oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden. „Wir zwingen niemanden“, betont die Leiterin der Gästeanmeldung, Alexandra Ertner-Albrecht. Wer sich allerdings weigert, muss auch mit den Konsequenzen leben. Seit 1. Dezember 2015 gibt es neue Regelungen, das hat der Hauptausschuss der Marktgemeinde im März des vergangenen Jahres beschlossen. Diese sehen vor, dass Gäste, die Kurbeitrag zahlen, den Ortsbus und das Alpspitz-Wellenbad gratis nutzen dürfen. Die Kosten für den Extra-Service trägt GaPa-Tourismus. Aber eben nur für die Gastgeber, die via Internet ihre Urlauber melden. Der „sanfte Druck“, wie ihn Ries bezeichnet, hat gefruchtet.

Beschwerden von denjenigen Touristen, die auf das Zuckerl verzichten müssen, gibt’s immer, sagt Ertner-Albrecht, hätten aber Seltenheitswert. Sie würde es sich in diesen Fällen aber wünschen, dass die jeweiligen Vermieter die Schuld dafür nicht abschieben. Verurteilt soll niemand werden, nur weil er sich gegen die Online-Meldung sträubt. Urlauber in Häusern in Kaltenbrunn oder Schlattan zum Beispiel profitieren ihr zufolge schon mal nicht vom Ortsbus-Angebot. „Der RVO ist ja nicht dabei.“ Solche Einzelfälle sind zu verschmerzen.

Monatsstatistik wieder pünktlich erstellbar

Grundsätzlich fällt bei den Mitarbeitern bei GaPa-Tourismus und speziell in der Gästeanmeldung eine große Last ab. Nur ungern erinnert sich die Leiterin an die Zeiten, in denen sie und ihre Kollegen 82 Prozent der Meldebögen per Hand ins System übertragen haben. 100 Scheine einzugeben, ohne Patzer – so gut wie unmöglich. Jetzt treten viel weniger Fehler auf, sagt sie. Somit entfallen auch die Korrekturen auf den Bescheiden. „Die Arbeit ist nicht weniger geworden, aber anders.“

Ries behält dagegen das große Ganze im Blick und sieht nur Vorteile. Nicht nur finanzielle und organisatorische. „Wir sind wieder in der Lage, 14 Tage nach Monatsende eine Monatsstatistik zu machen“, sagt der Tourismusdirektor. Früher dauerte das bis zu drei Monaten. Die Folge: „Wir sind aus dem Bayerischen Statistischen Landesamt rausgeflogen.“ Gewerbliche Betriebe zum Beispiel müssen ihre statistischen Meldungen deshalb selbst tätigen. Doch Garmisch-Partenkirchen strebt dank der guten Zahlen eine Wiederaufnahme an. „Wir arbeiten uns mühselig zurück.“

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