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Untrennbar mit dem Kulturbeutel verbunden: Robert Allmann – der Garmisch-Partenkirchner (Bild oben im Foyer der Bühne U 1), der an vorderster Stelle die Kleinkunst im Ort etablierte.

Der Name ist Programm

30 Jahre Kulturbeutel

Garmisch-Partenkirchen - 700 Veranstaltungen in 30 Jahren Kulturbeutel. Als Robert Allmann und acht Freunde 1986 beschlossen, eine eigene lokale Kleinkunstszene zu installieren, waren viele Garmisch-Partenkirchner skeptisch. Die Aktiven ließen sich in ihrem Enthusiasmus nicht bremsen. Der Erfolg hat die Kabarett-Fans voll bestätigt.

Robert Allmanns Arbeit als bisherigem Kulturbeutel-Chef gerecht zu werden, ist nicht einfach“, weiß Gudrun Stadler, als Programmchefin des Vereins ein Jahr im Amt. Mit Markus Schneider als Erstem Vorsitzenden, der sich um den technischen Bereich, Öffentlichkeitsarbeit und vieles andere kümmert, bildet sie als Vize quasi eine Doppelspitze. „Ich habe ein gut bestelltes Feld vorgefunden“, meint Stadler. Trotzdem sei es nicht leicht gewesen, die Kontakte mit Künstlern und Agenturen zu übernehmen, „denn alle waren drei Jahrzehnte Allmann gewohnt“. Inzwischen ist ein guter Vorlauf gesichert, das Programm steht bis Mitte 2017 fest. Anlässlich des 30. Vereinsgeburtstages gibt es im November erstmals an drei Abenden Doppelveranstaltungen für die Besucher.

Begonnen hat die Kulturbeutelgeschichte in einem Aufenthaltsraum des BRK, wo einige Mitglieder der damaligen Sanitätskolonne, darunter Allmann, beschlossen, eine eigene regionale Kleinkunstszene zu installieren. „Wir waren alle große Kabarett-Fans, nutzten im Freundeskreis jede Gelegenheit, um nach München oder Innsbruck zu fahren“, erklärt Allmann. Warum also nicht die hiesige Kulturszene beleben, Kabarettisten und Musiker ins Werdenfelser Land locken? „Wir sprechen die Künstler auf der Straße oder im Klub einfach an, war unsere naive Vorstellung“, erinnert er sich. Das Ergebnis war eher niederschmetternd, denn niemand wollte in die „Provinz“ kommen. Aufgeben galt trotzdem nicht, und die Hartnäckigkeit wurde belohnt: Willy Astor und sein Freund Dagulda Butz sagten zu. Im Café Lievert, im ersten Stock an der Ludwigstraße 55, fand am 26. Juli 1986 zum Eintrittspreis von 13,99 Mark die erste Veranstaltung des frisch gegründeten „Kulturbeutels“ statt. „Auf den Vereinsnamen kamen wir, weil wir nach etwas suchten, in das alles hineinpasst“, erinnert sich der frühere Vorsitzende. Und auch daran, dass der damalige Bürgermeister Toni Neidlinger (CSU) dem Unternehmen wenig Chancen einräumte.

Er hatte wohl nicht mit dem Enthusiasmus der neun Aktiven gerechnet, die ein unglaubliches Maß an ehrenamtlicher Arbeit leisteten, immer wieder in Schulen und Gasthäusern im Landkreis Auftrittsmöglichkeiten erkundeten. Es wurde organisiert, plakatiert und bewirtet. Spätestens ab 1998, seit die Veranstaltungen auf der neuen Kongresshausbühne U1 stattfinden, hat sich die Kleinkunstszene im Werdenfels etabliert. Das geknüpfte Netzwerk, das gute Gespür von Allmann für Talente – er sah sich jedes Programm vorher an – brachte so manchen Entertainer nach Garmisch-Partenkirchen. Es waren einige darunter, die später einen Kleinkunstpreis erhielten oder im Fernsehen bekannt wurden.

„Die Künstler kommen gern zu uns, fühlen sich gut betreut“, erklärt Stadler. „Wir bemühen uns aber auch, die Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Sie selbst ist seit 1999 dabei und eine der 15 aktiven Kulturbeutler. Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch Ulla Allmann (geborene Danzl) im Team und nach wie vor für Kartenorganisation und -verkauf zuständig. Sie lernte ihren späteren Mann Robert damals in der Kulturbeutel-Gründungszeit kennen. „Ganz nah an den Künstlern dran zu sein, das macht immer noch riesigen Spaß."

Margot Schäfer

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