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Ein Schlüsselgrundstück im Kandahar-Zielbereich gehört dem Landwirt, der über den Zustand seiner Flächen nach den Weltcup-Rennen klagt.

Einigung im Streit um Weltcup-Tribüne in Sicht

Kandahar-Rennen: Segen für Grundstückstausch

Garmisch-Partenkirchen - Noch ist der Streit um ein Grundstück im Kandahar-Zielbereich nicht behoben. Die Zeichen stehen aber auf Einigung. Durch einen Grundstückstausch soll der leidige Zwist ein gütliches Ende nehmen.

Eine Einigung im Streit um ein Grundstück im Kandahar-Zielbereich scheint zum Greifen nahe. Der Gemeinderat hat Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) am Mittwochabend hinter verschlossenen Türen das Mandat erteilt, mit dem betroffenen Landwirt über einen Grundstückstausch zu verhandeln. Und das Gremium steckte den Rahmen ab, den es mitträgt. Dem Vernehmen nach sind nämlich nicht alle Bedingungen, die der Grundbesitzer zunächst an seine Zustimmung zu dem Kompromiss geknüpft hat, bei den Kommunalpolitikern gut angekommen. Offenbar stellte er über seinen Münchner Anwalt, der am Donnerstag nicht zu erreichen war, ein paar Forderungen zu viel.

Den möglichen Tausch der Grundstücke – der Landwirt soll eine weitaus größere Fläche auf der anderen Seite der Bahngleise bekommen, die nicht von den Weltcup-Veranstaltungen tangiert ist – segnete das Gremium derweil ab. Auch darüber, dass das Organisationskomitee (OK), das dem Markt den Wertausgleich in sechsstelliger Höhe zahlt, dafür Planungssicherheit bekommt, bestand in nichtöffentlicher Sitzung wohl Einigkeit. Somit trägt die Gemeinde die Kosten für die Beschneiung weiterhin. Und zwar die, die anfallen, um die Strecke mit der Schneeauflage zu versorgen, die für den Rennsport wesentlich dicker ist als für den touristischen Skilauf. Im Schnitt schlägt das mit 500 000 Euro zu Buche. Nachdem das OK um Geschäftsführer Peter Fischer für den angestrebten Kompromiss tief in die Tasche greifen muss, soll es im Gegenzug für mehrere Jahre die Zusage erhalten, dass der Preis für die Schneekanonen vom Markt gezahlt wird.

Zu dem, was unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen wurde, äußert sich offiziell niemand. Zu viele Rückschläge mussten alle Beteiligten schon verkraften. „Ich warte den Notartermin ab“, unterstreicht Fischer. Ehe die Tinte unter dem Vertrag nicht trocken ist, schweigt er zu diesem „schwebenden Verfahren“. Die Unterschrift unter besagtem Schriftstück kommt dabei gar nicht von ihm, auch wenn das OK der Beklagte ist. Vertragspartner des Grundbesitzers ist der Markt.

Aber auch Meierhofer lässt sich nicht entlocken, was sie von dem angestrebten Kompromiss hält. Ähnlich wie Fischer hat sie etliche schlaflose Nächte hinter sich und hofft auf eine Lösung, die beide Seiten akzeptieren. „Wir haben wirklich alles getan, um eine gütliche Einigung herbeizuführen“, betont sie. Und das vor allem vor dem Hintergrund, dass schon im Lauf der Verhandlungen vor dem Landgericht München II angekündigt wurde, „dass keine Seite ein Urteil gegen sich anerkennt“. Im Klartext heißt das: Sowohl der Markt als auch der Grundbesitzer, dem der Zustand seines Bodens nach dem Abbau der Zuschauer-Tribünen seit langem missfällt, wollen in diesem Fall in Revision gehen. „Das würde einen jahrelangen Rechtsstreit bedeuten“, meint die Bürgermeisterin. Dieses Szenario, hofft sie, umgehen zu können.

Sollten die Gespräche mit dem Landwirt und seinem Anwalt ein gutes Ende nehmen, dann kommt das Ganze im nächsten Gemeinderat erneut auf die Tagesordnung – diesmal öffentlich. Wenn nicht, dann ist auch Meierhofer nach den monatelangen Verhandlungen ratlos: „Wir sind am Ende unserer Möglichkeiten.“ Allerdings ist sie wie auch Fischer zuversichtlich, dass endlich ein Weg gefunden wurde, den alle Beteiligten mitgehen können.

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