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Eine passionierte Hobbygärtnerin ist Schwester Irmhild Rother.

Lehrerin mit Leib und Seele

Irmhild Rother ist die Neue im Oden der Armen Schulschwestern

Garmisch-Partenkirchen - Irmhild Rother liebt das Garteln und das Kochen. Als Neue im Orden der Armen Schulschwestern hat sie daher gleich die Küche übernommen. 

Bunte Blumenschalen stehen vor der Klostertür, ein Kräuterbeet soll angelegt, Gemüse angebaut werden. Schwester Irmhild Rother (74) ist die Neue in der Gemeinschaft der Armen Schulschwestern und eine passionierte Hobbygärtnerin. „Leicht ist mir der Umzug ins Werdenfelser Land nicht gefallen“, gesteht die Ordensfrau, die immerhin 35 Jahre in Neumarkt-St. Veit (Landkreis Mühldorf am Inn) lebte, dort an der Mittelschule die Klassen 1 bis 10 als Fachlehrerin in Handarbeit und Hauswirtschaft unterrichtete. „Ich war Lehrerin mit Leib und Seele.“

Darüber hinaus war sie in ihrer Kirchengemeinde, im Ort und vor allem in der Schule bei sozialen Projekten aktiv ehrenamtlich engagiert. So gründete sie eine „Schülerfirma“, die bald so populär und gefragt war, dass sie nicht nur mehrfach mit Preisen bedacht, sondern auch zu Messen nach Nürnberg, Berlin und Hamburg eingeladen wurde. „Mir ging es dabei stets um eine gesunde, bewusste Ernährung, um Nachhaltigkeit und den Schöpfungsgedanken.“ Fünf Kochbücher hat Schwester Irmhild dazu herausgegeben. Gründe genug, dass die beliebte Lehrerin von ihrer Schulleiterin, ihrem Pfarrer und dem Bürgermeister für die Bundesverdienstmedaille vorgeschlagen und mit dieser für ihre Lebensleistung vor Kurzen geehrt wurde. „Ich kann es bis heute noch gar nicht so richtig glauben“, erklärt die Ordensfrau bescheiden.

Mit 15 Jahren für Orden entschieden

15 war sie, als sie die Entscheidung traf, einem Orden beizutreten. 1941 in Oberschlesien geboren, musste sie die Heimat mit der Mutter und den Schwestern verlassen. Der Vater war im Krieg gefallen. Die Flüchtlinge strandeten in Oberfranken, im Landkreis Wunsiedel. Bei den Schulschwestern in Neunburg vorm Wald absolvierte das junge Mädchen eine Grundausbildung in Handarbeit und Hauswirtschaft, ging nach München, machte ihren Fachlehrer und ein Studium in Hauswirtschaft, Handarbeit und Pädagogik. „Im Referendariat war ich zwei Jahre in Murnau, also schon einmal ganz in der Nähe“, erzählt sie. 1966 begann sie ihr Noviziat in München. Nach 13-jähriger Tätigkeit in Laufen und einem Jahr in Marktoberdorf kam sie nach Neumarkt-St. Veit, „Hier habe ich mich sofort wie zu Hause gefühlt“. Bis weit über das Rentenalter blieb Schwester Irmhild in der Mittelschule – ist die letzte Ordensfrau im Schuldienst im Landkreis Mühldorf. Nur noch mit einer Mitschwester lebte sie zuletzt in einem dem Orden gehörenden Haus, das schließlich geräumt werden musste.

Im Ortsteil Garmisch fühlt sie sich inzwischen nach überstandener längerer Krankheit angekommen. Sie hat bereits die Küche in der Ordensgemeinschaft der Armen Schulschwestern übernommen, kauft gern ein und möchte sich auch sonst weiter einbringen. „Ich bin offen für alles, was kommt und freue mich auf den Neustart.“

Margot Schäfer

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