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Auf der Suche nach ihren Geißen: (v.l.) Tochter Julia mit Vater Toni Leitenbauer und Lenzi mit Mama Helene Ostler hoffen, dass die verschollenen Ziegen und Kitze bald wieder auftauchen.

Unverantwortlicher Hundebesitzer gesucht

19 Ziegen spurlos verschwunden

Farchant- Schon wieder hat ein freilaufender Hund Vieh auf einer Farchanter Weide gejagt. 19 Tiere werden seither vermisst. Die Weidegenossenschaft erstattet Anzeige gegen Unbekannt.

Andreas Leitenbauer, Vorsitzender der Weidegenossenschaft Farchant, ist außer sich. Kürzlich erst hatte ein Husky auf der Freiweidefläche der Genossenschaft ein Ziegen-Kitz gerissen und ein weiteres schwer verletzt. Nun hat sich ein ähnlicher Vorfall ereignet – Schuld ist wieder ein Hundehalter, der sein Tier nicht an die Leine gelegt hat. Schauplatz des Unglücks war die Föhrenheide zwischen Farchant und Oberau. Ein unbekannter Mann bot seinem Vierbeiner keinen Einhalt, als dieser um die 30 Ziegen gejagt hatte. Seit diesem Angriff sind 19 Tiere der Herde – ausgewachsenes Vieh und Kitze – wie vom Erdboden verschwunden. Zwei der vier Herden-Eigentümer vermissen ihren ganzen Bestand.

Auch Helene Ostlers Familie sucht seit Tagen insgesamt sechs Ziegen und Kitze. „Wir waren schon überall“, sagt die Farchanterin. „Ich glaube, ich bin mein Leben lang noch nicht so viel in den Bergen unterwegs gewesen. Von unseren Tieren jedoch keine Spur.“

Jede Spur fehlt auch von dem unbekannten Hundebesitzer. Helga und Wolfgang Müller aus Garmisch-Partenkirchen beschreiben diesen als „Herrn um die 40, mit weißer Hose und Berliner Dialekt“. Das Ehepaar war an besagtem Tag vor Ort und hat den Vorfall beobachtet. Einen Border-Collie soll der Mann an der Leine gehabt haben. Sein zweiter Hund – ein „großes, schwarzes Tier“ – wütete auf der Weide. „Wir haben den Angriff auf die Geißen schon von weitem gesehen“, sagt Helga Müller. „Daraufhin haben wir dem Halter gesagt, dass er sein Tier sofort an die Leine nehmen muss.“ Die unverschämte Antwort auf diese Aufforderung sei gewesen, dass der Vierbeiner „schon zurückkomme, wenn er müde ist“. Seinen Namen wollte der Mann dem Ehepaar nicht preisgeben, woraufhin dieses die Polizei alarmiert hat. Beim Eintreffen der Beamten war der Missetäter jedoch bereits verschwunden.

Leitenbauer fordert eine Anleinpflicht

Leitenbauer kann so ein Verhalten überhaupt nicht verstehen. „Wenn man einen Schaden anrichtet, dann sollte man auch dazu stehen“, empört er sich. Der Wirt der Schachenhütte sieht sich darin bestätigt, dass eine Anleinpflicht in der Nähe von Viehweiden „ein absolutes Muss“ ist. „Es geht nicht anders“, sagt Leitenbauer nachdrücklich. „Sonst brauchen wir bald gar kein Vieh mehr zu halten.“ Die Behörden müssen hier eine entsprechende Regelung verabschieden. In der nächsten Sitzung des Farchanter Gemeinderats soll dies diskutiert werden. Dies bestätigte Verwaltungsangestellte Maria Greisinger.

Für eine solche Anleinpflicht ist auch Tessy Lödermann, Kreisvorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis. „Vor allem in der Weidezeit ist das wichtig“, findet sie. „Alles andere ist unverantwortlich“ Den Vorfall in Farchant verurteilt sie scharf. Dennoch warnt die Leiterin des Tierheims davor, alle Hundebesitzer über einen Kamm zu scheren. „Die meisten sind vernünftig. Schwarze Schafe gibt es überall.“

Den Glauben an das Verantwortungsbewusstsein von so manchem Mitmenschen hat Leitenbauer schon aufgegeben. „Mir kommt es so vor, als sei es immer mehr Spaziergängern egal, was ihre Hunde so treiben. Ich kann doch kein Jagdtier, das nicht folgt, in der Nähe einer Herde frei rumlaufen lassen!“ Im Namen der Weidengenossenschaft hat er nun bei der Polizeiinspektion in Garmisch-Partenkirchen Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Laut Polizeisprecher Josef Grasegger gibt es bislang noch keine weiteren Hinweise über den Verbleib der Ziegen. „Wir gehen der Sache nach“, verspricht der Beamte. Der Vorsitzende der Weidegenossen gibt die Hoffnung nicht auf, hat jedoch eine dunkle Vermutung. „Es könnte sein, dass die Geißen in der Loisach ertrunken sind“, sagt Leitenbauer nachdenklich. Hinweise, wie Kadaver, gebe es bisher jedoch noch nicht. „Wir werden weiter suchen. Aber mit jedem Tag schwindet die Hoffnung ein Stückchen mehr.“

Wer kann helfen?

Wer freilaufende Ziegen im Bereich zwischen Wank und Eschenlohe bemerkt hat, soll sich an Helene Ostler unter 0 88 21/6 81 71 oder Andreas Leitenbauer unter 01 71/4 31 19 76 wenden.

Magdalena Kratzer

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