Demonstriert in Oberau eifrig mit: Alexander Dobrindt (l.) mit VEO-Vorsitzendem Josef Bobinger. foto: veo

Große Erwartungen an Dobrindt

Garmisch-Partenkirchen/Oberau - Die Kämpfer für Ortsumfahrungen im Landkreis nehmen den neuen Bundesverkehrsminister in die Pflicht. Jetzt muss Alexander Dobrindt seinen Worten, dass er hinter den Verkehrsprojekten steht, Taten folgen lassen.

Eine Glückwunsch-E-Mail haben sie schon verschickt. „Damit wollen wir uns auch in Erinnerung rufen“, betont Ursel Kössel, Sprecherin der Bürgerinitiative „Zwei Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“. Die Freude, dass CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Dobrindt in der schwarz-roten Koalition zum Minister für Verkehr und Digitale Infrastruktur aufsteigt, ist bei ihr und ihren Mitstreitern enorm. Mindestens ebenso groß sind die Hoffnungen, die sie in den 43-jährigen Peißenberger setzen. „Er steht im Wort“, findet Kössel. Immer wieder habe er kundgetan, wie wichtig die Umfahrungen von Garmisch-Partenkirchen und Oberau sind - „jetzt ist er in der Position, seinen Worten Taten folgen zu lassen“.

Die Erwartungshaltung der Vertreter der Initiative Verkehrsentlastung Oberau (VEO) ist ähnlich groß: „Herr Dobrindt hat immer gesagt, dass es Lösungen gibt“, erinnert sich Sprecher Christian Allinger. „Damit hat er auch Begehrlichkeiten geweckt. Nun ist er am Zug.“ Der Frust bei den Oberauern war in den letzten Monaten groß. „Wir haben Baurecht und trotzdem bewegt sich rein gar nichts“, verdeutlicht VEO-Vorsitzender Josef Bobinger. Unternehmen konnten sie derweil wenig, weil es bislang keine Ansprechpartner für ihre Anliegen gab. Während der Regierungsverhandlungen, die sich fast über drei Monate hinzogen, „haben wir ruhig gehalten“. Damit ist jetzt freilich Schluss. Am Neujahrstag machen die Oberauer wieder mit symbolischen Tunnel-Portalen, die beleuchtet werden, auf ihre Sache aufmerksam. Im Januar steht dann ein Treffen auf dem Plan, bei dem sie nicht nur einen Besuch im Verkehrsministerium in Berlin, sondern auch die nächste Demonstration besprechen.

„Jetzt müssen wir Gas geben“, unterstreicht Allinger. Die Situation sei einmalig. Neben Dobrindt, der die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Landsberg am Lech im Bundestag vertritt, sitzt nun auch der SPD-Abgeordnete Klaus Barthel wieder im Regierungsboot. Dieser vertritt zwar den Stimmkreis Starnberg, er kümmert sich aber auch um die Belange im Werdenfelser Land. Beide Politiker haben in der Vergangenheit immer wieder ihre Unterstützung für die verkehrsgeplagten Oberauer und Garmisch-Partenkirchner zugesagt. Die Umsetzung lag allerdings nicht in ihren Händen. „Nun können und müssen wir sie aber in die Verantwortung nehmen“, fordert Allinger. „Das ist eine ganz neue Situation, durch die wieder Bewegung reinkommt.“

Ihm und Kössel ist freilich klar, dass auch Dobrindt nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung hat und dass er künftig für Straße, Schiene und Datenautobahn in ganz Deutschland zuständig ist. Trotzdem erhoffen sie sich von seiner Ernennung zum Verkehrsminister Vorteile: „Er kennt die Situation, da muss doch was passieren“, bestätigt Bobinger. „Wenn’s jetzt nicht klappt, dann wohl nie.“ Eine Großbaustelle, nämlich die Umfahrung von Saulgrub, hat Dobrindt derweil schon vom Tisch: Der zweite Bauabschnitt läuft bereits.

Von Tanja Brinkmann

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