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Das Stück "Die Kindertragödie" gehörte 2016 zum Kultursommer-Programm.

Zukunft nachwievor offen

Kultursommer: Jetzt ist der Insolvenzverwalter am Zug

Garmisch-Partenkirchen - Bei der Cultus Production GmbH hat nun Tobias Sorg das Sagen. Das Amtsgericht Kempten hat ihn zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Derzeit prüft er die Unterlagen. 

Von 100 auf 10 – Florian Zwipf-Zaharia wurde ausgebremst. „Ich hänge in der Luft“, sagt der Füssener, der unter anderem in Garmisch-Partenkirchen den Kultursommer veranstaltet und „Cabaret Royal“ in der Spielbank sowie das Militärmusikfestival GaPa-Tattoo organisiert. Und das seit zwei Wochen, seit er beim Amtsgericht Kempten Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat. Noch weiß der Geschäftsführende Gesellschafter der Cultus Production GmbH nicht, wie es weitergeht. Das hat jetzt ein anderer in der Hand Tobias Sorg von der gleichnamigen Insolvenzverwaltung mit Sitz in Ulm hält nun die Fäden in der Hand. „Alles was ansteht, geht über ihn“, erklärt Zwipf-Zaharia. „Nur er hat das Sagen, alles passiert in enger Abstimmung mit ihm.“ Der Wirtschaftsjurist setze sich auch mit sämtlichen Betroffenen in Verbindung.

Nach einem ersten Treffen mit dem 58-Jährigen sichtet Sorg jetzt die Geschäftsunterlagen und kümmert sich bereits um die Anliegen der Kunden. „Wir haben sofort mit der Prüfung der wirtschaftlichen Situation der Cultus Production GmbH begonnen“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter. Priorität habe in diesem Fall aber vor allem der Kontakt mit den Kunden. Da schon eine Veranstaltung ausfallen musste – gemeint ist der Kulturherbst in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen), für den im Vorfeld viel zu wenig Karten verkauft worden waren – und es bei anderen Events Probleme mit den Tickets gab, „wollen wir den Karteninhabern schnellstmöglich eine Anlaufstelle bieten“. 

Mitarbeiter können sich mit Ansprüchen an eingerichtete Email wenden

Die Betroffenen können sich genau wie Kultursommer-Mitarbeiter, die noch nicht ihren ganzen Lohn bekommen haben, schon jetzt mit ihren Ansprüchen an die eigens dafür eingerichteten E-Mail-Adresse cultus@sorg-inso.de wenden. „Ich bitte alle Gäste, die Karten für eine ausgefallene Veranstaltung gekauft hatten oder bei einer Veranstaltung wegen Überbuchung nicht reingelassen wurden, uns eine E-Mail mit dem eingescannten Ticket zu schicken. Mein Team und ich werden die Daten aufnehmen, die Ansprüche prüfen und die Betroffenen auf dem Laufenden halten.“ Das gelte Pressesprecherin Silvia Ender zufolge auch für all jene, deren Leistungen bislang noch nicht beglichen wurden – seien es Schauspieler, Musiker, Handwerker oder andere, die sich in irgendeiner Form eingebracht haben.

Gläubiger müssen sich noch gedulden

Nicht alles, was in der dieser Spielzeit angefallen ist, steht noch aus. Einem Betroffenen zufolge wurden die Rechnungen bezahlt, die während der ersten beiden Drittel der Reihe eingegangen sind. Alle, die erst danach ihre Forderungen angemeldet haben, müssen sich nun gedulden. Und abwarten, was Sorgs Prüfung ergibt. „Am härtesten betroffen sind sehr langjährige und enge Mitarbeiter des Kultursommers“, sagt Georg Büttel, Künstlerischer Leiter der Reihe. Und die jugendlichen Mitwirkenden, „die seit Jahren von uns ans Theater herangeführt werden“. Für den Nachwuchs sei ein vierstelliger Betrag erforderlich. Büttel hofft, dass dieser schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden kann, „damit die jungen Leute ihr Geld bekommen“.

Eine Aussicht, dass sich dieser Wunsch erfüllt, besteht indes nach Auskunft von Ender nicht. „Alle Gläubiger werden gleich behandelt“, betont sie. Das heißt im Umkehrschluss, dass es keine Prioritätenliste geben wird. Wie die Zukunft der Culus Production GmbH ausschaut, steht noch in den Sternen. „Alles ist noch sehr frisch, deshalb können wir nicht mehr sagen“, unterstreicht Sorgs Sprecherin. Das betrifft auch die „Cabaret Royal“-Termine am 22. Oktober und am 3. Dezember. „Wir wollen natürlich, dass beide stattfinden und prüfen das gerade im Zuge des vorläufigen Insolvenzverfahrens“, sagt Ender. Dazu gehörten unter anderem Gespräche mit der Spielbank. Ein Ergebnis erwartet sie in der kommenden Woche.

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