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Alleine im Wald: (v. l.) Hannes Wipfelder, Antonia Wiedemann und Max Jeschke spielen die Hauptrollen in der „Kindertragödie“. Die Inszenierung an der Olympia-Bobbahn profitiert von der Natur am Rießersee.

Das sagen zwei besondere Zuschauer über die Premiere

Die "Kindertragödie" und ihre Parallelen zum Bobsport

Garmisch-Partenkirchen - An der gut 100-jährigen, historischen Olympia-Bobbahn feierte die Kultursommer-Inszenierung „Kindertragödie“ Premiere. SCR-Bobpräsident Rolf Lehmann und Konrad Spies, der Ex-Leiter des Bob-Museums, saßen im Publikum. Bei ihnen löste die Aufführung an diesem vertrauten Ort viele Assoziationen und neue Ideen aus.

Konrad Spies wünscht sich das nächste Mal eine Komödie.

Dunkelheit herrscht im Wald. Plötzlich erstrahlen Scheinwerfer. Eine kleine, schräge Holzhütte, die sich auf einer Bretterbühne befindet, erscheint im Licht. Einfache Stühle und ein Bauerntisch stehen vor dem Haus. Unheilvolle Musik ertönt. Die Tür des Hauses öffnet sich. Ein junger Mann mit finsterer Miene setzt sich auf den Stuhl. Ein vor sich hinträllerndes Mädchen gesellt sich zu ihm. Der Junge nimmt ein Jagdgewehr aus dem Schrank und beginnt es zu putzen „Der Vater hat’s mir ang’schafft“, sagt er in tirolerischem Dialekt. Es soll die Waffe sein, die eine Stunde später ein schlimmes Unheil verursacht.

Düstere Szenen bestimmen die „Kindertragödie“, die aktuell im Rahmen des Kultursommers von Harald Helfrich an der über hundert Jahre alten, historischen Bobbahn am Rießersee inszeniert wird. Ein Ort, der Rolf Lehmann und Konrad Spies viel bedeutet. Beide engagieren sich schon jahrelang für den Erhalt der denkmalgeschützten Olympia-Sportstätte. Dass dieser Ort nun zur Theaterbühne umfunktioniert wurde, freut die beiden Männer sehr.

Im Mittelpunkt von Karl Schönherrs Drama stehen drei Geschwister, die im elterlichen Forsthaus im Wald leben. Als sie herausfinden, dass die Mutter ein Verhältnis hat, zerbricht die Familie. Es kommt zur Katastrophe.

Es ist starker Tobak, den Helfrich seinen Zuschauern präsentiert. Für Spies war das Theaterstück ein wenig zu ernst. „Ich bin ein fröhlicher Mensch und mag lustige Geschichten“, sagt er. Dennoch zollt er dem Regisseur und den jugendlichen Schauspielern Hannes Wipfelder, Antonia Wiedemann und Max Jeschke „großen Respekt“ für ihre Darbietung.

Rolf Lehmann gefällt, dass die Bobbahn zur Freilichtbühne wird.

Auch SCR-Bobpräsident Rolf Lehmann, der die Bobbahn bestens kennt, stimmte die Aufführung nachdenklich. „Ich war ja selbst mal Jäger“ sagt er. „Die Geschichte spricht mich alleine deshalb schon an.“ Die Aufführung von Helfrich findet er „mutig“. Dies habe sie mit den Bobfahrern gemein. „Die müssen sich ja auch so einiges trauen“, sagt er schmunzelnd. Das, was die Schauspieler auf der Bühne leisten müssen, kann er „in gewisser Hinsicht“ nachvollziehen. Vor allem, wenn sie bei Wind und Wetter spielen müssen. „Auch wir waren bei der Abfahrt den Witterungen ausgesetzt.“

Für Spies erfüllte sich mit der „Premiere der ,Kindertragödie‘“ ein „lang gehegter Wunsch“. Bereits vor zehn Jahren hat der ehemalige Leiter des Bobbahn-Museums den künstlerischen Leiter des Kultursommers, Georg Büttel, darauf aufmerksam gemacht, dass er am Rießersee Theaterstücke aufführen sollte. Spies geht es dabei vor allem darum, dass die historische Sportstätte nicht in Vergessenheit gerät. Er wünscht sich dort viele weitere Veranstaltungen. Die „Kindertragödie“ ist für ihn „nur der Anfang“. Als nächstes Stück kann er sich eine Komödie gut vorstellen. „Vielleicht eine, die von ein paar Bobfahrern handelt.“ 

Magdalena Kratzer

Weitere Vorstellungen

finden am 9., 10., 14., und 15. September jeweils um 20 Uhr statt. Karten gibt’s bei GAP-Ticket, München-Ticket und beim Kreisboten.

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