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Gehen in dieselbe Richtung: Bürgermeister Adolf Hornsteiner (vorne) und sein Stellvertreter Gerhard Schöner (l.). Die Aufnahme zeigt die beiden am Samstag beim Feuerwehr-Jahrtag in Mittenwald.

Karwendelbahn AG: Weiterer Etappen-Erfolg für Rathaus-Duo 

Gerhard Schöner darf Aufsichtsrat bleiben

Mittenwald - Mittenwalds Vize-Bürgermeister Gerhard Schöner (CSU) bleibt Mitglied im Aufsichtsrat der Karwendelbahn AG. Das Registergericht München hat den Abberufungsantrag der Konsortium AG abgeschmettert.

Der Dauerdisput zwischen den beiden Hauptaktionären der Mittenwalder Karwendelbahn AG ist um eine Facette reicher. Und wieder einmal geht die Marktgemeinde in einem Rechtsstreit gegen die Konsortium AG als klare Siegerin hervor. Die Heidenheimer Investorengruppe um den vorbestraften Wolfgang W. Reich, die seit geraumer Zeit die Vorstandsposten in der Aktiengesellschaft bekleidet, hat hingegen erneut eine krachende Niederlage erlitten.

Diesmal hatte das Registergericht München über den von Reich und Co. gestellten Abberufungsantrag von Aufsichtsrat Gerhard Schöner zu entscheiden. Um es vorwegzunehmen: Der Vize-Bürgermeister und enge Verbündete von Rathauschef Adolf Hornsteiner (CSU) darf weiterhin im Kontrollgremium bleiben. „Ein wichtiger Grund zur Abberufung des Aufsichtsrats Schöner liegt nicht vor“, heißt es unter anderem in der Urteilsbegründung, die dem Tagblatt vorliegt.

Von allen Punkten freigesprochen

Von allen Punkten, die Schöner von der Konsortium AG zur Last gelegt wurden, sprach ihn das Gericht frei. Etwa, dass sich der Rathaus-Vize in Tagblatt-Artikeln negativ über die Arbeit des Vorstands geäußert haben soll. „Nicht jede Kritik ist herablassend und herabwürdigend.“ Schöners Äußerungen bewegen sich „im Rahmen sachlicher Kritik“, stellt das Registergericht ferner fest.

Seit mehreren Monaten nimmt das Sprachrohr der Gemeinde, die über 30 Prozent der Karwendelbahn-Aktien hält, nicht mehr an Aufsichtsratssitzungen teil. Laut Bürgermeister aus gutem Grund. Wie Hornsteiner jüngst bei der Bürgerversammlung, an der auch Reich und der aktuelle Vorstand Patrick Kenntner teilnahmen, mitteilte, gebe es für die Aufsichtsräte keinerlei Unterlagen vorab. So sollte beispielsweise Schöner am 13. November 2015 bei einer Sitzung des Kontrollgremiums unter anderem über folgende weitreichende Tagesordnungspunkte mitentscheiden: erneute Kapitalerhöhung um 10 Prozent; Auslagerung der Gastronomie in eine eigenständige GmbH sowie Gründung der Karwendelbahn Immobilien AG & Co. KG, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft mit zunächst 50 000 Euro Grundkapital. „Bisher ist es uns gelungen, das alles zu verhindern“, verdeutlichte Hornsteiner. Er fragte sich, welchem Zweck diese Zerstückelung der Karwendelbahn dienen soll. Reich und Kenntner im Publikum schwiegen. Auch eine entsprechende Tagblatt-Anfrage blieb einmal mehr von den Herren unbeantwortet.

Keine Protokolle über Aufsichtsratssitzungen in Heidenheim

Schöner wollte dem Bürgermeister zufolge an der offensichtlichen schrittweisen Zerschlagung des Unternehmens nicht beteiligt sein. Sein Nichterscheinen bei den Aufsichtsratssitzungen in Heidenheim hat aber auch den Grund, dass laut Hornsteiner über diese Treffen keinerlei Protokolle verfasst werden. Nicht zuletzt deshalb fragt sich der Bürgermeister: „Kann das in einem Rechtsstaat möglich sein?“ Um postwendend selbst die Antwort zu geben: „Ich sage nein!“

Interessant ist zudem, was das Registergericht zum Thema Vorbereitung auf eine Sitzung allgemein festgestellt hat: „Ein Aufsichtsratsmitglied ist auch nicht verpflichtet, ohne vorherige ausreichende Information und die Übersendung geeigneter Unterlagen (...) zu erscheinen, umso mehr, wenn die Sitzungen nicht am Sitz der Gesellschaft durchgeführt werden.“

Gericht sieht im Bebauungsplan Aufrechterhalten des Status quo

Auch der Vorwurf der Konsortium AG, Schöner habe bei der Aufstellung eines Bebauungsplans seitens des Gemeinderats die Gesellschaft geschädigt, läuft ins Leere. Darin werden Grundstücke der Karwendelbahn als Parkflächen manifestiert, was zuletzt Reich und Co. die Zornesröte ins Gesicht trieb. Ihre Intervention bei Justitia hilft da auch nicht weiter. Das Registergericht sieht in dem Bebauungsplan das Aufrechterhalten des Status quo. Das bedeutet weder eine Begünstigung noch eine Verschlechterung für die Karwendelbahn. Auch in diesem Punkt wird Schöner entlastet. Mit ihm müssen die Heidenheimer wohl bis auf Weiteres an einem Tisch sitzen.

Christof Schnürer

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