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Anregungen für die Bürgermeisterin: Dr. Sigrid Meierhofer (3.v.r.) erhält die Praxis-Studie von (v.l.) Klassenlehrerin Inge Ferchl, Maximilian Runge, Julian Ademi, Yasmina Falte Korbinian Trenkler und Seniorenreferentin Ursel Kössel im Rathaus.

Schüler liefern Verbesserungsvorschläge

Garmisch-Partenkirchen im Rollstuhl-Check

Garmisch-Partenkirchen - Projekttag mit Nachwirkung: Schüler haben die Marktgemeinde mit dem Rollstuhl getestet. Ihre Erfahrungsberichte übergaben sie nun der Bürgermeisterin - mit einer Bitte. 

Mit einer Art Antrag sind sie ins Amtszimmer von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hineinspaziert. Die Achtklässler der Mittelschule Garmisch-Partenkirchen am Gröben haben nämlich ein Anliegen: die Verbesserung der Barrierefreiheit in der Marktgemeinde. Die Vorschläge dazu brachten sie gleich selbst mit. Bei einem Praxis-Test im Rollstuhl haben die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen gemacht und diese in einem Bericht zusammengefasst.

Meierhofer nahm sich Zeit für die Abordnung mit Klassenleiterin Inge Ferchl, vier Schülern und der Senioren-Referentin der Marktgemeinde Ursel Kössel (CSB). „Wir wollen Verbesserungen für Behinderte erreichen und die Jugend sensibilisieren“, betonte letztere. Deshalb wurde der „Rollstuhltag“ wiederholt, der bereits im Schuljahr 2010/11 stattgefunden hatte. Nach den Ergebnissen der damaligen Studie „möchten wird mit diesem Bericht erneut Hinweise auf noch nicht abgestellte und mögliche Verbesserungen geben“, sagte Ferchl.

Möglich gemacht wurde der „Rollstuhltag“ im Dezember 2015 durch Horst Demmelmayr. Als Mitglied des Seniorenbeirats hatte er über die Firma Hinrichs zehn Rollstühle besorgt, mit denen Zweierteams zu verschiedenen Zielen starteten. Unterstützt wurde die Aktion sowohl durch die Mutter einer behinderten Schülerin als auch durch eine Brotzeitspende von einem Einheimischen.

Die Eindrücke, die die Schüler sammelten, sind nachhaltig. „Ich nehme mit, dass wir eigentlich alle gleich sind“, resümierte Yasmina Falte (14). „Deshalb sollte es Menschen mit Behinderung leichter gemacht werden.“ Gestört habe sie der oft mitleidige Blick von Passanten. Mitschüler Julian Ademi (13) vertritt die gleiche Meinung. „Alle müssten eigentlich überall und ohne Hindernisse hinkommen.“

Kritik äußerten die Achtklässler an Schwachpunkten wie zu wenigen behindertengerechten Toiletten, Parkplätzen, abgesenkten Bordsteinkanten und Ampeln mit Piepston für Blinde sowie an den öffentlichen Gebäude ohne Fahrstuhl, engen Gängen in Geschäften und den durch Alleebäume verengten Bürgersteigen. „Im Namen aller beeinträchtigten Menschen bitten wir Sie, Frau Bürgermeisterin, die bereits bestehenden Erleichterungen mit Hilfe unserer Anregungen schnell und großzügig weiter auszubauen“, appellierte die Klassenlehrerin. Meierhofer sagte zu, sich um die Anliegen und Tipps zu kümmern. „Viele Planungen von früher waren sicher falsch und bei manchen Projekten wie der Sanierung der Bundesstraßen 2 und 23 im Hinblick auf Barrierefreiheit ist das Straßenbauamt Weilheim zuständig.“ Den Schülern wurde noch erklärt, dass auch die Finanzierung eine große Rolle spielt. „Unsere Gemeinde“, unterstrich Meierhofer, „hat weitere 80 000 Euro für die Verbesserung der Barrierefreiheit im Haushalt eingestellt.“ Und so verabschiedeten sich die Schüler mit einem guten Gefühl, dass ihre Anregungen auf fruchtbaren Boden gefallen sind.

Wolfgang Kunz

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