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Das Amtsgericht verurteilte einen 24-jährigen wegens Betrugs zu 16 Monaten Gefängnis.

Garmisch-Partenkirchner zum fünften Mal vor Gericht

Zweifacher Betrug – 16 Monate Gefängnis

Garmisch-Partenkirchen - Seine hohe Rückfallgeschwindigkeit ist einem Garmisch-Partenkirchner zum Verhängnis geworden. Wegen Betrugs verdonnerte ihn Amtsrichter Andreas Pfisterer zu 16 Monaten Haft ohne Bewährung.

Der 24-jährige Garmisch-Partenkirchner, der mit seiner Hauptschulbildung so anspruchsvoll ist, dass er nach eigener Aussage seit Jahren keine ihm gemäße Arbeit gefunden hat und darum arbeitslos ist, saß jetzt zum fünften Mal vor dem Amtsrichter. Diesmal wegen dreifachen Betrugs. Zuletzt hatte er im Januar 2016 wegen zweifacher Körperverletzung eine milde Bewährungsstrafe bekommen.

Ohne einen Pfennig zu zahlen, hatte er der junge Mann für monatlich 375 Euro ein Zimmer gemietet, dazu auch einen Telefon- und Internetvertrag bei der Telekom abgeschlossen und sich überdies, weil das heute anscheinend zum Mindeststandard auch für Arbeitslose gehört, eine teure Spiele- und Entertainment-Konsole zugelegt. Doch weil das Gericht keine Milderungsgründe fand und überdies auch keine positive Sozialprognose stellen konnte, verurteilte Richter Andreas Pfisterer ihn – unter Einbeziehung der Bewährungsstrafe vom Januar – zu 16 Monaten Gefängnis. Und das, obwohl erst jüngst in seiner neuen Wohnung in Garmisch gefunden seine Freundin eingezogen ist, die in den nächsten Tagen ein gemeinsames Kind erwartet.

Das Zimmer, das er im vergangenen Februar bezogen hatte, war Teil der Wohnung eines Bekannten, der es ihm zunächst freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte, ehe man am 11. Februar 2016 einen Mietvertrag über üppige 375 Euro sowie 500 Euro Kaution abschloss, berichtete der Vermieter. „Doch er vertröstete mich von Tag zu Tag und zahlte nichts. Daraufhin habe ich die Polizei angerufen.“ Etwas anders war es mit dem Telefonvertrag: Dafür hatte nämlich die Schwester des Angeklagten gebürgt. Als sie jetzt als Zeugin aussagen sollte, sagte sie als Verwandte dazu nichts. Deshalb wurde diese Anklage eingestellt. Die teure Spielekonsole wiederum habe er bereits im vergangenen Jahr bestellt, seinerzeit allerdings unter falschem Namen. Doch weil seither nichts bezahlt wurde, blieb dieser Anklagepunkt in vollem Umfang erhalten.

Die Staatsanwältin plädierte auf 15 Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Auch Verteidiger Christian Langhorst blieb bei dieser klaren Sachlage nur der Appell auf mildere Ahndung. Doch die kam nicht: Richter Andreas Pfisterer verhängte eine Gesamtstrafe von 16 Monaten Knast – auch im Hinblick auf die hohe Rückfallgeschwindigkeit des Angeklagten. „Das ist ein starkes Stück.“

Wolfgang Kaiser

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