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Mitreißend: Das Percussion-Duo „Double Drums“ mit Alexander Glöggler (l.) und Philipp Jungk entlockt Instrumenten und Alltagsgegenständen Töne.

Neue Klangwelt beim Kulturbeutel

Ausnahme-Duo trommelt Zuhörer aus den Sitzen

Garmisch-Partenkirchen - Alexander Glöggler und Philipp Jungk alias „Double Drums“ nehmen ihr Publikum mit auf eine „Reise durch rhythmische Welten“ - und begeistern.

Dass man mit Blecheimern, Plastikkanistern, Kochtöpfen, Akkubohrern, Pappkartons und Alu-Leitern eine eigene Klangwelt erzeugen kann, bewies das preisgekrönte Percussion-Duo „Double Drums“ auf der Kulturbeutel-Bühne U1 in Garmisch-Partenkirchen. Fetzig ging es zu, der Saal im Untergeschoss des Kongresshauses war rappelvoll, die Zuhörer, meist mittleren Alters, klatschten begeistert mit. Alexander Glöggler und Phillipp Jungk nutzten neben klassischen Instrumenten wie Gongs, Trommeln, Marimba – ein in Guatemala entwickeltes Schlaginstrument, das Jungk mit vier Schlagstöcken virtuos beherrschte – Alltagsgegenstände, um ihr Publikum mitzureißen und in teilweise ekstatischen Trommeleinlagen in ihren Rhythmuskosmos zu entführen.

Es ist ohne Übertreibung ein Ausnahme-Duo, das da seine Zuhörer förmlich aus den Sesseln trommelte und frenetischen Beifall klatschen ließ – und das schon vor der Pause. Mit ihrer locker-sympathischen Art verstanden es die beiden jungen Percussionisten mit Meisterklassenabschluss durch eine Vielfalt an Tönen und Klangfolgen eigene Welten entstehen zu lassen: In ihrem ersten Stück mit dem Titel „Deep Stream“ fand man sich unter glucksenden, blubbernden und plätschernden Geräuschen in einer Unterwasserwelt wieder, blaue Rauchschwaden sorgten für eine mystische Stimmung. In „Taklamakan“, benannt nach der chinesischen Wüste, führten die Instrumente das Publikum in die Stille des Sternenhimmels, um dann in einen Wüstensturm umzuschlagen.

Nicht umsonst nennen die beiden Vollblutmusiker, die sich 2004 zusammentaten, ihr Programm „Reise durch rhythmische Welten“ – ja, man reiste mühelos und verzückt durch Länder und Gefühlswelten. Ließ sich im Raumschiff „Alpha“, so ein weiterer Titel, mitnehmen ins All, durch Kaskaden von Trommelschlägen in andere Sphären katapultieren. Das meist gehörte Wort in der Pause war „Wahnsinn“ – kein anderes könnte treffender sein. Es war schon fast spektakulär, was die beiden Trommelkünstler darboten, wie sie aus ihren verschiedensten Schlaginstrumenten nicht nur Töne herausholten, sondern abwechslungsreich und kurzweilig eine geniale Show voller Rhythmen, Leidenschaft und Freude hervorzauberten.

Somit verwundert es nicht, dass Double Drums 2010 vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde. Die Besucher des Konzerts in Garmisch-Partenkirchen wissen jetzt jedenfalls, warum. Und sie forderten mit Händen, Füßen und viel Gegröle zwei Zugaben

Barbara Falkenberg

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