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Mag offenbar das Werdenfelser Land: Thailands Kronprinz Maha Vajiralongkorn.

Thailands künftiger König mag den Landkreis

Der Kronprinz und seine märchenhaften Besuche

Landkreis - Er soll Thailands nächster König werden – und hat offenbar eine Schwäche fürs Werdenfelser Land: Kronprinz Maha Vajiralongkorn taucht mit seiner riesigen Entourage immer wieder im Landkreis auf. Mal radelt der Tross nach Eschenlohe und kehrt in den Gasthof zur Brücke ein, mal geht es in Garmisch-Partenkirchen auf die Skipiste.

Nein, den Ansprüchen eines Bilderbuch-Märchenprinzen wird Maha Vajiralongkorn (64) eher nicht gerecht. Unzählige Geschichten, Skandälchen und Eskapaden ranken sich um den thailändischen Thronfolger, der nach dem Tod seines populären Vaters als designierter König ganz aktuell ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit gerückt ist. 

In den Medien bekommt er derzeit die wenig honorigen Titel „Prinz Protz“ und „Prinz Bauchfrei“ verliehen – Anspielungen auf einen wenig bescheidenen Lebensspiel und sein, vorsichtig formuliert, manchmal unorthodoxes Erscheinungsbild. So kursierten Fotos vom Münchner Flughafen, die den Königssohn in einer tief hängenden Jeans und mit kurzem Tank-Top zeigen. Beim eigenen Volk gilt Maha Vajiralongkorn, der sich seit Jahren immer wieder in Bayern aufhält und sich in Tutzing für geschätzt zehn Millionen Euro eine denkmalgeschützte Villa gekauft hat, als unbeliebt. 

Die Region reagiert allerdings eher verzückt, wenn sich der designierte König, der frühestens in einem Jahr die Nachfolge des Vaters antreten möchte, die Ehre gibt – und das scheint zumindest bisher nicht so selten der Fall gewesen zu sein. Und wo Maha Vajiralongkorn auftaucht, bleibt er nicht lange unentdeckt. Dafür sorgt sein zig Personen umfassender Begleit- und Sicherheits-Tross. In Eschenlohe, weiß Bürgermeister Anton Kölbl (CSU), heiße es mittlerweile nur noch: „Der Prinz war wieder da.“ Dessen Besuche seien „unübersehbar“ im Dorf.

Thailand Thronfolger wählt eine bayerische Wirtschaft mit eigener Metzgerei

Dort reist die majestätische Abordnung immer wieder gerne per Rad an und kehrt in den Gasthof zur Brücke direkt an der Loisach ein. Damit wählte der Thronfolger, dem viele Verschwendungssucht attestieren, keinen überkandidelten Sternetempel, sondern eine bayerische Wirtschaft mit eigener Metzgerei, geführt von Familie Reiter. Die aber schweigt eisern über ihre außergewöhnlichen Stammgäste: Man lasse dem Kronprinzen seine Ruhe, wolle nicht über ihn sprechen.

Auch im Garmisch-Partenkirchner Grand-Hotel Sonnenbichl übt sich das Personal in Diskretion: Man wisse nicht, wo der Prinz wohne und gebe aus Datenschutzgründen grundsätzlich keine Auskunft über Gäste und Reservierungen. Dabei beteuern Insider, Maha Vajiralongkorn habe sich mit seiner Entourage großzügig eingemietet im Grand-Hotel, als er etwa im vergangenen Winter in Garmisch-Partenkirchen zum Skifahren weilte. Zumindest das sportliche Vergnügen ist verbürgt: Der 64-Jährige ging mit seinen Begleitern den ganzen Winter über immer wieder auf die Pisten, begleitet von Skilehrern der Skischule GaPa. Leiter Michael Brunner erhielt die Anfrage – und sagte zu: Der Thai-Prinz und seine weibliche Begleitung wurden jeweils mit eigenem Skilehrer ausgestattet, auch der Tross bekam Fachleute zur Seite gestellt. Maha Vajiralongkorn beherrscht die Alpin-Bretter, das hat Brunner mit seinem Expertenblick erkannt. Und: Er sei ein sehr begeisterter Skifahrer.

Dabei galt: Der Prinz ist nie allein. „Immer sind sechs, sieben Leute um ihn rum“, sagt Brunner. Die Begleiter, die auch immer die Ausrüstung holten, bevor Maha Vajiralongkorn vorfuhr, empfand er als „sehr nett“; dem Prinzen gegenüber habe „normale, höfliche Distanz“ geherrscht. Brunner denkt gern an diese Tage zurück – zumal er nicht weiß, ob Maha Vajiralongkorn in seiner neuen Rolle zurückkehren wird. „Für uns war das eine nette Erfahrung, die wir im Kopf behalten werden“, sagt Brunner. „Es hat schon etwas Erhabenes, wenn man so jemanden bedienen darf.“

Auch Kölbl freut sich über die häufigen hohen Besuche in seinem Dorf, die ihm das Gefühl geben, dass der Kronprinz Gefallen an Eschenlohe findet. 30 bis 50 Personen, schätzt der Bürgermeister, umfasste jeweils der „Hofstaat“ – allesamt in schwarzen Radklamotten, mit vielen Funkgeräten im Gepäck. „Das schaut immer ein wenig so aus wie in einem James-Bond-Film“, sagt Kölbl.

Bisher fand der Bürgermeister noch keine Gelegenheit für einen direkten Kontakt zum künftigen König. „Wenn sie sich ergäbe, würde ich ihn ansprechen“, sagt Kölbl. Doch Begleiter schirmten den Prinzen ständig ab. „Und in diesen Pulk würde ich nicht reingehen.“

Übrigens: Murnau hatte Maha Vajiralongkorn mindestens einige Jahre zuvor kennengelernt. Öffentlich bekannt wurde sein Besuch 2008 mit seiner damaligen Ehefrau Srirasmi, Kind und 50-köpfiger Abordnung. Familie und Anhang ließen es sich im Staffelseefreibad Lido gut gehen und kauften in der Fußgängerzone ein – leger gekleidet wie normale Touristen. Märchenhaft.

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