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Nichts geht: Das Nordportal des Kramertunnels ist verwaist.

Zweiter Startschuss für den Bau frühestens 2018

Kramertunnel: Viele Probleme ungelöst

Garmisch-Partenkirchen - Seit 2013 geht nichts mehr an der Baustelle Kramertunnel. Zwar hat das Staatliche Bauamt Weilheim das ergänzende Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern eingereicht, doch bis die Arbeiten wieder aufgenommen werden, können noch Jahre vergehen.

Am Donnerstag war der Bundesverkehrswegeplan 2030 Thema im deutschen Bundestag. Die Beamten von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) haben in diesem Papier, das im Dezember verabschiedet werden soll, Garmisch-Partenkirchen großzügig bedacht und Wank- und Kramertunnel in den vordringlichen Bedarf hochgestuft. Am Mittwoch beschäftigte sich auch der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat mit diesem Thema – ausführlich. Die Kommunalpolitiker bekamen Informationen über den aktuellen Stand der Dinge von Michael Kordon – vor allem, was den Kramertunnel angeht. Was sie besonders interessierte, brachte Peppi Braun (Freie Wähler) auf den Punkt: „Wann geht es weiter?“, wollte Braun wissen. Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim und federführend für den Bau des Kramertunnels verantwortlich, konnte keinen exakten Zeitplan nennen. Er machte deutlich, dass noch viele Dinge gelöst werden müssen, ehe der Bau wieder aufgenommen werden kann. Angefangen vom ergänzenden Planfeststellungsverfahren, das Kordon und seine Mitarbeiter bei der Regierung von Oberbayern – die Einspruchsfrist endet am 14. Oktober – mit einiger Verzögerung mittlerweile eingereicht haben, bis zu einer möglichen Klage des Bunds Naturschutz (BN). „Was passiert, wenn die Naturschützer vor Gericht ziehen, kann ich nicht sagen. Das wäre Kaffeesatzleserei“, sagte Kordon.

Im Erkundungsstollen fehlen noch 348 Meter

Selbst bei dem Verzicht des BN auf einen Gang vor den Kadi, dürfte noch viel Zeit ins Werdenfelser Land gehen, ehe wieder die Bagger rollen, um das letzte 348 Meter lange Reststück des Erkundungsstollen fertigzustellen und mit dem eigentlich Bau der Röhre – durch die in Spitzenzeiten bis zu 10 000 Autos rollen werden – zu beginnen. „Erst muss der Bundesverkehrswegeplan 2030 Rechtskraft erlangen, was heuer, aber auch erst im nächsten Jahr passieren kann“, sagt Kordon. Mit dem zweiten Startschuss für den Bau rechnet er frühestens 2018 oder 2019. „Kommt die Klage, kann’s noch länger dauern.“ Der Bau ruht seit 2013.

Drei Quellen sind trocken gefallen

Auf die Probleme, die im und am Berg aufgetreten sind, wies der Diplom-Ingenieur noch einmal hin. Und er zeigte Lösungen auf. Um im hochsensiblen Bereich des Felssturzes arbeiten zu können, soll dort das Wasser abgesenkt werden. Nachdem die Quellen und auch der Schmölzersee in der Folge trocken fallen, „wird dieser Bereich künstlich aus dem Lahnewiesgraben bewässert“. Vor allem die hochwertigen Hangquellmoore haben die Straßenbauer im Blick. All diese Dinge würden nicht passieren, könnte man sich zum Einsatz einer Tunnelbohrmaschiene durchringen. Den lehnt Kordon aber ab. Zu teuer. Die Kosten für das 190-Millionen-Euro-Projekt würden um satte 80 Millionen Euro steigen. „Das wäre unverhältnismäßig“, sagt er. Ausgleichsmaßnahmen wird es im Bereich des Hauptdolomits geben. „Drei Quellen sind trocken gefallen“, bedauert Kordon. Im Gegensatz zu diesem Abschnitt habe die erforderliche Umleitung der Durerlaine im Bereich des Südportals keine Auswirkungen auf die Umwelt.

Trasse unverhandelbar

Die Trasse an sich hält er für unverhandelbar. Je weiter sich der Tunnel vom Erkundungsstollen entferne, „desto unsicherer die Lage und desto größer das Risiko. Wir aber wollen jedes Risiko vermeiden."

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