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Fremdenverkehrsverein präsentiert neue Ideen

Interaktive Stationen für geologischen Lehrpfad

Garmisch-Partenkirchen - Moderner Spaß mit uralten Steinen: Jetzt wird am Partnach-Uferweg gerechnet und gespielt.

Was lässt sich aus Millionen Jahre alten Steinen machen? Zum Beispiel historische Spiel- und Rechengeräte nachbauen und für jedermann zur Verfügung stellen. Genau das macht der Garmisch-Partenkirchner Fremdenverkehrsverein auf dem geologischen Lehrpfad „Die Steine des Alpenraums“ am Partnach-Uferweg. Vorerst mit einem Tic-Tac-Toe-Spiel. „Das Material ist über 290 Millionen Jahre alt, aus Biotitgneis wie Feldspat, Quarz oder Biotitglimmer und stammt aus dem Vorarlberg“, informiert Bruno Kifinger. Er gehört mit Heiko Düsterhöft, Peter Meinelt und Jürgen Seefried zu den Lehrpfad-Aktiven des Vereins. Viel haben sie mit ihrem Projekt bereits bewirkt. Jetzt sollen zu den bisher 80 Exponaten, den Schau- und Informationstafeln auf dem 1,6 Kilometer langen Weg interaktive Stationen hinzukommen. Kifingers Vorschlag für Tic-Tac-Toe passte da bestens. Im oberen Abschnitt, nahe dem Skistadion aufgestellt, haben nicht nur Kinder großen Spaß daran, auch die Erwachsenen drehen eifrig die Steinewürfel. Die nebenstehenden Regeln sind ähnlich wie beim Mühle-Spiel denkbar einfach. Gelingt es im Spiel gegeneinander, in der Reihe oder Diagonale gleiche Symbole einzudrehen, hat man gewonnen. Noch spannender wird es künftig auf dem Lehrpfad mit dem Abakus. „Die Geschichte des mechanischen Rechenhilfsmittels ist über 3000 Jahre alt“, erklärt Düsterhöft.

Er hatte die Idee, aus Flusssteinen von Isar und Loisach einen Abakus zu bauen. Aus dem chinesischen Kulturraum kommend, war dieser in der Antike bei den Griechen und Römern nicht wegzudenken. Wird in Asien und Osteuropa vor allem in Geschäften in ländlichen Gegenden noch damit gerechnet, kennt man in Mitteleuropa den Abakus nur noch als Kinderspielzeug mit bunten Perlenreihen zum Hin- und Herschieben. Sehr zu Unrecht, denn die Arbeit mit ihm gilt als Gehirnjogging. Alle vier Grundrechenarten bis zu einer Summe von 100 Millionen können mit dem Garmisch-Partenkirchner Gerät ausgeführt werden. Mit dem klassischen Abakus geht es sogar bis zu einer Milliarde. Hundert etwa gleichgroße Flusssteine hatte Meinelt gesammelt. 80 davon wurden von Steinmetz Seefried ausgewählt, durchbohrt und je zehn (fünf heller, fünf dunkler) auf die acht Stahlstangen aufgefädelt. Alles hängt auf einem extra gefertigten Metallgestell von Herbert Saller.

In der untersten Reihe hat jede Steinkugel den Wert von 1, in der nächsten von 10, dann von 100 und so weiter. Einfache Aufgaben durch das Schieben der Steine von links nach rechts zu lösen, gelingt leicht. Pfiffiger muss man schon sein, um schwierige Zahlen zu addieren, subtrahieren, zu multiplizieren oder dividieren. Um den Interessierten die Chance zu geben, alle Rechenmöglichkeiten durchzuspielen, haben sich die Verantwortlichen etwas Besonderes einfallen lassen: Auf der zum Abakus gehörenden Tafel ist ein QR-Code abgedruckt. Folgt man ihm, bekommt man per Video des Deutschen Museums München Spieleanleitungen demonstriert. Ein tausende Jahre altes Rechenhilfsmittel, aus Millionen Jahre alten Steinen nachgebaut, mit Hilfe moderner Medien zu nutzen – eine tolle Herausforderung, die sicher mit Video-und Internetspielen mithalten kann.

Margot Schäfer

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